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Vor realistischem Hintergrund erzählt und mit rätselhaften und gruseligen Ereignissen angereichert, ist die Geschichte gerade für leseerfahrene Jungen ab 9 Jahren interessant.

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Die s/w Vignetten von Sabine Wiemers am Anfang vieler Kapitel, die fast wie dunkle Fotografien wirken, unterstreichen die rätselhafte Stimmung. Sehr „einladend“ ist auch die Covergestaltung.

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Überwiegend aus Benjis Sicht erzählt, fordert der Autor seine Leser heraus, sich selbst einen Reim zu machen. Dieses Rätselspiel reichert er mit gruseligen Momenten an und schildert dabei die Gefühle und Eindrücke der Kinder.

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Kinderbuch Couch

Buch-Rezension von Kinderbuch Couch Nov 2012

Irgendwie zieht der gruselige Pavillon im Stadtpark Benji magisch an. Zuerst, weil er seinen Mut unter Beweis stellen will, dann aber, weil er das Gefühl nicht los wird, dass sich unter dem baufälligen Pavillon etwas ziemlich Unheimliches verbirgt. Ausgerechnet an Halloween begegnet Benji der Geist von Jack O´Latern...

Benjis Freunde, das sind Issi, Mischa und Moritz. Und alle drei bereiten sich voller Vorfreude auf den Halloween-Abend vor. Nur Benji nicht, er zieht alleine los, denn seine Mutter kann ihm kein Geld für ein Kostüm geben. Während sich seine drei Freunde aufwendig zurechtmachen, treibt Benji der Pavillon, das alte "Lusthaus" im Park um. Irgendetwas, das weiß Benji, verbirgt dieses alte, gruselige Holzhaus. Weshalb wollen sonst alle, dass die Kinder sich von dem Haus fern halten? Als Benji - in einer Mauerlücke verborgen - das baufällige Holzhaus beobachtet, entdeckt er eine Gestalt, die mit einer Totenkopfmaske verkleidet ist. Genauso wie sein Freund Moritz. Als er ihn anspricht, wird Benji erst zu spät bewusst, dass er sich geirrt hat. Der Fremde stürzt sich auf Benji und drückt ihn so fest zu Boden, dass er kaum mehr Luft bekommt. Er wird gerettet. Doch dieser Retter jagd Benji noch einen größeren Schrecken ein: Die Gestalt sieht aus, wie der leibhaftige Geist des Jack O´Latern, dazu verflucht in den Halloween-Nächten ziel- und heimatlos umherzuwandern. Benji vertraut sich, vollkommen verängstigt, seiner Mutter an, die sofort die Polizei informiert. Doch die kann so recht nicht begreifen, warum dieser Überfall stattgefunden hat. Während der Polizei-Chef die Sache herunterspielt, ist sein Mitarbeiter davon überzeugt, dass der Junge die Wahrheit sagt.

Was die drei Freunde nicht ahnen ist, dass tatsächlich im Verborgenen emsige Pläne geschmiedet werden, den Pavillon abzureißen, um auf dem Fundament schnellstens ein Klettergerüst aufzubauen. Aber warum?

Benji verändert das Erlebnis in der Halloween-Nacht. Er ist nicht länger der mutige Angeber und nähert sich immer mehr der sensiblen Issi an. Doch er spürt deutlich, dass seine familiäre Situation mit seiner alleinerziehenden Mutter und dem "Onkel", der viel lieber tief in die Bierflasche schaut, als sich um Arbeit zu kümmern, ihn von den Familien seiner Freunde ausgrenzt. So begibt sich Benji abermals allein auf die Spur. Als ihm ein alter Mann im Park erzählt, dass sich unter dem alten Fundament des nunmehr eingerissenen Pavillons etwas Schreckliches verbirgt, fängt Benji noch im Halbdunkel an, vorsichtig zu graben. Ist dort vor vielen Jahren wirklich ein Einzelgänger zu Tode gekommen und seine Leiche wurde dort versteckt? Er will am nächsten Tag wiederkommen, um seine Nachforschungen fortzusetzen - doch er wird abermals gepackt und kann sich in allerletzter Sekunde in einer alten Autowerkstatt verbergen...

"Schatten im Park" von dem österreichischen Kinderbuch-Autor Walter Thorwartl verbindet gleich zwei spannende Elemente in einem: Einmal die gruselige Atmosphäre mit den gespenstischen Ereignissen im Stadtpark und die düsteren Geheimnisse, die sich um den alten Pavillon ranken - und zum anderen eine Kriminalgeschichte, die erst ganz am Ende ihre Auflösung findet. Zunächst geschehen so einige merkwürdige Dinge, die der Leser lange nicht zuordnen kann. Man muss schon ein wenig am Ball bleiben, um die vermeintlichen Zufälle zuordnen zu können: Was will der fremde Mann, der mit seiner Kollegin angeblich nach Fledermäusen sucht und wer wirft in der Halloween-Nacht Fleischstücke in die Fenster jener Häuser, wo die vier Freunde wohnen? Immer wieder blendet Thorwartl zu einem Buchhändler und seine Helfershelfer, die zunächst nur einen Auftrag haben, nämlich, die Kinder um jeden Preis von dem Pavillon fern zu halten. Walter Thorwartl fordert seine Leser über lange Strecken des Buches heraus, damit sie sich selbst einen Reim auf die Zusammenhänge machen. Dieses Rätselspiel reichert er mit allerlei gruseligen Momenten an, die die Kinder erschrecken, bei denen jedoch nie ganz klar wird, ob sich wirklich eine echte Schauergeschichte dahinter verbirgt, oder ob es vielleicht eine ganz natürliche Erklärung dafür gibt. Wer also ein wenig Ausdauer hat, erfährt ganz am Ende das traurige Geheimnis um das ehemalige "Lusthaus". Nebenbei erwähnt, wird diese Bezeichnung "Lusthaus" für den alten Pavillon gerade zu Anfang des Buches für meinen Geschmack zu häufig eingesetzt, was mir, zusammen mit den vagen Andeutungen, als etwas unpassend für ein Kinderbuch erscheint. Zum Glück ist der einsturzgefährdete Holzbau im weiteren Verlauf des Buches das, was es auch wohl ist, nur ein alter Pavillon.

Dass der Autor, vor einem realistischen Hintergrund erzählt und mit den rätselhaften und gruseligen Ereignissen einige Verwirrung zu stiftet, finde ich durchaus gelungen und macht die Geschichte gerade für Jungen ab 9 Jahren interessant. Vielleicht hätte aber ein Ende mit einem weniger tragischem Hintergrund auch gut gepasst.

Die Bezeichnungen "die Stiegen" (für die Treppe) oder "das Cola" (für die Cola) wirken für den deutschen Raum vielleicht erst ein wenig ungewohnt, doch es sollte jungen Lesern ab 9 Jahren durchaus gelingen, leicht in die Geschichte zu kommen und die zunächst ungewohnten Ausdrücke richtig zuordnen zu können.

Fazit:

Walter Thorwartls Krimi mit Gruselfaktor ist das richtige Lesefutter für Jungs mit starken Nerven, Kombinationsgabe und einer guten Portion Geduld. So können sie mit einem angenehmen Gruseln in die "Schatten im Park" eintauchen - und auch wieder herausfinden.

Stefanie Eckmann-Schmechta

 

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