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Idee

Ein sympathisch normales Mädchen, eine witzige Elfe - die Hauptfiguren bilden ein originelles Duo mit Potenzial. Auch die übrigen Figuren passen gut ins Bild. Leider wirkt die Handlung an einigen Stellen etwas überfrachtet.

Bilder

Eine halbseitige Schwarz-Weiß-Zeichnung leitet jedes Kapitel ein, einige wichtige Szenen sind zusätzlich festgehalten. Mit ihrem charakteristischen Strich, den man bereits auf dem Einband findet, sind sie eine gute Ergänzung zum Text.

Text

Die Geschichte ist ideenreich, humorvoll und authentisch aus der Sicht der Hauptfigur erzählt. Besonders für die kindlichen Emotionen findet die Autorin einfühlsame Worte.

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Kinderbuch Couch

Buch-Rezension von Kinderbuch Couch Jul 2013

Das Leben ist manchmal ganz schön anstrengend, wenn man neun Jahre alt ist, drei streitlustige ältere Brüder hat, beim Umzug von der Stadt aufs Land die beste Freundin zurücklassen musste und noch dazu eine der größten Angsthaberinnen der Welt ist. Eine Elfe könnte da mit ihren Zauberkräften vielleicht hilfreich sein. Doch als Pippa auf die Elfe Emilia trifft, wird erst einmal alles noch komplizierter. Denn Emilia ist ein höchst eigenwilliges Wesen.

Pippa ist neun, wäre aber am liebsten schon zehn. Und auch sonst verläuft ihr Alltag nicht ganz so, wie sie es gern hätte: Ihre drei älteren Brüder nerven und fesseln sie im Campingurlaub auch schon mal in bester Indianermanier an einen Baum. Ihre beste Freundin wohnt weit weg, seit Pippas Familie aus der Stadt in ein Dorf gezogen ist. Und eine neue Freundin, die wie sie Geschichten und neue Wörter mag, hat sie auch noch nicht gefunden. Ein Lichtblick ist der Malkurs, den ihre Mutter im Altenheim gibt und zu dem Pippa mitkommen darf, damit sie den Streichen ihrer Brüder aus dem Weg gehen kann.

Eine der Teilnehmerinnen ist Oma Dotti, die eigentlich ganz anders heißt, aber einen unaussprechlichen Namen hat. Sie sitzt im Rollstuhl, weil ihre Beine schlafen, ist aber ansonsten hellwach und malt die buntesten Bilder, weil ihr Kopf voll ist mit "bunten Gedanken". Oma Dotti kann wunderbare Geschichten erzählen - aber sie kann auch zuhören. Und so schüttet Pippa ihr das Herz aus, erzählt von den lästigen Brüdern, von ihren Sorgen, von ihrer Angst. Zum Abschied hat die alte Dame ein Geschenk für Pippa: Sie vertraut ihr die Puppe Emilia an. Die sieht ein bisschen ungewöhnlich aus mit ihrem strubbeligen Haar, dem zerrissenen Kleid, den knallroten Lackstiefeln und dem Pflaster am Knie - und eigentlich fühlt sich Pippa auch schon zu alt für Puppen. Doch Oma Dotti ist überzeugt: "Sie hat etwas, das du gut gebrauchen kannst."

Was das sein soll, ist Pippa zunächst nicht ganz klar. Aber wie lautet die Devise ihres Vaters? "Praktisch denken", sagt er doch immer und so erklärt Pippa die Puppe kurzerhand zu ihrer neuen Freundin. Wie sehr Emilia tatsächlich zur Freundin taugt - wenn auch zu einer etwas komplizierten - erfährt Pippa schon wenig später. Denn die vermeintliche Puppe ist höchst lebendig. Und sie ist eine waschechte Elfe - auch wenn sie ganz und gar nicht danach aussieht. Denn Emilia ist kein zartes Wesen: Emilia ist "einfach nur pompös", schmollt gern und ausdauernd, steckt voller Einfälle und fordert Pippa genau die Dinge ab, die sie aus Furcht bisher lieber gelassen hat: trotz Höhenangst auf dem Dachboden oder im Wald nach der Elfenkatze Zimtundzucker zu suchen zum Beispiel. Die ist nämlich entführt worden und muss nun befreit werden - nachts, bei Regen, aus einer finsteren, von Fledermäusen bewohnten Höhle! Aber mit Unterstützung ihrer Elfenfreundin schafft Pippa auch das: Aus dem ängstlichen Mädchen ist die "nahezu unerschrockene Pippa" geworden.

Mit Pippa hat Autorin Barbara von den Speulhof eine sehr sympathische Kinderbuchfigur geschaffen: ein ganz normales Mädchen mit Alltagssorgen und einem Faible für originelle Worte, keine Superheldin. Die Geschichte wird als Ich-Erzählung aus ihrer Perspektive geschildert und überrascht immer wieder mit sehr sensiblen Formulierungen für die Gedanken und Empfindungen des Mädchens. Zu schön ist beispielsweise eine Szene, in der Pippa mit sich und ihren neugierigen Fingern kämpft, ob sie Emilias Koffer öffnen soll, obwohl ihr Oma Dotti das doch eigentlich streng untersagt hat: "Ich wollte keinen Krach mit meinen Fingern haben. Die brauchte ich schließlich noch."

Die Entwicklung Pippas vom furchtsamen zum "nahezu unerschrockenen" Mädchen ist glaubhaft und unterhaltsam erzählt, gerade weil immer ein Augenzwinkern bleibt und die Geschichte sich selbst nicht zu ernst nimmt. In Pippas Familie ist niemand perfekt, sondern man bleibt sympathisch normal, und es ist offensichtlich, dass sich daran auch nach Pippas Abenteuer nichts ändern wird. Das gilt auch für Emilia: Mit ihrem "vollschlank-pompösen" Auftreten ist sie eine höchst untypische und gerade deshalb sehr gelungene Elfenfigur.

Durch die konsequent auf Kindersicht verlegte Erzählperspektive zielt das Buch vor allem auf Mädchen im Alter der Hauptfigur ab. Sie werden sich ernst genommen fühlen, denn das Buch spricht auf angenehme Weise ihre Sprache und setzt auch komische Elemente in einem angemessenen Maß ein.

Leider vertraut die Autorin der Kraft ihrer Sprache und ihrer Figuren nicht ganz und führt neben dem Haupthandlungsstrang zu viele weitere Elemente ein: Pippas wilde, bedeutungsschwere Träume zum Beispiel oder das Geschichtenbuch, das sie auf Oma Dottis Anregung hin führt. Sie lassen den Erzählfluss der ersten Pippa-Geschichte an einigen Stellen etwas holprig erscheinen. Da wäre weniger mehr gewesen. Dennoch macht die erste Folge neugierig auf weitere Pippa-Bände, von denen einer bereits erschienen ist. Denn dieses kuriose und zugleich sympathische Duo hat Potenzial für noch einige Abenteuer.

Fazit:

Eine vollschlanke Elfe mit Pflaster auf dem Knie? Eine Katze, die in einen Koffer passt? Schnell wird klar, dass "Pippa, die Elfe Emilia und die Katze Zimtundzucker" keine ganz normale Elfen- oder Feengeschichte ist. Die Botschaft, dass man mit etwas Mut und Unterstützung Dinge schafft, die man sich nie zuvor zugetraut hat, ist in eine gelungene Mischung aus Alltags- und Phantasiegeschichte verpackt. Die originellen Figuren machen Lust auf mehr und die einfühlsame Sprache lässt über kompositorische Schwächen hinwegsehen.

Eva Dignös

 

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