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Idee
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Idee

Ein echter Schatz für die ganze abenteuerlustige Familie. In 80 Tagen um die ganze Welt – ohne Flugzeug. Junge Leser werden in eine Zeit entführt, in der diese Wette mehr als kühn war und der Wetteinsatz außerordentlich hoch.

Bilder

Detailgetreue, stimmungsvolle Illustrationen, kleine Kunstwerke von Robert Ingpen. Die Darsteller, die Schauplätze wirken ganz wie aus jener Zeit.

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Die Sprache lässt sich Zeit, die Eindrücke lebendig zu beschreiben. Klar strukturierte Sätze führen die Leser in einem melodiösen Sprach-Fluss durch die abenteuerliche Reise. Aus dem Französischen von Maja Ueberle-Pfaff

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Kinderbuch Couch

Buch-Rezension von Kinderbuch Couch Apr 2013

[ab 11 Jahren]

Ausgezeichnet mit dem Kinderbuch-Couch-Star*. Jules Verne, der bereits viele Generationen von jungen Lesern in unbekannte Welten entführt hat, hat mit "In 80 Tagen um die Welt" einen berühmten Klassiker geschaffen. Es war das Jahr 1873 als sein Abenteuerroman um den verwegenen Gentleman Phileas Fogg erstmals veröffentlicht wurde. Damals gab es keine Flugzeuge, nicht einmal gut ausgebaute Schienennetze. Kann ein solches Buch auch heute noch faszinieren?

Phileas Fogg, ein englischer Gentleman durch und durch, wohlhabend, Mitglied des Londoner Reformclubs und gesellschaftlich anerkannt, hat stets exakt die gleiche Tagesroutine. Daher braucht er auch einen Diener, der ihm in seiner absoluten Ordnung und Pünktlichkeit folgt. Da kommt "Passepartout" gerade im rechten Moment, denn er hat schon so viel von der Welt gesehen und erlebt, dass er sich nur nach einem sehnt: Ein ruhiges, absolut berechenbares Leben.

Doch genau diesen Passepartout soll es treffen, dass er mit seinem Herrn, Mr. Fogg - ein Mensch wie "das reinste Uhrwerk!" - das größte Abenteuer erlebt. Auch wenn Mr. Phileas Fogg ein durch und durch ruhiger, ja regelrecht ein wenig unterkühlt wirkender Brite ist, kann er bei einer Wette nicht widerstehen. "Ein echter Engländer scherzt nie, wenn es um etwas so Ernstes wie eine Wette geht" entgegnet Fogg, als man kaum glauben mag, dass er gerade tatsächlich um 20.000 Pfund gewettet hat. Phileas Fogg wettet, dass es ihm gelingt, in 80 Tagen um die ganze Welt zu reisen. Damals war die Vorstellung, diese weite Strecke in so kurzer Zeit zurück zu legen, geradezu verrückt, zumindest aber ziemlich unrealistisch. Würde auch nur die kleinste Schnittstelle auf der Reise ausfallen, der Zug Verspätung oder das Schiff bereits abgelegt haben oder andere unvorhersehbaren Ereignisse eintreffen, wird es unmöglich, die Reise um die Welt in dieser Zeit zu schaffen Die Männer, die gegen Foggs´Wette halten, glauben nicht an den Erfolg des Gentlemans, der mit den 20.000 Pfund sein gesamtes Vermögen riskiert. Dennoch wetten sie mit ihm.

Der stille Mr. Fogg hat mag wohl alles in seinem Kopf bereits geplant haben, denn ehe sich Passepartout versieht, sitzen die beiden mit leichtem Gepäck im Zug von London nach Suez mit Eisenbahn und Dampfschiff...

Was den beiden unterwegs widerfährt, ist viel aufregender als die gefürchteten Verspätungen im Fahrplan der Eisenbahn- und Schifffahrtsgesellschaften. Es ist ein großes Abenteuer, das in die tiefsten Dschungel Indiens führt und in den Weiten Amerikas seinen Lauf nimmt. Erschwerend kommt hinzu, so viel darf wohl verraten werden, dass Phileas Fogg von dem Polizisten Fix verfolgt wird, der glaubt, dass Fogg der gesuchte Londoner Bankräuber ist...

