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Einfalls - und abwechslungsreiche Geschichte, die ihre Leser auf angenehme Weise herausfordert. So können aus sympathischen Darstellern schnell zwielichtige Falschspieler werden und die sympahtischen Protagonisten zu echten Helden.

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Die Illustrationen von Ian Schoenherr tragen durch ihre zahlreichen ganzseitigen s/w-Illustrationen zu dem Eindruck bei, einen echten Abenteuerroman, ein besonders und geheimnisvolles Buch in den Händen zu halten.

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Aus dem Amerikanischen von Petra Knese. Auf anspruchsvollerem Niveau, mit stimmungsvollen und facettenreichen Beschreibungen, Leser haben jederzeit das Gefühl, den Schilderungen einer klugen 14-jährigen zu lauschen.

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Kinderbuch Couch

Buch-Rezension von Kinderbuch Couch Jul 2013

[ab 11 Jahren]

Es ist das Jahr 1952 - im "Kalten Krieg" zwischen Ost und West geht es sehr frostig zu - als Jane Scott von Los Angeles nach London umsiedeln muss. Dort lernt sie an ihrer neuen Schule den rebellischen Benjamin Burrows kennen und mit ihm die Geheimnisse eines Buches, das sich als das wertvollste Buch der Alchemie entpuppt. Mit seinen Rezepten und Geheimnissen kann es die Welt verändern und genau deshalb wollen feindliche Agenten die "Pharmacopeia" mit allen Mitteln an sich bringen.

Zunächst ist es für die 14-jährige Janie schwer, sich in dem tristen und grauen London der 50er Jahre zurecht zu finden. Vieles ist vom Krieg noch zerstört und die Menschen sind damit beschäftigt, ihr Leben wieder aufzubauen. In der neuen Schule, in die Janie kommt, lernt sie Benjamin kennen und ist sofort von seiner Klugheit und Eigenwilligkeit fasziniert. Benjamin stammt aus einer sehr alten Apotheker-Dynastie - auch sein Vater besitzt eine Apotheke nicht weit von Janies winziger Wohnung - und liegt im Streit mit seinem Vater, weil er die uralte Familien-Tradition nicht fortführen will. Als der Apotheker eines Tages entführt wird, bleibt Benjamin nichts anderes übrig, als die große Verantwortung für das kostbare Buch die "Pharmacopeia" zu übernehmen; auf keinen Fall darf das Buch in die falschen Hände geraten. Ehe sich Janie versieht, ist sie schon mitten in einem wahren Krimi. Bedroht von den Entführern, müssen die Kinder das Buch in Sicherheit bringen, ohne zu wissen, was es damit überhaupt auf sich hat. Mit Hilfe ihres Lateinlehrers können sie einige Texte übersetzen. Vor allem aber der alte Gärtner des verborgenen Arzeinmittelgartens enthüllt Geheimnisse, die schier unglaublich erscheinen.

Dabei stehen die beiden Kinder bei ihren Nachforschungen stets übermächtigen Feinden gegenüber. Als diese nicht einmal davor zurück schrecken, den alten Gärtner zu ermorden, gerät für Janie und Benjamin die Welt aus den Angeln. Von nun an gibt es kein Entrinnen mehr - und sie wollen auch nicht mehr zurück. Sie entdecken Stück für Stück die Geheimnisse des Buches und verwandeln sich während einer atemlosen Verfolgungsjagd in Vögel, werden sogar unsichtbar und können so die feindlichen Agenten ausspionieren. Nach und nach entlarven sie die Hintermänner des Verbrecherrings. Auf ihrer Flucht erhalten sie Unterstützung von einem klugen Straßenjungen namens Pip und können eine Verbündete aus den Fängen des Geheimbundes retten. Die chinesische Wissenschaftlerin Jin Lo weiß viel über die Kunst der Alchemie und hilft, Benjamins Vater, den Apotheker, in diese Welt zurück zu bringen. Doch die Kinder sind umgeben von Menschen, die ein doppeltes Spiel mit ihnen spielen; angefangen von dem netten Lateinlehrer, der ihnen beim Übersetzen geholfen hat bis hin zu Sergejs Vater, ein russischer Agent , der den Kindern - aus Angst um seine entführte Frau - in den Rücken fällt.

Ihre Häscher sind ihnen so dicht auf den Fersen, dass es fast unmöglich scheint, das Unvermeidbare aufzuhalten - doch als sie erfahren, dass sie für nichts geringerem antreten, als die Welt vor den Folgen der Atombombe zu retten, ist ihnen klar, dass sie alles riskieren müssen. Janie, Benjamin und Pip sind clever: Sie haben gelernt, sich nicht täuschen zu lassen und die Geheimnisse von Pharmacopeia klug einzusetzen.

