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Idee
Bilder
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Idee

Die Meerjungfrau sucht einen Ehemann – und am Ende zählen äußere Werte weniger als innere. Ob dies einfach nur eine Geschichte oder Kritik an Märchenwelten und der Oberflächlichkeit moderner Werte ist, wird nicht deutlich.

Bilder

Die sehr phantasievollen und teils collageartigen Bilder sind in angenehmen aquarellhaften Farben gehalten. Die Gesichtszüge der Meerjungfrau sind als Bleistiftzeichnungen hervorgehoben.

Text

Die Sprache ist einfach, aber auch ohne besonderen Sprachwitz. Die Geschichte wird in der Vergangenheit erzählt und Teile sind in direkter Rede gehalten.

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Kinderbuch Couch

Buch-Rezension von Kinderbuch Couch Feb 2013

Wer soll es denn nun sein? Wen wird die schöne Meerjungfrau zum Manne wählen? Sie schwimmt durch ein Meer von potentiellen Ehemännern und sucht nach dem Stärksten, dem Besten, und Klügsten! Schnippisch und hochmütig wendet sie sich von einem zum anderen, bis sie in die Fänge eines Fischernetzes gerät und aus ihrer Not heraus verspricht ihren Lebensretter zu ehelichen.

"Die schöne Meerjungfrau" erzählt die Geschichte einer für ihre Schönheit weithin bekannten und allseits begehrten Meerjungfrau, die sich auf der Suche nach einem würdigen Partner auf Reisen begibt. Als erstes wendet sie sich an den Hai, der sie gerne zum Weib nehmen will. Als die Meerjungfrau aber hört, dass der Riesenkrake für ihn gefährlich werden kann, wendet sie sich ab. Nach langer Suche begegnet sie einem Riesenkraken, der sie sofort in die Arme schließt. Als sie aber hört, dass der Pottwal ihn in einem verschlingen kann, lässt sie auch ihn links liegen. Der Pottwal wiederum gesteht, dass er Angst vor den Menschen hat. Ein Taucher enttäuscht sie dann jedoch, weil er eine Sauerstoffflasche und Brille benötigt. Sie setzt nun neben Stärke, Klugheit und Erfolg auch noch die Fähigkeit an Land und im Wasser leben zu können auf ihre Wunschliste. Im Walrossbullen scheint sie alle ihre Vorstellungen wiederzufinden, als er jedoch an Land geht, ist sie von seiner Hässlichkeit abgeschreckt, serviert ihn ab und nimmt seine trotzige Bemerkung "Dann such dir doch einen Meerjungmann" beim Wort. Nach einem kurzen romantischen Moment fordert der Adonis-Meerjungmann mit Handspiegel, dass sie für ihn singen und tanzen solle und da er Gesang und Tanz der Delphine schöner findet, lässt er sie auf ebenso kühle und gleichgültige Art zurück, wie sie es mit vielen anderen zuvor getan hatte. Emotional aufgelöst durch die unerwartete Abweisung verfängt sich die Meerjungfrau in einem Fischernetz. Ein kleiner, unscheinbarer Fisch ringt ihr das Versprechen ab, dass sie ihn heiraten würde, wenn er sie befreite. Gesagt - getan. In langer mühseliger Arbeit zerbeißt das Fischlein das Netz und es wird Hochzeit gefeiert. Die inneren Werte - der Humor, die Freundlichkeit, der Mut und die Liebenswürdigkeit des Fisches - erweisen sich als wichtiger als die äußeren und die Meerjungfrau stellt fest, dass sie keinen besseren Ehemann hätte finden können. Happy End? ...zumindest für die Meerjungfrau.

Die Bilderbücher der Künstlerin und Illustratorin Helga Bansch zeichnen sich durch eine ganz eigene Bildsprache aus. Ihre Illustrationen wirken sehr ruhig und sind meist in angenehmen gedeckten Farben gehalten, bei näherer Betrachtung sind sie jedoch voller Bewegung. In "Die schöne Meerjungfrau" schwimmen die verschiedenartigsten Fische mit vielsagenden Gesichtszügen kreuz und quer durchs Bild: Sie sind kurz davor sich gegenseitig zu fressen, oder grinsen ein breites Grinsen (das menschliche Gebiss mag vorerst gar nicht auffallen!). Ohne gar zu demonstrativ Collagen zu kreieren, bricht Bansch mit realistischen Darstellungen, zerschneidet Bilder in mehrere Abschnitte oder integriert Muster und Schriftzüge. Wenn riesige Fische plötzlich als Heißluftballons am Himmel schweben, andere Fische Fernsehantennen auf dem Kopf tragen und wieder andere menschliche Gesichter haben, dann wenden sich die Bilder ins Surrealistische. Warum die Innenseiten des Covers eine alte Karte Bulgariens zeigen, oder warum das Walross auf einer Eisfläche liegt und mit chinesischen Schriftzeichen in Verbindung gebracht wird, diese Fragen stellen sich in der Phantasiewelt des Buches gar nicht. "Die schöne Meerjungfrau" zeigt - so viel ist klar - auf visueller Ebene die künstlerisch wertvolle Handschrift, die Bansch auch in ihrer Malerei und früheren Bilderbuchprojekten unter Beweis gestellt hat.

Text und Handlung können mit der komplexen Bildsprache leider nicht mithalten. Der Text ist einfach und ohne besondere Kniffe oder bildsprachliche Finesse. Die Handlung ist simpel und schafft es nicht die Botschaft, dass innere Werte mehr zählen als äußere, überzeugend zu vermitteln. Der letzte Satz: "Ob der kleine Fisch auch so großes Glück hatte mit seiner schönen Meerjungfrau, das ist ungewiss" gibt dem ganzen zwar noch einen irgendwie reizvollen Abschluss, aber insgesamt ist der Band so stark von der Oberflächlichkeit der Meerjungfrau und ihrer Partnersuche dominiert, dass die Wendung auf den letzten Seiten zu schwach ist.

Fazit:

"Die schöne Meerjungfrau" ist ein visuell eindrucksvolles Bilderbuch, das versucht, der Oberflächlichkeit in der Partnerwahl zu begegnen.

Anneka Esch-van Kan

 

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