In 80 Tagen um die Welt zu reisen ist heutzutage keine Zauberei mehr und ein Abenteuer wäre es wohl nur bedingt. In der Zeit, als Jules Verne sich dieser verwegenen Idee annahm, war es ein Ding der Unmöglichkeit - aber darüber streiten sich wohl heute noch die Geister. In der von Knesebeck neu veröffentlichten, in nostalgischer Form üppig gestalteten Deutschen Neuauflage aus dem Jahr 2012, werden die Leser/innen in eine Zeit entführt, die ihnen die Waghalsigkeit der Wette eindrucksvoll vor Augen führt. Jules Verne zieht seine Leser/innen auch heute noch so überzeugend in seine Welt, dass kein Gefühl von Fremdheit oder Eigentümlichkeit entsteht. - im Gegenteil. Schnell fühlt man sich in der Welt des Gentlemans heimisch und fiebert mit den beiden Protagonisten mit. Doch es ist wohl vor allem die eigene Neugier und Abenteuerlust, die Jules Verne vom ersten Satz an zu wecken weiß, die uns noch heute diesen alten Klassiker ohne weitere Anstrengung weiterlesen lässt. Die Sprache, aus dem Französischen übersetzt von Maja Ueberle-Pfaff, verlangt uns keine große Umstellung ab. Zwar ist sie in vielerlei Hinsicht ruhiger; sie lässt sich Zeit, Zusammenhänge zu verdeutlichen, Gedankengänge der Mitstreiter zu schildern und die wunderbaren Eindrücke aus den fernen Ländern und ihre Kulturen eindrucksvoll zu beschreiben. Die Sätze sind klar strukturiert, führen die Leser in einem melodiösen Sprach-Fluss durch die abenteuerliche Reise. Keine komplizierten Einschübe, keine Zwischentöne irritieren den Leser und dennoch versteht es Jules Verne, einen feinen Humor in so mancher Situation durchschimmern zu lassen. Mit Jules Vernes harmonischer, leichter Sprache, die nie oberflächlich oder trivial daherkommt, werden leseerfahrende Kinder ab 11 sicherlich gut zurechtkommen.

Einzig die kleine Schrift sowie der dicht gedruckte Satz erschweren es gerade jüngeren Leser, schnell in das Buch zu finden. Sie müssen sich auch durch ein paar gesellschaftliche Plänkeleien, wie man sie damals sicherlich bestens zuordnen konnte, arbeiten. Doch schon mit der Ankunft von Passepartout werden sie für ihr Durchhaltevermögen belohnt, wissen sie doch nun, mit was für einem Gentleman es der gewitzte, kleine Kerl zu tun hat, der stets das Herz am rechten Fleck trägt. Wie fesselnd Jules Verne es neben dem steigendem Spannungsbogen der Geschichte versteht, seine Charaktere reifen zu lassen, kurze Einblicke in den undurchsichtigen und in jeder noch so ausweglosen Situation die Ruhe bewahrenden Fogg gewährt, macht den Reiz dieses zeitlosen Klassikers aus. Über die Pläne und Taktiken des Phieas Fogg lässt er nämlich seine Leser, wie auch Passepartout, meist im Ungewissen. Und wir staunen so manches Mal nicht schlecht, wie geschickt Fogg jede noch so gefährliche Klippe zu umschiffen versteht - und mit welch unglaublichen Ideen!

Durch die nostalgisch wirkenden, üppigen Illustrationen, die von keinem Geringeren als Robert Ingpen stammen, wird das Buch zu einem echten Schatz. Im Vorsatzpapier findet sich eine Karte der Erde, auf der die Reise-Strecke verzeichnet ist. Kinder finden gerade diese Karte faszinierend: Sie suchen und bestimmen dort die Kontinente und Länder und können nachvollziehen, auf welchem Teil der Erde Fogg und Passepartout sich gerade aufhalten.

Die Zeichnungen sind allesamt kleine Kunstwerke und wunderbar detailgetreu. Sie entführen uns geradewegs in eine weit entfernte Welt und in eine Zeit, die nicht weniger wissenschaftlich ehrgeizig war als die heutige. Die Darsteller, die exotischen wie auch wilden Schauplätze zeigt Robert Ingpen in vielen teils freigestellten, teils ganzseitigen, manchmal auch doppelseitigen Illustrationen in natürlichen Braun-und Erdtönen. Sie wirken ganz wie aus jener Zeit, wirken so naturgetreu und so stimmungsvoll, dass man meint, die drückende Hitze, die klirrende Kälte, den kühlen Meereswind oder die wunderbarsten Gerüche aus dem Orient zu erahnen.

Für gemeinsame Leseabende in der Familie kann ich Jules Vernes "In 80 Tagen um die Welt" in seiner Neuaflage mit den beeindruckenden Illustrationen von Robert Ingpen sehr empfehlen. Es eignet sich einfach hervorragend zum Vorlesen und begeistert auch den erwachsenen Leser, garantiert. Gerade mit dem Ende werden junge Leser nicht rechnen. Ein Plot, der bestimmt noch lange nachhallt.

Fazit:

"Jules Verne, der bereits viele Generationen von jungen Lesern in unbekannte Welten entführt hat, hat mit "In 80 Tagen um die Welt" einen zeitlosen Klassiker geschaffen, der auch noch heute seine Leser in Atem hält. Dieses Feuerwerk an Fantasie, an unvorhersehbaren Wendungen und unglaublichen Ereignissen ist einfach faszinierend.

Stefanie Eckmann-Schmechta

 

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