"Elixirium" erzählt von der kargen, grauen Zeit im Europa nach dem zweiten Weltkrieg. Das Misstrauen zwischen Ost und West ist auf seinem Höhepunkt und jeder hat Sorge, dass es erneut zu einem Krieg kommen könnte. Während der Osten Stimmung gegen die kapitalistischen Westmächte macht, haben diese, die Amerikaner, eine so große Angst vor dem Kommunismus, dass sie selbst ihre Mitbürger verfolgen und schikanieren. Auch Janies Eltern sind gezwungen das Land zu verlassen. Als Drehbuchautoren versuchen sie im tristen London den Aufbau einer neuen Karriere. Diese Umbruch- und Aufbauphase erklärt auch, warum Janie weitestgehend auf sich gestellt ihre Abenteuer bestehen kann - natürlich nicht ohne ihre Eltern und die alte Dame nebenan, die auf sie aufpassen soll, zu täuschen.

Zunächst krank vor Heimweh findet sie in Benjamin nicht nur einen guten Freund, sondern verliebt sich zum ersten Mal in ihrem Leben bis über beide Ohren. Natürlich versucht sie das während der unglaublichen Ereignisse geheim zu halten, doch wir Leser erfahren immer wieder von ihren Hoffnungen und Ängsten, Benjamin könnte die hübsche, aber ziemlich prätentiös daher redende Sarah mehr mögen. Doch es passiert so viel Überraschendes und Fantastisches, dass Janie nicht viel Zeit zum Grübeln hat. Dabei zeigt die amerikanische Autorin Maile Meloy großen Einfallsreichtum. Sie verknüpft die dramatischen Ereignisse um den magischen Alchemismus - und da ist so ziemlich alles möglich - mit den Zutaten eines klassischen Agenten-Thrillers. Die zwielichtigen Hauptakteure - die feindlichen Agenten - sind trotz oder gerade wegen ihrer falschen Fassade sehr reizvoll und machen die Leser umso neugieriger auf deren Hintergründe und Motive. Janies Freunde und Verbündete hingegen sind mutige, kluge aber auch sehr eigenwillige Charaktere. An dieser Stelle sei hier vor allem der Straßenjungen Pip erwähnt, der der Geschichte mit seiner frechen und respektlosen Art noch einmal richtig Schwung gibt und für zahlreiche humorvolle Begebenheiten sorgt.

Zusammen mit den atmosphärisch beschriebenen Schauplätzen und den gut recherchierten Lebensbedingungen der damaligen Zeit, ergibt sich ein durch und durch abwechslungsreicher Roman, bei dem man regelrecht das Gefühl hat, ein Trommelwirbel nach dem anderen fege durch die Geschichte.

Das Buch, vom Verlag ab 12 Jahren empfohlen, ist meiner Meinung nach bereits für leseerfahrene 11-jährige geeignet. Sie werden in "Elixirium" herausforderndes und fesselndes Lesefutter finden. Sprachlich bleibt Maile Meloy zwar auf einem anspruchsvolleren Niveau, mit stimmungsvollen und facettenreichen Beschreibungen, aber an keiner Stelle hat man das Gefühl, das Buch sei zu "hochgestochen" erzählt. Im Gegenteil: Meloy gelingt es ihren Lesern jederzeit das Gefühl zu geben, den Schilderungen einer klugen 14-jährigen zu lauschen. Gemeinsam mit uns Lesern betritt sie den verborgenen Raum ihrer Erinnerungen. Auf diese Weise erleben die Leser/innen mit Janie die abenteuerlichen Ereignisse noch einmal. Maile Meloy versteht es sehr gut ihre jungen Leser durch die Geschichte zu führen, indem sie immer wieder Fäden aufgreift und Zusammenhänge herstellt.

Die Gefahr, die hier unmittelbar durch die skrupellosen Agenten droht, spielt Meloy gekonnt aus - doch dabei hält sie sich mit allzu drastischen Schilderungen zurück und versteht es gut, Nervenkitzel bei den Leser/innen auszulösen. Einzig die Situation mit dem Gärtner, der im Sterben noch ein paar Worte zu den Kindern sagt, könnte als kritisch angesehen werden. Für eher zartbesaitete Kinder und Jugendliche ist dieses Buch wahrscheinlich weniger geeignet. Aber Jungen und Mädchen, die sich schon über eine gewisse Reife und ein entsprechendes Lesepensum verfügen, sei dieses temporeiche Buch auf jeden Fall ans Herz gelegt.

Zu diesem Eindruck - einen fantastischen Abenteuerroman für lesebegeisterte Kinder in den Händen zu halten - tragen auch die zahlreichen ganz- und doppelseitigen schwarz-weiß Zeichnungen von Ian Schoenherr bei. Sie fangen sehr atmosphärisch die Details und besondere Momente des Romans ein und machen das Buch, auch durch ihre beeindruckende Anzahl, und den einfallsreichen Einsatz der Typografie selbst zu einem besonderen, etwas geheimnisvollen Buch.

Fazit:

"Elixirium" bietet einen Trommelwirbel nach dem anderen - nicht nur die Zeit, in der dieses Abenteuer spielt, auch die vielen unerwarteten Wendungen machen dieses Buch zu einem echten Page-Turner. Wer die Gefahr nicht scheut, die Magie der Alchemisten mag und sich gerne auf Spurensuche zwischen Spionen und feindlichen Agenten begibt, der wird in "Elixirium" ein herausforderndes Lese-Abenteuer entdecken.

Stefanie Eckmann-Schmechta

 

Elixirium - Das gefährliche Erbe des Apothekers

Elixirium - Das gefährliche Erbe des Apothekers

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