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Idee
Bilder
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Idee

Kleiner Junge hört nicht auf seinen Großvater und fängt mit List und Glück den bösen Wolf – ohne die berühmte Musik ist die Story wenig beeindruckend.

Bilder

Ute Helmbolds Bilder sind kunstvoll, üppig, ausdrucksstark – jedoch für Kinder nur schwer zu verdauen.

Text

Schlichte Märchenerzählung; die Spannung liegt wenn, dann zwischen den Zeilen und es ist der Inhalt, der im Gedächtnis bleibt, nicht die Worte.

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Kinderbuch Couch

Buch-Rezension von Kinderbuch Couch Jan 2013

Das Märchen von Peter und dem Wolf ist bekannt und berühmt für seine Musik. Hier kommt eine neue Version der Geschichte: nicht zum Hören, sondern zum Schauen als Bilderbuch.

Peter ist ein kleiner, unternehmungslustiger Junge. Er geht aus dem Garten hinaus und lässt auch das Tor offen, obwohl sein Großvater es ausdrücklich verboten hat: Der Wolf könnte kommen! Als der tatsächlich kommt, gehorcht Peter wieder nicht. Statt im sicheren Garten zu bleiben, klettert er auf einen Baum und versucht, den Wolf zu fangen. Mit List, viel Glück und der Hilfe eines pfiffigen Vögelchens gelingt ihm das auch und die Jäger brauchen den Wolf nicht zu erschießen. Stattdessen wird er in den Zoo gebracht.

Sergej Prokofjew hat dieses Märchen vor 80 Jahren im sozialistischen Russland geschrieben; weltberühmt geworden ist es durch die Musik, die er dazu komponiert hat. Dabei ist es umgekehrt gewesen: Prokofjew hat die Musik komponiert, um Kinder mit den Instrumenten eines Sinfonieorchesters vertraut zu machen und drumherum hat er dann die Geschichte erfunden.
Wer das Stück kennt, weiß, dass es ordentlich zur Sache geht mit Pauken, Hörnern, Klarinetten, Flöten und Violinen.

Ute Helmbold, freie Illustratorin und Professorin an der Braunschweiger Kunsthochschule, hat jetzt der Geschichte eine neue Begleitung gegeben, aus Bildern.
Und auch sie hat ordentlich in die Tasten gegriffen, oder besser in die Farbtöpfe: auf den meisten Seiten ist kein Stück Weiß mehr zu sehen, sondern Gelb, Orange, Blau und ganz viel Braun sowie dunkles Rot. Striche, Flecken, Wirbel, dunkle Wälder, flammende Himmel vom Horizont bis zum Boden, grüne Fluten, rosa-lila Wolfsgedärme. Die Tiere hat sie aus schwarzen Pinselstrichen entstehen lassen, mal bestehen sie nur aus der Kontur, mal sind sie dick gefüllt mit Farbe; keine niedlichen Entchen, Vögelchen, Kaninchen sind es geworden, sondern echte Charakterdarsteller.

Künstlerisch dürfte das Werk äußerst gelungen und die Bilder der bombastischen Musik von Prokofjews ebenbürtig sein, soweit das eine Kinderliteraturkritikerin zu beurteilen vermag.
Was sie aber beurteilen kann ist, dass diese Bilder für die meisten Kinder schlecht zu verdauen sind.

Zwar hat der Verlag diese Neuinterpretation von Peter und der Wolf nicht explizit als Kinderbuch gedacht und bewirbt das Buch auch nicht so. Aber: "Märchen" und "Bilderbuch" werden nun mal assoziiert mit Kinderbuch. Viele Eltern werden auf der Suche nach einem besonderen Bilderbuch zugreifen, steht "Peter und der Wolf" doch für Kultur, Bildung und Niveau.
Und es stimmt ja auch, dass Kinder mehr sehen und hören dürfen, können, sollen und wollen als gut verdauliche, kindgerechte Durchschnittskost!

Wobei man ihnen als Alternative zu pappsüßem Kitsch nicht gleich etwas derart Hochprozentiges anbieten sollte. Im besten Fall finden die Kinder im Bilderbuch - ,also im Vorschulalter, einfach keinen Zugang zu diesem Buch, können in dem opulenten Farbenmeer schlicht nichts erkennen; im schlimmsten Fall weigern sie sich, das Buch weiter zu lesen, weil sie von der düsteren, bedrohlichen Grundstimmung "Träume kriegen": die Jäger sehen aus wie eine Front Soldaten, der rote Horizont wie eine Feuersbrunst und Peter und sein Großvater sind nie abgebildet. Wo die beiden sind, fragt sich da manches Kind etwas bange: doch gefressen worden?

Fazit:

Peter und der Wolf ist ein musikalisches Märchen, um Kinder mit den Instrumenten eines Orchesters vertraut zu machen. Ohne Musik ist die Geschichte eher dünn. Die eindrucksvollen Illustrationen in diesem Buch erzeugen zwar gekonnt eine ähnliche Stimmung wie die berühmte Musik - für viele Kinder ist das aber zu viel.

Sigrid Tinz

 

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