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Idee

Hier wurde wirklich darüber nachgedacht, wie Kinder die Bibel besser verstehen und erleben können. Durch die Erzählweise in verschiedenen Kurzgeschichten wird nur das Wichtigste gesagt, ohne das Wesentliche vermissen zu lassen.

Bilder

Leider können die Illustrationen nicht in der Weise wie die Geschichten überzeugen: Sie wirken flüchtig und rauh und häufig auch zu distanziert. Dennoch verfügen sie teilweise über eine starke Symbolik.

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Die Sprache dieser Bibelgeschichten ist lebendig und über sie können Kinder selbst komplexere Zusammenhänge verstehen. Dennoch finden wir einige Anteile der „alten Sprache“, die aber keinesfalls störend, sondern durchaus passend sind.

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Kinderbuch Couch

Buch-Rezension von Kinderbuch Couch Mai 2005

Das Leben Jesu, aus dem Neuen Testament, ist in den ";Geschichten aus der Bibel"; selbst für Kinder ab 4 Jahren interessant und feinfühlig erzählt. Dabei werden viele Botschaften und Fragen in einer für Kinder verständlichen Sprache geschrieben, ohne den entscheidenden ";Tiefgang"; vermissen zu lassen.

In dem handlichen Vorlesebuch über die Lebensgeschichte Jesu, erzählt von Manfred Mai, wird in über 50 Kurzgeschichten die komprimierte Form des Neuen Testaments wiedergegeben. Diese haben ihre ganz eigenen Überschriften wie etwa ein ";Überraschender Besuch"; für die Erscheinung eines Engels, der Maria verkündet, dass sie ";Ein besonderes Kind"; (Titel der zweiten Geschichte) zur Welt bringen wird. Bereits zu Beginn von Manfred Mais Erzählungen wird klar, dass hier in die alten Überlieferungen des Neuen Testaments eine lebendige Erzählweise Einzug gehalten hat. Denn er erzählt ganz lebensnah, wie Maria zunächst ganz und gar ungläubig ist und dem Engel fragt, wie sie ein Kind bekommen könne, wenn sie doch mit gar keinem Mann zusammen ist. Aber auch die Zweifel von Josef, ihrem damaligen Verlobten, werden menschlich und auch für Kinder nachvollziehbar erläutert. Wir erleben in den ersten Geschichten, wie die junge Familie vor dem König Herodes flieht, wie sie zunächst in Ägypten leben und schließlich in ihre Heimat zurückkehren. Zum ersten Mal bricht Jesus aus seiner Familie aus und bleibt, entgegen der Absprachen, im Tempel (";seines Vaters";) zurück anstatt mit den anderen heimwärts zu ziehen. Schließlich begreifen Maria und Josef dass sie wirklich ein sehr besonderes Kind großziehen...

In den weiteren Erzählungen erfahren Kinder vieles über Nächstenliebe, über den Mut zur Wahrheit zu stehen und darüber, Menschen vorurteilsfrei zu lieben. Sie erfahren, dass für Jesus jeder Mensch wertvoll ist und dass Gott nicht den tadellosen Gläubigen mehr liebt, als den, der in seinem Leben Fehler gemacht hat...aber auch auf die Frage wie man ";richtig"; betet, erhalten Kinder eine eindrucksvolle Antwort. Ebenso wie auf die Frage, welcher höheren Instanz wir im Zweifel eher ";folgen"; sollten: Unseren Gesetzen oder unserem Gewissen?

In den ";Geschichten aus der Bibel"; wird aber auch nichts beschönigt; selbstverständlich kann die Kreuzigung und die Leiden Christi nicht so ";verpackt"; werden, dass sie Kindern nicht furchtbar und grausam erscheinen.

Dennoch driften die Geschichten auch zu dem bekannten Ende hin meiner Meinung nach nicht in Hoffnungslosigkeit und Schwermütigkeit ab. Was schlimm ist, darf so sein - aber die Hoffnung klingt bei allen Geschichten, die Manfred Mai so klar auf den Punkt gebracht hat, durch. Ihm gelingt es, diese schweren Dinge geradeheraus und ohne ins Schlingern zu geraten, wertfrei und dennoch gefühlvoll zu vermitteln. Die Umstände etwa, wie Jesus verurteilt wird und warum ein Verbrecher seiner statt begnadigt wird, ist und bleibt ein schwieriges Thema und es bedarf gerade an solchen Stellen der Hilfe der vorlesenden Erwachsenen.

Die hier verwandte Sprache befindet sich sozusagen innerhalb der kindlichen Welt, ohne zu sehr in das Umgangsprachliche auszubrechen. Wichtige ";Essenzen"; des Neuen Testaments hingegen wurden so weit übernommen, dass wir sie alle wiedererkennen und -bei Verständnisproblemen seitens der Kinder- erklären können. Dies ist keinesfalls ein Mangel der Erzählform, denn diese überlieferten Sprachanteile sind so wahr und markant, dass sie weder einer stark vereinfachten und schon gar nicht einer ";hochgestocheneren"; Sprache bedürfen. So finden wir das";Bibelgefühl"; auf ganz andere, viel lebendigere Weise wieder.

