Couch-Wertung:

86%
Idee
Text

Idee

Hochbegabtes indisches Kind wird von deutscher Durchschnittsvorzeigefamilie adoptiert und alles wird anders, aber besser. Klingt konstruiert und ist es auch - aber das macht es lustig und ereignisreich.

Text

Anton ist der Ich-Erzähler der Geschichte: Er erzählt modern, aber nicht anbiedernd, alltäglich, leicht verständlich, er macht keine Witze sondern erzählt witzige Begebenheiten ohne aufgesetzt witzig zu sein.

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Kinderbuch Couch

Buch-Rezension von Kinderbuch Couch Feb 2013

Mama, Papa und zwei Jungs von neun Jahren, das ist Familie Graf. Sie wohnt in der Nähe von Frankfurt und erlebt in dieser Geschichte alle Höhen und Tiefen eines modernen Familienalltags - von Hochbegabung bis Karrieretiefschlägen - und die ein oder andere verrückte Besonderheit dazu.

Der neunjährige Anton erzählt für sein Leben gern Geschichten, ausgedachte, erlebte, und seine besondere Spezialität ist es, Märchen zu berichtigen. Wie das geht? Zum Beispiel so: Es ist doch klar, dass Dornröschens Prinz nach hundert Jahren Schlaf ein alter, faltiger Knacker ist und dass er es nur noch im Rollstuhl durch die Hecke schafft.
Auch dieses Buch ist eine Geschichte von Anton. Er erzählt den Lesern, wie sein Vater einen neuen, tollen Job bekommt und seine Mutter ein neues Kind, den neunjährigen indischen Waisenjungen Dilip. Dass der genauso wenig Fußballspielen kann wie Anton selbst, und dass das den Vater auf die Palme bringt; dass Dilip hochbegabt ist in Mathe und Physik; er erzählt von seinem Opa, einem skurrilen Schrottkünstler, dem Klassenhamster, der hippiemäßigen Klassenlehrerin und dem fies-korrekten Schulleiter, seinem Freund Marek und dessen umbauwütigen Vater und der auf Künstlerin machenden, etwas tussigen Nachbarin. Antons Erzählungen beginnen damit, wie der Vater für die Familie ein neues Haus kauft und seine Mutter erst sauer ist, weil er sie nicht gefragt hat. Dann aber ist sie doch froh, weil es so ein schönes Haus ist. Als der Vater den neuen Job wieder verliert, muss das Haus wieder verkauft werden - doch dann kommt doch alles anders, aber doch auch besser.

Das ist ganz schön viel für 176 Seiten. Aber es funktioniert. Vielleicht weil Anton angesichts der generellen Dramatik des Geschehens über die Details einzelner besonders dramatischer Ereignisse recht locker wegerzählt: zum Beispiel als die Mutter einen Notarzt braucht, weil sie von der scharfen indischen Soße einen allergischen Schock bekommt. Oder dass Anton in der Schule wochenlang so tut, als kenne er Dilip nicht, weil er sich für ihn schämt: 'tschuldigung, Dilip - schon vergessen, Anton - nächstes Thema. Diese Unbekümmertheit gibt der Geschichte etwas Pippilangstrumpfiges: Bevor man mit einem Schicksalsschlag hadert, muss man ihn erst mal als solchen erkennen. Könnte doch auch ein Abenteuer sein und ganz lustig werden.
Noch eine kleine Parallele zu Pippi: der Ärger mit der Plutifikation. Für Antons Vater zählt Leistung, besonders die in Mathe, und regelmäßig schimpft er mit seinem Sohn und zwingt ihn, das Einmaleins zu üben. Anton nimmt solche Begebenheiten relativ gelassen: "Ich hatte aber keine Lust (mit Papa zu üben), denn wenn Papa etwas erklärt, dann dauert es immer eine Ewigkeit und am Ende kapiert man gar nichts mehr, besonders, wenn er seine Erklärung am Ende noch mal ändert und ich deswegen schnell vergessen soll, was er mir gerade eben erst erklärt hat."
Wenn sein neuer Bruder Dilip ihm etwas erklärt, dann versteht es Anton. Deshalb liest er bald regelmäßig in dessen Notizbuch: Dilip schreibt dort alles auf, was er über sein besonderes Interessensgebiet -Sterne, Planeten, unser Sonnensystem und das Universum allgemein - herausgefunden hat. Anton übrigens führt ein ähnliches Heft: er schreibt die von ihm korrigierten Märchen auf. Beide Notizhefte sind ausschnittsweise in den Text eingearbeitet - allein für diese Passagen lohnt sich die Lektüre.
Wobei die sich natürlich aus noch viel mehr Gründen lohnt.

Fazit:

Sehr fantasievolle und sehr verrückte Alltagsgeschichte, vollgepackt mit Charakteren, Begebenheiten und Gedanken. Ein Buch, besonders für Jungs, die mal was anderes lesen wollen als Krimis oder Fußballgeschichten.

Sigrid Tinz

 

Dilip und der Urknall und was danach bei uns geschah

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