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Ein Halbelfenjunge als Cowboy, der es mit Trollen, Kobolden und anderen Fantasy-Gestalten aufnimmt, um den Mörder seines Vaterszu fangen, der wilde Westen als Kulisse und der dauergutgelaunten Geist eines Pokerspielers als Partner und Helfer – das kann e

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Alle paar Seiten gibt es eine seitenfüllende Illustration, mit feinem Strich detailreich gestaltet, dazu sind kleinere Illustrationen und witzige Schilder und Texte in den Text eingestreut.

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Dieses Buch ist definitiv ein Selbstlesebuch – es ist langsam geschrieben und an manchen Stellen etwas steif und manchmal ungereimt. Beim Lautlesen fällt das bisweilen unangenehm auf, leise liest es sich locker drüber weg.

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Kinderbuch Couch

Buch-Rezension von Kinderbuch Couch Okt 2013

ab 9 Jahren

Will Gallows ist 14-Jahre und lebt in einer Wild-West-Fantasywelt. Sein Vater war Hilfsheriff und wurde im Einsatz ermordet. Nun jagt Will den Täter, den Schlangenbauchtroll Noose Wormworx. Der Sheriff der Stadt scheint zu bequem, die Sache noch mal aufzurollen und seine Oma, bei der lebt, darf nichts davon wissen. Also macht er sich allein auf den Weg, nur begleitet von seinem fliegenden Windpferd Moonshine.

Ein Western? Ein Krimi? Fantasy? Genau einordnen lässt sich diese Geschichte nicht, und das muss sie ja auch nicht. Will ist 14 Jahre alt und lebt in einer Welt, die rein landschaftlich an den guten alten Wilden Westen erinnert: die Farm seiner Oma steht auf dem Kaktusfelsen, die Städte heißen Deadrock oder Midrock City, es gibt Rinderweiden, Revolver, Sheriffs und fauchende Dampfzüge. Die Bevölkerung dieser Landschaft dagegen entstammt zum großen Teil der guten, alten Fantasywelt: Trolle leben hier, geflügelte Pferde, Elfen, Kobolde, Drachen, Oger, Zwerge. Und ein paar neue hat der Autor auch dazu erfunden: Stykes zum Beispiel, haarige Biester, die wie Stalaktiten in Felsenhöhlen hängen, sich auf den Rücken von Menschen und Tieren fallen lassen und ihnen in sekundenschnelle das Fleisch von den Knochen nagen.

Will selbst ist Halbelf - seine Mutter war Elfe, sein Vater Mensch - und Waise, denn beide sind zu Beginn der Geschichte bereits tot. Die Mutter schon lange, der Vater erst seit kurzem, umgekommen bei einem Einsatz als Hilfs-Sheriff. Damit kommt der Kriminalfall in die Geschichte: Will jagt nun den Mörder seines Vaters, den gefürchteten und in schönster Wildwestmanier steckbrieflich gesuchten Schlangenbauchtroll Noose Wormworx. Um ihn hinter Schloss und Riegel zu bringen macht er sich heimlich - damit seine Oma sich keine Sorgen macht - und allein - weil der Sheriff Slugmarsh seine Hilfe verweigert - auf die Suche. Mit dabei ist nur Moonshine, genannt Shy, sein fliegendes Pferd.

Doch den berüchtigten Troll aufzuspüren ist nicht einfach, ihn zu schnappen noch weniger. Hilfe bekommt er von seinen neuen Freunden: dem Zwergenmädchen Jez und Henk; ein alter Pokerspieler, der im Streit um ein Kartenblatt seinen Kopf verloren hat und nun als Geist durch Deadrock streift.

Alle paar Seiten gibt es eine seitenfüllende Illustration mit feinem Strich detailreich gestaltet, die man sich gerne anschaut. Kleinere Bilder sind eingestreut: Drachen, Kuchen, Kartenspiele, Kreaturen und oft auch Schilder, Steckbriefe, Grabsteine mit witzigen gereimten Sprüchen: "Zu Tode er kam, die Zunge flink, doch beim Schießen zu lahm."

Genug Stoff also, um aus den drei verschiedenen Handlungssträngen eine spannende, abwechslungsreiche, auch lustige Geschichte zu flechten. Wenig überraschend gibt es dabei auch die ein oder andere überraschende Wendung: zum Beispiel ist der wahre Mörder nicht der Troll, sondern Sheriff Slugmarsh selbst; weil er mit dem Troll unter einer Decke steckt, heimlich eine Goldmine betreibt, die wegen Felssturzgefahr seit Jahren stillgelegt ist. Wills Vater war den beiden auf die Schliche gekommen und musste aus dem Weg geschafft werden.

Dieses Buch ist ein Selbstlesebuch. Es ist an manchen Stellen steif, langsam und unausgegoren - über die stolpert man beim lauten Vorlesen. Im Buchfresser-Modus lässt sich locker darüber hinweglesen. Zum Beispiel, wenn Will altkluge Lebensweisheiten zum besten gibt, wie diese: "Wenn doch nur die verschiedenen Bewohner ihre Vorurteile über Bord werfen würden, dann gäbe es vielleicht doch eine gemeinsame Zukunft für uns alle". Dass Wills Pferd sich mehr benimmt wie ein Hund, mit dem Schwanz wedelt, den Kopf in den Wind hebt und schnuppert; und dass die beiden sich nicht einfach unterhalten - sondern "ratter-schnattern".

Kinder, die sich in ausgedachten Welten verlieren können und sie nicht befremdlich konstruiert finden, sondern faszinierend, werden in diesem Buch voll auf ihre Kosten kommen. Cowboy-und-Indianer-Fans eher weniger. Der Wilde Westen ist nicht viel mehr als Kulisse, die dem Leser ab und zu mit ein paar Zitaten wieder vor Augen geführt wird: wenn die Dampflok über die Ebene stampft, wenn Weidezäune zu reparieren sind, wenn zwei verknäulte Raufbolde aus den hin-und- herschwingenden Flügeltüren des Saloons taumeln, wenn der Sheriff mit der Knarre in der Hand dösend in seinem Schaukelstuhl sitzt oder Will mit einem Stück Brot die letzten Bohnen vom Teller wischt.

Und es gibt einen ordentlichen Showdown, nach dem es dann alles gut ausgeht.
Dass Will ein halber Elf ist, wird in Band 1 nicht groß thematisiert und bis auf seine großen Ohren scheint er ein recht normaler 14-Jähriger zu sein. Das dürfte im bereits angekündigten Band 2 anders werden. Darin soll es um Donnerdrachen gehen- Tierchen, die im Flug Vögel grillen und sicherlich noch ein paar Überraschungen und Gemeinheiten mehr auf Lager haben. Und wie es mit Will und Jez weitergeht, wird sicherlich auch interessant.

Fazit:

Ein Halbelfenjunge, der mit einem geflügelten Pferd, einem Zwergenmädchen und einem kopflosen Geist zwischen Trollen, Kobolden, Ogern und anderen Kreaturen einen korrupten Sheriff zur Strecke bringen will; das alles angesiedelt in einer an den guten alten Wilden Westen erinnernden Kulisse - ergibt spannendes, humorvolles und abwechslungsreiches Lesefutter für alle, die lange - und langsame - Geschichten mögen. Nicht nur für Jungs.

Sigrid Tinz

 

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