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vom kleinen Außenseiter, zu einem echten Helden: nicht durch Größe und Kampfesstärke, sondern durch seine Cleverness. Eine ideale Identifikationsfigur für alle „kleinen“ Leser.

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Zu dieser originellen Geschichte passen auch die schlichten – aber umso einfallsreicheren Illustrationen von Steve Wells

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Fantasievolle, klare Sprache mit vielen schöne bildhaften Beschreibungen. Aus Munkels Perspektive erzählt, ist der Leser ganz nahe am Geschehen. Aus dem Englischen von Sigrid Ruschmeier

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Kinderbuch Couch

Buch-Rezension von Kinderbuch Couch Feb 2013

Es ist schon eine raue Welt, die Welt der Riesen. Mitten unter diesen "urrumpeligen" Gestalten lebt der zu klein geratene Riese Munkel Trogg. Er muss so manchen Rempler tapfer wegstecken und selbst die liebevolle Zuwendung von Mama Trogg bereiten ihm nicht selten blaue Flecken. Doch zum Glück ist Munkel Trogg für einen Riesen nicht nur außergewöhnlich klein, sondern auch sehr neugierig und vor allem schlau!

Für die Gemeinschaft der Riesen, in der man groß und stark und besonders grobschlächtig daher kommen muss, ist Munkel ein echtes Jammerbild. Seine beruflichen Aussichten sehen finster aus und wie er seinen Schulabschluss, das "Gigantur" schaffen soll, steht auch noch in den Sternen. Als Riese groß geworden, stellt er natürlich die ziemlich groben Umgangsformen sowie alles, was für uns eklig, unschön und abstoßend ist, gar nicht in Frage. Doch in einem Punkt mag er sich nicht anpassen: Er ist neugierig auf die Kleinlinge - die Menschen. Vor denen hüten sich die Riesen nämlich. Daher leben die Riesen auch in einem Berg, gut verborgen vor der Außenwelt. Nur nachts dürfen die Jäger den Berg verlassen - so auch Munkels Vater, ein echter Riese durch und durch.

Wie es dazu kam, dass sich die Riesen vor den Menschen fürchten? Die Riesen sagen, dass die Menschen mächtige Zauberer geworden sind, die sich beispielsweise ihrer heimtückischen Zauberstöcke bedienen, mit denen sie die Riesen sogar aus weiter Entfernung erschießen können.

Das Fest für den König "Gedankenarm" steht kurz bevor und Munkel soll zusammen mit dessen Vater ein Schauspiel zum Besten geben, das bei einem Riesen die Warzenhaare zu Berge stehen lässt: Munkel soll Menschenkleider (aus dem Museum des Königs) tragen - die ihm auch hervorragend passen - und Munkels Vater soll dem "Kleinling", der mit einem Zauberstock bewaffnet sein soll, so richtig eins verpassen. Was als eine gute Idee von dem "Weisen Mann" des Königs beginnt, wird schnell zum größten Abenteuer sowohl für Munkel als auch für die Riesen. Denn nun möchte Munkel unbedingt die Wahrheit über die Menschen herausfinden und lernt Emily kennen. Sie erklärt ihm, was in dem vermeintlichen Zauberbuch der Menschen tatsächlich steht und dass die Riesen in großer Gefahr schweben. Denn in ihrem heißgeliebten "Rumpelberg" ist nicht zufällig die Temperatur in den letzten Jahren ziemlich gestiegen.

Doch davor und dazwischen passieren noch allerlei turbulente Dinge. Munkel lernt einen Drachen zu fliegen, weiß in der Prüfung im "Gigantur" mehr über die Menschen als die Lehrer selbst, muss Emily aus den Fängen der Königstochter "Rotzmops" retten und heckt einen klugen Plan aus, um die Menschen in allerletzter Sekunde vom Rumpelberg fern zu halten...

