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Bilder
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Idee

Die Bären sind allerbeste Freunde, einer zieht weg. Zunächst dominiert Trauer und Entfremdung. Doch dann schlägt sich der eigentlich schon Winterschlaf haltende Braunbär zu seinem Freund durch – und das ist ein richtig nettes Abenteuer.

Bilder

Der pinke kleine Henry und der dicke braune Hermann agieren vor harmonischen, aussagekräftigen, abwechslungsreichen und bunten Bildern, die man sich einfach gerne anschaut.

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Unauffällig wie die Stimme aus dem Off beschreiben wenige Zeilen pro Seite, dass was die Bilder noch nicht gesagt haben.

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Kinderbuch Couch

Buch-Rezension von Kinderbuch Couch Nov 2013

Braunbär Hermann und Waschbär Henry sind die allerbesten Freunde. Dann zieht Henry um. Hermann bleibt allein und trübselig zurück, während Henry sich gut in seinem neuen Zuhause einlebt und Hermann gar nicht zu vermissen scheint. Zumindest klingt es in seinen fröhlichen Briefen so.

Hermann und Henry sind allerbeste Freunde. Schon die Doppelseite, bevor es eigentlich losgeht mit ihrer Geschichte, zeigt das deutlich. Wie aus einer Erinnerungskiste ausgeschüttet, liegen da Fotos aus dem Leben der beiden: Henry und Hermann, wie sie beide gleichzeitig vom Storch gebracht werden, Grimassen schneidend auf einem Viererstreifen aus dem Fotoautomaten, wie sie Hand in Hand den ersten Kindergartentag erleben, wie sie malen, spielen, zusammen in einem Bett übernachten.

So lustig und harmonisch und unzertrennlich geht es anfangs auch weiter: in sonnengelber, himmelblauer, blattgrüner Kulisse spielen sie Pirat und Geheimclub, sitzen in ihrem Baumhaus und schlürfen Limonade. Schmetterlinge schwirren um sie herum.

Aber nach drei Seiten ist diese Bullerbü-Idylle zu Ende, die Farben werden blasser, grauer, es regnet - Henry muss umziehen.

Henry ist übrigens ein kleiner, flinker, pinkfarbener Waschbär, Hermann ein properer Braunbär. Beide bleiben trotz der satten Farben relativ blass - was es Kindern durchaus leicht macht, sich selbst in die Rolle des einen, der umzieht, oder des anderen, der verlassen wird, hineinzuversetzen. Wenn sie in ihrem Leben damit bereits Erfahrung gemacht haben, fallen ihnen die beinahe automatisch ein. Ansonsten ist der Vorleser möglicherweise gefordert, ein bisschen nachzuhelfen - warum Henry umziehen muss, wird nämlich im Buch nicht gesagt.

Manche Kinder sind auch irritiert, warum die beiden nicht telefonieren oder skypen. Wenn sie sich doch so vermissen? Die beiden haben nämlich schön altmodisch beschlossen, sich Briefe zu schreiben (die als kleine Karten zum Aufklappen "in echt" im Buch sind, stabil und gut verklebt).
Im Endeffekt schreibt aber nur Henry. Er gibt sich Mühe, seinem Freund Schönes zu berichten: Dass er sich in seinem neuen Zuhause eingewöhnt, dass er Freunde gefunden hat, mit ihnen spielt, Grillabende veranstaltet und sogar schon einmal mit dem Heißluftballon geflogen ist.

Parallel dazu sieht man Hermann, der diese Karten liest - und einsam auf einem Baumstamm sitzt, im Regen steht und alleine grillt und statt eines coolen Ballonflugs nur einen stinknormalen roten Luftballon vorweisen kann. Das schlimmste: sein Freund scheint ihn überhaupt nicht zu vermissen! Eifersüchtig, verletzt und traurig bringt Hermann es nicht über sich, zurück zu schreiben.

Die Illustrationen sind in einheitlichem, gefälligem Stil und doch sehr abwechslungsreich: mal gibt es eine Doppelseite Fotos, mal eine Doppelseite Landschaft mit Bären, mal Henrys neue Wohnung im Detail, mal sind auf einer Seite mehrere Bilder, mal Hermann und sein Luftballon in Großaufnahme. Der Schrifttyp ist leicht verschnörkelt, die Buchstaben sind in gleichmäßigen Päckchen gesetzt, manchmal ziehen sie auch schräg und groß gedruckt über die Seiten.
Insgesamt macht es Spaß, das Buch zu betrachten.

Und insgesamt betrachtet man das Buch mehr, als man es liest. Der wenige Text ist unauffällig und wirkt wie die Stimme aus dem Off, die nur das beschreibt, was die Bilder nicht ganz zeigen. Weil die aber so detailliert und aussagestark sind, braucht es nicht viele Worte. Okay, vielleicht auch, weil die lösungsorientierte Problem-Geschichte zum Thema Umzug vorhersehbar ist. Zumindest für den erwachsenen Vorleser und zumindest bis es Zeit ist für Hermanns Winterschlaf.

Da wird aus der vorhersehbaren nämlich eine wirklich schöne Geschichte, in der die blasse Identifikationsfigur Hermann seine eigene Persönlichkeit zeigen kann: Kurz bevor er sich ins Bett begibt, kommt nämlich wieder Post. Und diesmal schreibt Henry nicht, wie gut es ihm geht. Sondern dass Hermann nach wie vor sein bester Freund ist, dass er ihn doll vermisst. Trauerkloß Hermann erwacht aus seiner Lethargie und endlich kann auch er einen Brief an seinen Henry schreiben. Aber: im Bärenland hat auch die Post Winterpause, na klar. Also packt er seinen Koffer und den Brief und stiefelt selber los, durch Pinguin-Kolonien, Schneestürme und dunkle Höhlen. Bis er stürzt und in einer Lawine einen Berg herunter kugelt. Er knallt an einen Baum und seine Ohnmacht geht direkt in den lange unterdrückten Winterschlaf über. Andere Tiere finden ihn und packen ihn zusammen mit seinem Brief in ein Paket und liefern es an Henry. Hermann verschläft das alles, er schläft auch weiter, als Henry ihn auspackt. Er schläft bis zum Frühling.
Auf der letzten Seite, als die Geschichte eigentlich zu Ende ist, gibt es eine neue Erinnerungskiste voller Fotos. Damit ist klar: die beiden Bären werden die allerbesten Freunde bleiben!

Fazit:

Post für Hermann ist gut geeignet, um zu Hause oder in der Kita das Thema Umzug und Trennung, zu behandeln: die beiden Bären sind liebenswerte Identifikationsfiguren und ihr Alltag ist nahe dran am wahren Kinderleben. Und für alle die mit dem Thema Umzug gerade kein Thema haben, ist es eine bunte, lustige Wintergeschichte, die durch die aufklappbaren Postkarten zusätzlich Spaß macht.

Sigrid Tinz

 

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