Couch-Wertung:

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Idee
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Idee

Der Erzähler mit frechem Mundwerk macht eine Identifikation einfach. Teufel Asmoduin – ein Unsympath durch und durch.

Bilder

Auflockerung am Rande: Ein Daumenkino lässt den wütenden Teufel stampfend über die Buchseiten tanzen.

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Freche Jungensprache, gespickt mit witzigen Vergleichen mit manchmal sehr komplizierten Sätzen.

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Kinderbuch Couch

Buch-Rezension von Kinderbuch Couch Okt 2013

"Die Hölle ist leer, und alle Teufel sind hier!". Mit diesem Shakespeare-Zitat startet Jens Schumacher in sein neues Buch "Asmoduin: Nervensäge aus der Hölle". Darin versteckt sich jedoch nur ein Teufel - aber das reicht auch. Er heißt Asmoduin und hat es faustdick hinter seinen kleinen roten Hörnern...

Robert, 13 Jahre und siebente Klasse, ist ein normaler Halbstarker mit großer Klappe, Übergewicht und umso geringeren Ansehen bei seinem Klassenkameraden. Im Sportunterreicht bleibt er immer bis zuletzt auf der Bank sitzen. Dass er ein Ass in Mathe ist, macht ihn nicht gerade beliebter. Typen, die besser rechnen können als ihr Lehrer, sind ihren Mitschülern eben unheimlich.

Die eigentliche Geschichte beginnt mit einer fratzenhaften Dämonenmaske, die Robert auf dem Trödel kauft. Die merkwürdige Schnitzerei darauf entlarvt Robert ziemlich schnell als mathematische Formel. Just als die Turmuhr der Marktkirche Mitternacht schlägt, hat Robert die Formel gelöst, ein dumpfer Schlag ertönt und im Zimmer riecht es scharf und stechend. Von diesem Moment an fühlt sich Robert nicht mehr alleine. Doch geht noch einige Zeit ins Land, bis sich die mysteriöse Erscheinung zeigt.

Zuerst kommen ein Haufen Schokoriegel abhanden, später sorgt ein physikalisches Phänomen für eine schlecht Schulnote, dann geht auf mystische Weise einiges Porzellan zu Bruch und der eigentlich so unsportliche Robert verbringt wahre Meisterleistungen im Handball. Einiges passiert also, bevor sich der Teufel Asmoduin in seiner ganzen Pracht zeigt. Er sieht aus wie ein kleiner Junge: Rot von Kopf bis Fuß mit einer ebenfalls roten Latzhose und einer kleinen Öffnung auf der Rückenseite für den gepfeilten Schwanz. Sein pausbäckiges Mondsgesicht ist umrahmt von kurz geschnittenem, grellrotem Haar. Über den kleinen Schweinsäuglein zwei Beulen, die fast orange glänzen.

Ähnlich auffallend wie sein Äußeres ist allerdings auch sein Benehmen - ganz davon abgesehen, dass er in atemberaubender Geschwindigkeit Roberts Schokoriegel verputzt. Für Robert ist klar: Asmoduin muss weg! Doch das ist gar nicht so einfach, da dem kleinen Teufel bei Chips und Fernseher das irdische Leben ganz gut zu gefallen scheint.

Jens Schumacher, der auch für Erwachsene schreibt, versteht es sehr gut, einen spannenden und gleichsam unterhaltsamen Plot zu stricken. Bis zum Schluss ist unklar, wo die Geschichte hinführt. Der in Mainz lebende Autor lässt seine Handlung im englischen Sprachraum spielen, ohne einen Ort zu nennen. Darauf deuten nicht nur die Namen hin, sondern auch Erwachsenen werden mit Mister oder Miss angeredet.
Dass sich die Figuren mit überzeugenden Charakteren darstellen, macht aus dem Buch eine runde Sache. In Robert, dem pummeligen, rotzfrechen und nicht allzu beliebten Antiheld, finden sich sicher viele seiner Altersgenossen wieder. Asmoduin, der alle negativen Eigenschaften in sich vereint, ist äußerst nervig und verfressen - also ein Unsympath durch und durch, der am Ende doch emotionale Regungen zeigt.

Die Geschichte wird in 13. Kapiteln (wenn das nichts zu sagen hat!) von Robert mit frecher Klappe erzählt und ist mit höllischen Vokabeln gespickt. Wortschöpfungen wie "Magmadämon" oder "Transdimensionale Barrieren" sind ebenso amüsant wie die illustrativen Vergleiche: "Ein Grinsen, schiefer als der Turm von Pisa" oder "Als mein Wecker klingelte, trafen mich zwei grässliche Erkenntnisse wie Schläge mit einem kalten Waschlappen." Man fragt sich jedoch mitunter, ob Kinder im Alter von 13Jahren wirklich derart schlagfertig sind über ein solch lockeres Mundwerk verfügen? An manchen Stellen scheint die Sprache zu aufgesetzt. Auch so manch komplizierter Satz passt nicht so richtig zum Wortschatz eines Jungen in dem Alter.

Die dichte Handlung wird durch ein Daumenkino in der unteren Ecke des Buches hervorragend komplettiert. Mit wütend leuchtenden Augen hüpft der wütende Teufel über die Seiten und erinnert dabei an Rumpelstilzchen. Und während man das Daumenkino bedient, Asmodiun stampfend über die Buchecken huscht, glaubt man zu meinen, dass er sich gerade jetzt über die leeren Schokoriegel ärgert.

Fazit:

Hölle trifft auf Kinderzimmer: Wenn ein Junge und ein Teufel zur Zweisamkeit verdammt sind, sind Turbulenzen vorprogrammiert. Das Buch basiert auf einer schönen Idee und ist mit einer dichten Handlung umgesetzt. Optimale Voraussetzungen zum weg lesen in einem Rutsch. Dass der Autor am Ende der Geschichte eine Hintertür offen hält, könnte eine Fortsetzung bescheren.

Katrin Czerwinka

 

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