Am Ende des ersten Teils passiert so viel, dass die Geschichte eigentlich erst jetzt los gehen könnte. Doch Janet Foxley hat in ihrem kurzweiligen ersten Teil zunächst die Vorgeschichte zu Munkel und seinen wirklich rumpeligen Mitriesen geliefert. "Munkel Trogg" mit dem Foxley den renommierten Kinderliteraturwettbewerb der "Times" gewann, wurde von keinem Geringerem als Barry Cunningham, dem Harry-Potter-Entdecker und Verleger von Cornelia Funke in Großbritannien und den USA unter Vertrag genommen. Munkel Trogg wurde bereits in 24 Ländern veröffentlicht und kommt demnächst in die Kinos. Zahlreiche Nominierungen für weitere Kinderbuch-Auszeichnungen und Preise sind in 2012 bekannt gegeben worden und man darf gespannt sein, ob Munkel ein ähnliches Lesefieber bei den Kindern auslöst, wie einst Harry Potter. Ich halte das zwar für unwahrscheinlich, doch es wäre dennoch schön, mal wieder eine Buchreihe im Kinderbuch-Bereich zu haben, die viele Kinder gleichzeitig begeistert und sie zum Lesen bringt. Vor allem Jungs werden diesen "urrumpeligen" Gesellen zusprechen - zumindest was den ersten Band angeht. Sie werden die Vorlieben der Riesen für Pilzschleimsuppe und ähnlich garstigem Essen witzig finden, wie auch ihre sehr spezielle Einschätzung dessen, was schön und toll ist. Diese etwas unflätige und raue Riesen-Gesellschaft wird von Janet Foxley, die übrigens einige Jahre in Deutschland gelebt und gearbeitet hat, sehr überzeugend und fantasievoll geschildert - wenn dann noch eine ordentliche Dosis Humor und Situationskomik dazu kommt, dann ist die Mischung perfekt.

Dabei - und das begeistert mich immer am meisten - erfindet sie eine ganz eigene Welt mit ihren eigenen Gesetzmäßigkeiten, Traditionen und einer eigenen Moral. Dabei kommen die Riesen- bis auf Munkel und dem "Weisen Mann" - nicht gerade als echte "Leuchten" zur Geltung. Wenn ein König "König Gedankenarm" heißt, sagt das ja schon so ziemlich alles. Aber auch alle weiteren Darsteller, die Lehrerin Frau Fitpo, der kleine Bruder Raubaz oder der Fiesling Titan, werden von Janet Foxley nicht nur Namen nach sehr fantasievoll und witzig charakterisiert. Sie werden im Verlauf des ersten Bandes echte Originale und man darf sich darauf freuen, sie in dem nächsten Band wieder zu treffen.
Vor allem hat Janet Foxley mit Munkel Trogg auch einen liebenswerten und klugen Charakter erschaffen, der in ganz klassischer Form eine tiefgreifende Entwicklung durchmacht: Von dem kleinen Außenseiter, der von allen Seiten gepiesakt wird, zu einem echten Helden, ohne den am Ende selbst der König nicht mehr auskommt. Dies jedoch erreicht Munkel nicht durch seine körperliche Überlegenheit, durch besondere Kraft oder Kampfesstärke, sondern allein durch sein helles Köpfchen. Dadurch und durch die Tatsache, dass uns Janet Foxley seine Geschichte ganz aus Munkels Perspektive, mit all seinen Befürchtungen, Plänen und Einschätzungen erzählt, macht sie ihn zu einer idealen Identifikationsfigur für alle "kleinen" Leser. Auch sie müssen in der Welt der Großen, uns Riesen, ihren Platz finden und beweisen, dass man sie ernst nehmen muss.

Zu dieser originellen Geschichte passen auch die schlichten - aber umso einfallsreicheren Illustrationen von Steve Wells. Seine Cartoon-Riesen sind ziemlich schräg und in ihrer Darstellung mit ihren langen Zähnen, ihrer gedrungenen Körperhaltung, ihren Warzen und Glubschaugen nicht gerade hübsch (zumindest für uns "Kleinlinge"). Sie stehen freigestellt als Strichzeichnungen auf der Seite oder vor schwarz-weiß Collagen oder werden von Details umgeben, die so gerade im Buch passieren. Da gibt es so manche Verweise und Pfeile auf etwas, das so aussieht wie "Drachenkacke" oder auf "Eidechsenlutschbonbons" sowie der Hinweis darauf, keine Popel auf die Seiten zu schmieren. Schwarz-Weiß Fotokopien von Flechten oder Felsgestein umgeben den Text auf jeder Seite. Doch am originellsten finde ich den riesigen Daumenabdruck am Rand einiger Seiten, als hätte ein Riese selbst dieses Buch in der Hand gehabt.
Der zweite Band mit dem englischen Titel "Muncle Trogg and the Flying Donkey" (Munkel Trogg und der fliegende Esel) ist bereits in Großbritannien erschienen; bald wird es auch bei uns den zweiten Band geben einen Vorgeschmack darauf findet sich bereits am Ende des Buches.

Fazit:

"Munkel Trogg" ist ein humorvoller und einfallsreicher Auftakt einer neuen Kinderbuch-Reihe, eine perfekte Mischung aus Märchen, Humor und spannender Unterhaltung, die bereits in Großbritannien große Erfolge feiert. Für Jungs ist "Munkel Trogg" bestes Lesefutter mit hohem Identifikationspotential - aber natürlich auch für Mädchen, die sich für Pilzschleim, saftige Würmer und die "Puffigste- Pickel-Sonderattraktion" mit einem herzlichen Schmunzeln erwärmen können!

Stefanie Eckmann-Schmechta

 

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