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Idee
Bilder
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Idee

Lippel bietet für Jungen wie für Mädchen gleichermaßen Identifikationspotenzial. Das Ineinandergreifen von Traum und Wirklichkeit wirkt jedoch etwas konstruiert, der Erzählfluss gerät dadurch an manchen Stellen mühsam.

Bilder

Das in der Mitte des Buchs platzierte "Trollbuch" mit ganzseitigen Illustrationen kommt angesichts der vorher eher spärlichen Bilder etwas überraschend, ist aber mit seinen originell gezeichneten Trollen ein phantasievolles Extra.

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Die Sprache ist unaufgeregt, verzichtet auf überflüssigen Zierrat und ist auch für jüngere Selbstleser gut verständlich. Einige Situationen entfalten sich allerdings eher langatmig...

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Kinderbuch Couch

Buch-Rezension von Kinderbuch Couch Jul 2013

[ab 9 Jahren]

Lippel ist wieder da! Knapp 30 Jahre nach "Lippels Traum" legt Paul Maar ein neues Abenteuer des Jungen mit den Fortsetzungsträumen vor. Der Elfjährige verbringt seine Sommerferien mit den Eltern in Norwegen. Eigentlich wollte er ja gar nicht mitfahren: Schließlich geht hoch im Norden im Sommer die Sonne nicht unter, und wie soll man da träumen? Doch dann trifft Lippel die rätselhafte Luna mit den roten Trollhaaren und ein Abenteuer zwischen Traum und Wirklichkeit beginnt ...

Die knapp drei Jahrzehnte, seit Erfolgsautor Paul Maar 1984 sein zu Recht hoch gelobtes und mehrfach verfilmtes Kinderbuch "Lippels Traum" vorlegte, sind an Philipp Mattenheim, genannt Lippel, und seinen Eltern scheinbar spurlos vorübergegangen. Die Fortsetzung spielt ein Jahr später, Lippel ist mittlerweile elf und träumt immer noch gern. Während er im ersten Band allerdings gar nicht froh darüber war, dass seine Eltern ohne ihn verreisten, drängt er sie diesmal geradezu dazu, ohne ihn in den Urlaub zu fahren. Sie wollen nämlich nach Norwegen, auf die hoch im Norden gelegene Inselgruppe der Lofoten; der Vater zum Angeln, die Mutter zum entspannten Nichtstun und Lesen. Wie langweilig, findet Lippel und versucht seine Nachbarin Frau Jeschke zu überreden, auf ihn aufzupassen. Doch die macht nicht mit und so packt auch Lippel seinen Koffer für den, so fürchtet er, "langweiligsten Urlaub, den je ein Elfjähriger im 21. Jahrhundert erlebt hat".

Die Ferien beginnen ganz so, wie Lippel es befürchtet hatte: Viel mehr als eine schöne Landschaft scheinen die Lofoten nicht bieten zu können. Die Pommes sind durchweicht, die Cola hat einen komischen Namen, im Hafen ist stinkender Stockfisch aufgehängt und es scheint über die Inseln auch nur eine einzige spannende Geschichte zu geben. Doch als Lippel die wilde Luna kennenlernt, ein eigenwilliges rothaariges Mädchen, das aus Deutschland stammt und auf der Insel bei seiner Großmutter Greta lebt, nimmt sein neues Traum-Abenteuer langsam an Fahrt auf.

Lippel kann Luna nicht so recht einordnen. Mal ist sie abweisend, geradezu aggressiv, mal sucht sie Lippels Nähe. Mit ihrer Großmutter teilt sie das Interesse für Trolle, jene norwegischen Sagengestalten, die in den Wäldern und unter der Erde leben und von denen es gutmütige, aber auch böse Vertreter gibt. Lunas Großmutter weiß viel über diese geheimnisvollen Wesen, sie hat einige von ihnen auch gemalt. Aber hat sie sie auch wirklich getroffen? Lippel weiß nicht so recht, was er glauben soll.

