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Idee

Anna und ihre Freunde wirken nicht wie Superhelden aus einem Computerspiel, sondern glaubwürdig und wahrhaft. Gelungen ist auch die phantastisch anmutende Parallelwelt voller origineller Geschöpfe.

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Die spannende Handlung ist einfallsreich, belohnt den Leser mit überraschenden Wendungen und trägt so zum Lesevergnügen bei.

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Kinderbuch Couch

Buch-Rezension von Kinderbuch Couch Okt 2012

Die zwölfjährigen Zwillinge Ben und Anna sollen von ihrer großzügigen Tante Mia beaufsichtigt werden, während ihre Eltern für ein paar Tage verreisen. Doch aus ihren Plänen, es sich recht angenehm zu machen wird nichts, denn ein Kurzschluss führt zu einem totalen Stromausfall. Auf der Suche nach dem Sicherungskasten stoßen sie auf einen seltsamen Schalter, der sie plötzlich in eine andere Zeit und ein unglaubliches Abenteuer befördert...

Eigentlich sollte es eine ganz gemütliche Auszeit auf Borgland, ihrem Anwesen, ohne die Aufsicht lästiger Eltern werden. Aber kaum sind die Eltern weg, wird der Fernsehnachmittag mit Cola und Chips durch einen Kurzschluss des Fernsehers gestört. Auf der Suche nach dem Sicherungskasten betätigen sie einen seltsamen Schalter, der sie plötzlich in eine andere Zeit versetzt. Es stellt sich heraus, dass sie im Jahr 1919 gelandet sind. Der damalige Besitzer, Isidor Tengelmans, erzählt ihnen, dass vor ihnen schon andere Kinder aus anderen Zeiten auf dem Anwesen gelandet waren. Er vermutet, dass vielleicht sein Bruder, Samuel Tengelmans - ein besessener Wissenschaftler, der mit Zeit und Raum experimentierte - hinter diesen unfreiwilligen Zeitreisen steckt. Dieser ist selbst jedoch samt Frau und Kind spurlos verschwunden. Da nichts weiter für Ben und Anna getan werden kann, werden sie kurzerhand in ein Waisenhaus gesteckt.

Dort treffen sie auf andere Kinder, die ebenfalls zu verschiedenen Zeiten auf Borgland lebten. Auch sie wurden, so wie Ben und Anna, ebenfalls unfreiwillige Zeitreisende und sind im Jahr 1919 gelandet. Gemeinsam beschließen sie, den Wissenschaftler zu suchen, der für ihre missliche Lage verantwortlich ist und der ihnen hoffentlich dazu verhelfen kann, in ihre jeweilige Zeit zurückzukehren.

Diese Suche gestaltet sich jedoch als gefährliches Abenteuer, in dem viele, die ihnen begegnen, nicht das sind, was sie scheinen. Sie begegnen einem Fürsten, der zum Äußersten bereit scheint, um sein Fürstentum zu retten und ein gefährlicher Doppelgänger Samuel Tengelmans ist ihnen auf den Fersen. Darüber hinaus scheint Anna eine Schlüsselrolle zuzukommen, die sie jedoch zuerst nicht versteht.
Schließlich wird sie von den Anderen getrennt. Wird es ihr im Alleingang gelingen, dieses große Abenteuer zu bestehen?

Auch wenn sich vom Titel her ein Vergleich mit Michael Endes "Momo: Die seltsame Geschichte von den Zeit-Dieben und von dem Kind, das den Menschen die gestohlene Zeit zurückbrachte" das er 1973 veröffentlichte, anbietet, handelt es sich bei dem vorliegenden Buch nicht um einen modernisierten Nachguß. Vielmehr gelingt es dem Autor in diesem gelungenen Debütroman eine durchaus eigenständige und kreativ erdachte Parallelwelt zu schaffen, in der Anna und ihre Freunde gefährliche Abenteuer bestehen müssen. Diese Parallelwelt ist voll mit faszinierenden Geschöpfen und Gegenständen, die selbst von Computerspielen oder flimmernden Fernsehwelten abgestumpfte Leser überraschen werden.

Schon das poetisch wirkende Titelbild in Braun und Grün-Tönen macht neugierig auf den Inhalt des Buches. Die Namen vieler Charaktere klingen wie aus der niederländischen Sprache entsprungen. Auffallend ist beispielsweise Annas Nachname "van Helt", oder die Vornamen Frans oder Piet. Der Ort, indem sich das Anwesen "Borgland" befindet, heißt Kimberlan.
Der Roman hat nur zu Beginn jeden Kapitels eine kleine Vignette des Autors, verzichtet jedoch ansonsten auf Illustrationen, wohl um der Phantasie des Lesers genügend freien Raum zu lassen. Denn die Kraft der kindlichen Phantasie und Vorstellungskraft ist ein immer wiederkehrendes Leitmotiv dieses Buches und ist dem Autor sehr wichtig. Mit Hilfe ihrer großen Phantasie gelingt es Anna mehrmals sich aus scheinbar aussichtslosen Situationen zu befreien.

Anna und ihre Freunde haben zwar alle eine besondere Gabe, so hat Anna neben ihrer lebhaftenPhantasie, die Gabe, besonders flink und wendig sein. Cleo, ein Mädchenaus der Zukunft, besitzt hingegen kinetische Kräfte und kann sogar durch Wände gehen. Die Kinder wirken jedoch nicht wie schablonenhafte Superhelden aus einem Computerspiel. Vielmehr wirken sie überzeugend und wirklichkeitsnahe, nie unglaubwürdig oder überzeichnet. Auch das klassisch-beliebte Motiv "Zeitreise" sowie die immer gültigen Werte wie Treue und Teamgeist funktionieren auch "Im Land der Stundendiebe". Mittels seiner guten Dramaturgie schafft es auch heranwachsende "Wenigleser" für das Lesen zu begeistern.

Dazu trägt auch die Sprache des Romans bei; die klare, ausdrucksstarke Prosa, nimmt den Leser ernst, ohne ihn zu überfordern. Die Handlung ist spannungs- und -überraschungsreich, und hält den Leser - trotz des Umfangs des Buches (mehr als 400 Seiten) - bei der Stange. Der Spannungsbogen ist so aufgebaut, dass am Ende noch einige Fragen offen bleiben, die auf eine Fortsetzung hoffen lassen oder, was wohl eher im Sinne des Autors ist, die Vorstellungskraft des Lesers noch ein letztes Mal herausfordern.

Fazit:

Ein spannender und abenteuerreicher Fantasy-Roman mit einer Parallelwelt voller überraschender Figuren, der den Leser in seinen Bann ziehen wird.

Andrea Delumeau

 

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