Couch-Wertung:

85%
Idee
Bilder
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Idee

So unterschiedlich sie auch sind, so unzertrennlich sind sie: Vogel und Krokodil gehen als „Brüder“ durchs Leben und nichts kann sie auseinander bringen.

Bilder

Die sehr detailgetreuen, zarten und stillen Bilder schildern die verschiedenen Lebensphasen sehr realistisch und erwecken die beiden Hauptcharaktere zum Leben.

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Stringent erzählte Geschichte, die beschreibend die Handlung entwickelt und damit die Basis für die Sprache der Bilder liefert.

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Kinderbuch Couch

Buch-Rezension von Kinderbuch Couch Okt 2013

"Gleich und gleich gesellt sich gern" - oder eben doch nicht? Die Geschichte von "Vogel und Krokodil" ist jedenfalls nicht ganz alltäglich...

Zwei Eier liegen nebeneinander im Sand. Etwa gleich groß sind sie, weiß-bläuliche Schale, still aneinander geschmiegt, über ihnen der nächtliche Sternenhimmel. Noch ist verborgen, was in ihnen steckt, doch schon bald macht es "Knack" und die Bewohner beginnen gleichzeitig, aus ihrem Haus zu schlüpfen. Und siehe da: so gleich, wie die Eier aussahen, so unterschiedlich sind die Bewohner. Der eine kahl, mit rosa schimmernder Haut, großen Augen und kleinem Schnabel. Der andere klein und grün, mit länglich zulaufendem Maul, mit vielen spitzen Zähnen, die Haut von Schuppen bedeckt. Zusammen, als Brüder, wagen sie sich in das Abenteuer Leben, suchen Nahrung (der eine wartet auf die fütternde Mutter, bis der andere selber etwas zu fressen sucht), singen die Sonne an und bauen sich ein neues Zuhause.

So wachsen sie friedlich nebeneinander heran, werden größer und stärker und sind unzertrennlich. Gemeinsam üben sie fliegen, wie Baumstämme im Wasser zu liegen, klettern und tanzen, sonnen und aufplustern. Bis sie eines Tages in eine Gegend getrieben werden, in der es viele Vögel und viele Krokodile gibt. Da dämmert es den beiden, dass sie bislang nur dachten, sie wären Brüder. Doch das Leben unter ihresgleichen erweist sich als schwieriger, als gedacht. Zu viel haben sie von den Eigenarten des anderen angenommen, die Vögel haben kein Verständnis dafür, wenn der neue Vogel als Futter einen Büffel anschleppt und die Krokodile wundern sich, wenn das neue Krokodil die Sonne im Morgengrauen mit einem Lied begrüßt. Nur kurz ist der Versuch, unter ihresgleichen zu leben, denn schnell erkennen sie, dass sie sich miteinander am wohlsten fühlen und finden sich ganz schnell als Brüder wieder zusammen.

Wer sieht beim Sprichwort "Zwei wie Hund und Katz" nicht die fauchende Katze und den bellenden Hund vor sich, die sich feindlich gegenüberstehen? Doch ist das das natürliche Verhältnis der beiden Tiere? Denn es geht doch auch anders, wie Bilder von friedlichen Katzen-Hunde-Unionen zeigen. Oder auch Wellensittiche, die auf Katzennasen sitzen, wurden schon gesehen.

Tatsächlich ist ein großer Teil unseres sozialen Verhaltens erlernt: tu dies und jenes nicht, sitz gerade, popel nicht, iss mit Messer und Gabel. Und genauso lernen auch Tiere. Eine wichtige Lektion bei ihnen: das ist Freund und das ist Feind. Natürlich nicht aus Gründen der Etikette, nein, bei ihnen geht es ums blanke Überleben, um Fressen und Gefressen werden. Doch in Zeiten des Wohlstands, wenn Nahrung und Wärme nicht knapp sind und es an sozialen Alternativen mangelt, steht einer Verbrüderung mit anderen Tierarten nichts im Weg.

Natürlich ist die hier erzählte Geschichte von Alexis Deacon überzogen und spielt mit Extremen, denn es ist tatsächlich schwer vorstellbar, dass zwei so gegensätzliche Tiere miteinander überleben würden und das Krokodil dem Vogelküken gar noch das Futter vorkaut. Trotzdem spiegelt sie gerade die richtige Dosis heile Welt und Friedlichkeit wider, die sie zu einer sehr schönen und gefühlvollen Geschichte werden lässt. Beide akzeptieren das natürliche Zusammensein, ohne den anderen in seiner Andersartigkeit zu hinterfragen, bis sie jäh mit der Realität konfrontiert werden und ihresgleichen kennen lernen. Nach so langer Zeit zusammen, fällt es ihnen schwer, sich an ihre eigentlichen Verhaltensweisen zu gewöhnen (und das müssten sie unter ihren Artgenossen) und finden daher wieder zueinander zurück.

Zu dieser Stimmung tragen wesentlich die zarten, wenig kontrastreichen Illustrationen bei, die detailgetreue Tierzeichnungen zeigen, wie beispielsweise das kleine nackte und hilflose Küken nach dem Schlüpfen. Deacon arbeitet mit zärtlichen Gesten und gedämpften, leicht aquarellierten Farben, über seinen Bildern liegt stets eine friedliche Aura. Teilweise zeigen die Bilder auch eine gewisse Situationskomik, wenn z.B. Vogel und Krokodil "aufgeplustert" nebeneinander sitzen. Und trotz ihrer Unterschiedlichkeit sind die beiden Tiere unzertrennbar - eine wunderschöne Geschichte über das Gut der Freundschaft.

Fazit:

Vogel und Krokodil als unzertrennliche Freunde? Was undenkbar scheint, erzählt Alexis Deacon in einer fabelhaften Geschichte über Freundschaft und Vertrauen, die herzerwärmend und trotzdem nicht kitschig ist sondern einfach nur schön.

Claudia Goldammer

 

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