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Die Helden befinden sich stets auf einem ziemlich schmalen Grat zwischen Satire und Krimi. Witzige Darsteller und skurrile Wendungen sind überweigend erfrischend anders.

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Coverillustration und kleine s/w Vignetten zu Anfang eines Kapitels von Andi Meier.

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Witzig und pointiert, manchmal auch etwas lakonisch erzählt, macht das Buch gerade zum Ende hin richtig viel Vergnügen und weiß seine jungen Leser/innen gut zu unterhalten.

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Kinderbuch Couch

Buch-Rezension von Kinderbuch Couch Okt 2013

Was haben ein entführter Pudel, eine Kinderbesserungsanstalt und ein Labskaus-Rezept gemeinsam? Auf den ersten Blick ja schon mal gar nichts, aber die Autoren Ina Rometsch und Martin Verg erzählen in einem der wohl abgedrehtesten Krimis für Kinder nicht nur eine haarsträubende Geschichte, nein, auf seine eigene Weise ist alles ganz logisch und kam so...

... die beiden Freunde Oskar und Zack führen den weißen Pudel "Beißer" - der eigentlich ja Raisa heißt - auf einen Spaziergang aus. Als Oskar von seinem Freund das Geburtstagseis spendiert bekommt und sie den vor der Eisdiele angeleinten Pudel wieder mitnehmen wollen, ist "Beißer" verschwunden. Der Anruf bei der Polizei erweist sich leider nicht als besonders klug, denn Zack und Oskar werden von Polizeimeister Harro Ungern kurzerhand in die Kinderbesserungsanstalt am Elbstrand eingeliefert. Zack hat echtes Pech, denn dessen Mutter befindet sich zurzeit weit weg auf Urlaubstour durch Südeuropa. Oskar hat etwas mehr Glück und wird noch rechtzeitig von seiner viel beschäftigten Mutter wieder abgeholt, ehe die Sonne untergeht.

Eine vertrackte Lage: Wenn Zack es nicht übers Herz bringt, seine Mutter nicht aus ihrem wohl verdienten Urlaub zurück zu holen, welcher Erziehungsberechtigte soll ihn dann aus diesem schrecklichen Arbeitslager für Kinder herausholen? Seine ältere Schwester, Charlie, ist zunächst keine große Hilfe, sie ist mehr mit ihrer wöchentlich wechselnden Frisur beschäftigt und realisiert zunächst gar nicht, dass noch ein Familienmitglied fehlt.

Direktorin Paloma Hansen hat derweil Zack zum Arbeitsdienst eingeteilt - in der eigenen Labskaus-Fabrik. Ein kluger Schachzug der Inhaberin: Sie lässt ohne weitere Lohnkosten Labskaus-Konserven produzieren und kassiert noch das Lob und die Mittel der Stadt, denn sie soll ja aus den Kindern, die ein wenig oder mehr aus der Spur geraten sind, wieder anständige Menschen machen. Zum Glück lernt Zack die clevere Elektra kennen, die sich mit viel technischem Geschick und geheimdienstlerischem Spürsinn auf die Suche nach den Ungereimtheiten macht - die offensichtlich werden als Oskar bei seinen Recherchen erfährt, dass der entführte "Beißer" der Pudel der Direktorin ist.

Oskar, der mehr als heimlich in Charlie verknallt ist, gelingt es schließlich doch, Zacks Schwester von der Dringlichkeit der Situation zu überzeugen. Doch bis es endlich zur Befreiung von Zack aus dem Kinderbesserungsheim am Elbstrand kommt, muss Oskar eine merkwürdige Entdeckung bei den Abwasserrohren machen und es muss der etwas unterbelichtete Assistent Anderling überlistet werden. Doch dann kommt doch alles anders als gedacht, denn Oskar, Zack, Elektra und Charlie sind auf eine Spur geraten, die alles erklärt - auch die Entführung des Pudels - aber keinesfalls, das wird ihnen im Verlauf einer Nacht klar, wie das nahende Unglück zu vereiteln ist.

Keine Frage das Autorenteam Ina Rometsch und Martin Verg verstehen es, in ihrem Krimi eine Menge Spuren zu legen, die zunächst in überhaupt keine Richtung führen - so scheint es zumindest. Was haben zum Beispiel die einzelnen Testreihen, die detailliert aufzählen, welche Zutaten, welchen Säuregehalt oder Eigenschaften eine bestimmte Mischung hat und wie sie bei den Laborversuchen gewirkt hat - vorausgesetzt die Labormäuse sind nicht wieder ausverkauft?
Und was hat die Pudelentführung bitteschön damit zu tun? Warum will die offensichtlich Erpresste nichts davon wissen? Und: Was ist das Geheimnis des Labskaus-Rezepts? Wie diese Testreihen-Protokolle finden sich die Indizien unerwartet immer wieder inmitten der Geschichte wieder und machen - natürlich - erst am Ende wirklich Sinn (weshalb es gerade am Ende besonders erheiternd ist, diese einzelnen Tests noch einmal durch zu lesen.) Es ist schwer, nicht allzu viel vorab zu verraten, denn gerade diese Ungereimtheiten machen ja schließlich den Reiz dieses kleinen Kriminalstücks aus.

Doch zunächst braucht man schon etwas Durchhaltevermögen bis sich mehr und mehr Rätsel klären - wobei die beiden Autoren schnell zu dem besagten Freitag, den 24. Juli finden, an dem eigentlich alles passiert. In einzelnen Zeitabschnitten und in kurzen, knackigen Kapiteln gegliedert, wird die Geschichte rasanter und rasanter.

Jede Menge schräge Typen mit verkorksten Persönlichkeiten - eigentlich sind die einzig "normalen" Menschen die Kinder selbst - und witzige Dialoge begleiten die Auflösung des Falls und unterstreichen damit, dass es sich um eine etwas andere Art von Kriminalgeschichte handelt, bei der man nicht alles zu ernst nehmen sollte. Am Ende ist alles dennoch logisch; einzig rätselhaft bleibt mir, warum so viel Gewicht auf das Hairstyling der großen Schwester Charlie gelegt wurde.

Die Geschichte bewegt sich einerseits - theoretisch - ganz innerhalb der realistischen Bahnen, doch angefangen von der Einweisung ins Heim über die Zwangsarbeiten dort, bis hin zu dem Showdown befindet sich die Geschichte stets auf einem ziemlich schmalen Grat zwischen Satire und Krimi. Und das finde sehr erfrischend, gerade für junge Leser, die mit viel Fantasie und Vorstellungskraft ausgestattet sind und solche schrägen Geschichten mögen.

Die einzelnen Schwarz-Weiß Vignetten von Andi Meier leiten mit entsprechenden Requisiten jeweils ein neues Kapitel ein.

Fazit:

Schräg, witzig, pointiert - und am Ende unerwartet spannend, erzählen Ina Rometsch und Martin Verg eine etwas andere Kriminalgeschichte für Kinder ab 10 Jahren. "Geheimsache Labskaus" ist etwas für Liebhaber außergewöhnlicher, und manchmal auch etwas skurriler Geschichten, die sich gerne überraschen lassen.

Stefanie Eckmann-Schmechta

 

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