Auf jeden Fall bieten die Bilder reichlich Stoff für einen neuen Traum: Lippel trifft darin die Trollin Ganaxa, die Luna auffallend ähnlich sieht, folgt ihr und findet sich plötzlich im Reich des Eistrolls wieder. Seltsame Gestalten mit seltsamen Sitten sind in dieser geheimnisvollen Welt unterwegs - Menschen gibt es dort nur im Märchen. Und hungrig sind die grünhäutigen Gestalten: Alles was aus der Welt "oben" herabfällt, darf gegessen werden. Das könnte für Lippel höchst gefährlich werden. Wie gut, dass so mancher Traum gerade noch rechtzeitig endet, weil Lippels Vater zum Angeln oder seine Mutter zum Frühstückstee ruft.

Doch der Tag bringt nur kurz Entspannung, schon in der nächsten Nacht geht es in der aufregenden Traumwelt weiter. Ganaxa fühlt sich von Lippel getäuscht und schwört Rache. Auch in der Realität gerät Lippel in Schwierigkeiten: Er verrät ein Geheimnis, das ihm Luna anvertraut hatte. Wird sie ihm verzeihen können? Und wird er den Streit mit Ganaxa beilegen? Aus dem allerlangweiligsten Urlaub ist ein echtes Abenteuer geworden.

Ebenso wie Lippels Urlaub braucht auch das Buch einige Zeit, bis es in Fahrt kommt. Maars Stil ist unaufgeregt und für Selberleser gut verständlich - aber sie brauchen Durchhaltevermögen. So richtig spannend wird es nur in Lippels Träumen. Die farbigen Illustrationen dienen zunächst nur als Beiwerk, bis man in der Mitte überraschend auf "Gretas Trollbuch" stößt: Die ganzseitigen Bilder zeigen die grünen, großfüßigen Hauptfiguren der Traumgeschichte und helfen der Phantasie auf die Sprünge.

Das größte Problem des Buchs ist sein Vorgänger. Der zweite "Lippel"-Band tritt ein schweres Erbe an. "Lippel träumt" bezauberte mit einer poetischen Sprache und einer äußerst gelungenen Verbindung von Realität und Traum: Im "echten" Leben sammelte Lippel die Inspiration für seine Träume, die wiederum sein Verhalten im Alltag beeinflussten.

Auch wenn "Lippel, träumst du schon wieder" auf derselben Grundidee aufbaut, hat das Buch nicht den Charme des Vorgängers. Die Komposition wirkt konstruiert, Traum und Leben greifen weniger harmonisch ineinander, die Handlung hat deutlich weniger Schwung. "Lippel, träumst du schon wieder" ist eine nette, kindgerechte Lektüre mit phantasievollen Elementen und einigen Denkanstößen zum Thema Verzeihen, aber leider nicht mehr. Bei jenen Lesern, die den ersten Band kennen, bleibt der schale Nachgeschmack, der sich oft einstellt, wenn die Fortsetzung nicht halten kann, was das Ursprungswerk versprach.

Fazit:

Erfolgsautor Paul Maar nimmt seine Leser auf eine doppelte Reise nach Norwegen: Sein Held Lippel macht in den Sommerferien auf den norwegischen Lofoten bemerkenswerte Bekanntschaften, die ihn bis ins unterirdische Trollreich führen, und es ist nicht immer klar, wen er im Traum trifft und wen im wahren Leben. Zugleich muss der Elfjährige in beiden Welten darum kämpfen, nach einem Vertrauensbruch Verzeihung zu finden. Die reizvolle Idee wirkt leider etwas konstruiert umgesetzt - was vor allem daran liegt, dass sich das Buch am Vorgängerband "Lippel träumt" messen lassen muss und in diesem Vergleich klar unterliegt.

Eva Dignös

 

Lippel, träumst du schon wieder!

Lippel, träumst du schon wieder!

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