Jede Geschichte umfasst meist nicht mehr als eine Doppelseite und wird in der Mehrzahl, je nach Textumfang, mit großflächigen Illustrationen begleitet.
Ein wenig Kritik muss an dieser Stelle dennoch sein: Die hier verwandten Illustrationen vermögen nicht so recht überzeugen. Mit Bleistift konturiert und in Aquarellfarben coloriert wirken sie eher kühl und distanziert und lassen eine gewisse Tiefe vermissen.

Ihre eher erdigen Farben wirken manchmal etwas kühl und rauh und die Ausgestaltung erscheint an manchen Stellen oberflächlich und flüchtig.

Die dargestellten Menschen, u. a. auch die Haupterson Jesus, lassen einen eigenen Ausdruck vermissen. Zwar bieten die Illustrationen von Jan Lieffering eine gute Symbolik zu der betreffenden Handlung, sie sind aber allzu häufig nur eine Darstellung, die viele Emotionen der zuhörenden Kinder ohne Resonanz lassen. Andererseits mögen auch viele argumentieren, dass eben solche Darstellungen der eigenen Auseinandersetzung mit den Geschehnissen föderlicher sind, als allzu sehr ";vorgefertigte"; Eindrücke seitens der Illustratoren. Und andere mögen auch ganz richtig reklamieren, dass gerade zum Ende hin, zum Leidensweg hin, wahrlich keine detailgenauen und lebensechten Darstellungen in einem Kinderbuch hilfreich sind. Das wären, wie bereits erwähnt, alles ganz richtige Einwände, die mir auch in den Sinn gekommen sind. Ich aber würde mir zu dieser so lebendigen Sprache und Erzählweise auch ebensolche Illsutrationen wünschen, die voller Licht und Energie sind und den Kindern beim Betrachten immer wieder ein gutes Gefühl vermitteln. Bei den vorliegenden Illustrationen bleibt aber vieles unpersönlich und oberflächlich - und das ist gerade bei diesem Buch schade.

Ein Kompliment und ein großes Plus für dieses Buch aber ist der umfangreiche Anhang. Hier kann man alle alten Wörter und Bezeichnungen unter der Überschrift ";Wichtige Begriffe"; finden. In alpabetischer Reihenfolge von A wie Apostel, bis Z wie Zöllner, stehen alle im Buch verwandten Bezeichnungen, die sehr aufschlußreich erläutert werden. Wer aber noch mehr über das Neue Testament und das Leben Jesu erfahren will, kann im Anschluss daran eine weitere Auflistung der Bibelstellen zu den jeweiligen Geschichten finden. Dies allerdings wird wohl eher für die älteren Kinder interessant sein. Am Schluss - und das macht dieses Buch umso kindgerechter - findet sich eine Karte auf der man die Orte, wo Jesus sich einst aufhielt, lokalisieren kann. Auf diese Weise können Kinder sich die Entfernungen und die Lage der Orte besser vorstellen und einen Eindruck über Jesus´";Lebensweg"; erhalten.

Fazit:

Meiner Meinung nach ist das Neue Testament ohnehin der ";spannendste Teil"; der Heiligen Schrift - auf jeden Fall für die Kinder. Dabei ist es eben so wichtig, dass seine Inhalte und Gleichnisse klar und verständlich erzählt werden. In dem vorliegenden Buch wird Jesus den Kindern wirklich nahe gebracht, sie erfahren ihn selbst als einen Menschen, der dafür lebte, unsere Welt zu einem besseren Ort für uns Menschen zu machen. Seine Botschaften werden in den ";Geschichten aus der Bibel"; sehr einfach und einfühlsam in die kindliche Sprache hinübergetragen und sie dringen trotz dieser einfachen Form zu uns - vielleicht sogar gerade deshalb.

Mich hat besonders gefreut, dass es bei dem vorliegenden Exemplar einmal nicht um ein ";starr"; erzähltes ";Bibelepos"; für Kinder handelt, wo der erhobene Zeigefinger beinahe auf jeder Seite zu lauern scheint, sondern Geschichten erzählt werden, die nahe am Leben sind. Sie lassen den Kindern damit Raum und die Möglichkeit, mit- und nachzuempfinden. Jesus ist als bescheidener, starker Held für die Kinder unserer Tage immer noch so aktuell wie eh und je - und in dieser Weise vermittelt, können Kinder hier auch viele Hilfestellungen für das menschliche Miteinander finden und annehmen.

Stefanie Eckmann-Schmechta

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