Couch-Wertung:

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Idee
Bilder
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Idee

Ein geradliniges, dramaturgisch gut aufgebautes Märchen, das nachdenklich macht, aber nicht mit dem berühmten erhobenen Zeigefinger daherkommt.

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In ihrer Natürlichkeit versprühen die Illustrationen von Jasmin Schäfer eine besonders warme, weihnachtliche Atmosphäre.

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die warme, geradlinige Sprache verleiht diesem Wintermärchen seinen Charme.

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Kinderbuch Couch

Buch-Rezension von Kinderbuch Couch Nov 2013

Andreas Familie ist arm; sie haben nie genug zu Essen, nicht mal an Weihnachten. Der alte Schäfer Hinnerk erzählt ihm, wenn er am vierten Advent morgens um vier seinen Wunsch in den Schnee schreibt, könnte sein Herzens- Wunsch in Erfüllung gehen...

Andreas ist sich zunächst unsicher, so ein Wunsch kann ja auch vielleicht Schlechtes auslösen. Wenn es doch nur schneien würde! Er wartet Woche um Woche, Advent um Advent, aber das Wetter bleibt grau und nass. Als er in der Nacht zum vierten Advent sehnsüchtig auf Schnee wartet, schläft er ein - doch als er plötzlich aufwacht, ist auf einmal alles Weiß. Schnell geht er hinaus und schreibt in den Schnee: MEHR GLÜCK und darunter: ANDREAS.

Der 24. Dezember ist da und Andreas ist sehr aufgeregt, was aus seinem Wunsch wohl geworden ist. Abends steht ein großer Mann mit dunklem Bart vor der Tür, der einen großen Sack in den Händen hält. Er berichtet davon, dass er Andreas in der Nacht beobachtet hat, als der seine Botschaft in den Schnee geschrieben hat. Er sei ein wohlhabender Mann und hatte vergessen, dass man echtes Glück teilen muss. Er fragt Andreas, was er zu seinem Glück brauche. Zunächst wünscht sich Andreas, dass seine Familie nicht verhungern muss - dafür gibt der Fremde einen Beutel voll Geld. Dann wünscht er sich, dass sie nicht frieren müssen und ein zweiter Beutel erscheint. Doch dann weiß Andreas keinen weiteren Wunsch, weshalb der Fremde ihm einen dritten Beutel überreicht, mit dem er seinen dritten Wunsch - so er ihm einfällt - erfüllen soll. Doch er soll klug darüber entscheiden, was er mit dem Geld anfängt; der Fremde kündigt an, dass er auch im nächsten Jahr am Heiligen Abend zu ihnen kommen und danach fragen wird, ob Andreas das Geld klug eingesetzt hat. Wenn dem so wäre, würde Andreas noch einen weiteren Beutel bekommen.

Und so geschieht es auch. Andreas nutzt das Geld sehr klug und kauft etwas Land für seine Familie, damit sie selbst Getreide und Gemüse anbauen können und später auch Weideland, damit sie Tiere halten können. Ihre Erträge verkaufen sie auf dem Markt. Alles wofür sie arbeiten, landet von nun an direkt in ihren eigenen Taschen und der Familie geht es schon bald sehr viel besser. So geht es Jahr für Jahr. Als Andreas schon ein erwachsener Mann ist, gehört seine Familie zu den Wohlhabendsten in der ganzen Gegend - doch Andreas kommt noch immer nicht darauf, was er noch tun soll, damit der Fremde mit ihm zufrieden ist. Jedes Jahr kommt er und gibt ihm einen weiteren Beutel - aber es ist noch nicht das richtige. Das weiß Andreas.

Eines Tages ist es an Andreas, einem kleinen verzweifelten Mädchen den Rat zu geben, in der Nacht zum vierten Advent ihren Wunsch in den Schnee zu schreiben. Er beobachtet sie, denn es will in diesem Jahr nicht schneien. Doch das Mädchen ist erfinderisch und schreibt ihren Wunsch auf einem großen, weißen Blatt. Auch sie schreibt, dass sie sich mehr Glück wünsche - doch es gibt noch eine kleine Ergänzung: "Für unser ganzes Dorf - nur für den reichen Jens und den reichen Andreas nicht. Die haben schon genug."

Da geht Andreas auf einmal ein Licht auf und er tut genau das, was der Fremde all die Jahre für ihn getan hat - und zwar für das ganze Dorf, damit es allen besser geht.

In diesem schlichten Wintermärchen von Klaus Kordon, dessen Originalausgabe bereits im Jahr 1990 mit den Illustrationen von Julian Jusim erschien, erzählt er eine an sich so einfache doch zugleich tiefsinnige Geschichte. Seine warme, geradlinige Sprache verleiht diesem Wintermärchen seinen besonderen Charme. Die Wiederholungen, die dieses Märchen durchziehen, erhöhen den Spannungsbogen, der die jungen Leser und Zuhörer neugierig werden lässt. Wie Andreas stellen sie sich die Frage, was Andreas sich noch wünschen kann. Geht es der Familie doch nun mehr als gut. Aber sie verstehen auch, dass Andreas selbst nie ganz glücklich über seine Entscheidungen sein kann. Will er doch endlich wissen, welcher der richtige Wunsch ist.
Unterstützt wird diese ruhige Erzählung von den stimmungsvollen Illustrationen von Jasmin Schäfer. Ihre feinen Malereien, idyllische Momentaufnahmen der Geschichte, wirken in ihren warmen, erdigen Farben nostalgisch und erinnern dabei ein wenig an die Kunst der naiven Malerei. Doch wenn man genauer hinschaut, findet man Besonderheiten, die eine ganz besondere Charakteristik aufweisen. Denn Jasmin Schäfer zeichnet nicht naturgetreu: Da wird mal eine Perspektive verschoben, da haben die rundlichen Schafe sehr lange Köpfe und große Schlappohren und die Menschen - besonders die Kinder - haben große, Köpfe sowie besonders kleine Gliedmaßen. Doch nichts wirkt übertrieben oder zu sehr gewollt. In seiner Natürlichkeit versprühen die Illustrationen eine besonders warme, weihnachtliche Atmosphäre, mit Feuerschein, viel Holz und zahlreichen roten und grünen Akzenten, die besonders vor der pudrig-weichen Schneelandschaft wirken.

Was bleibt zu Klaus Kordons geschickt verpackter Botschaft zu sagen? Uns Erwachsenen ist wahrscheinlich schon beim ersten Besuch des Fremden klar, was Andreas mit dem Geld anfangen soll. Doch Kinder werden gebannt lauschen und sich fragen, was es denn sein kann, das noch glücklicher machen kann, als einen vollen Bauch und eine warme Stube. (Da fällt ihnen bestimmt auch noch etwas ein, da bin ich sicher) Dabei gelingt es Klaus Kordon dennoch, durchaus Verwunderung zu wecken. Andreas hat schließlich keinen Blödsinn für das Geld gekauft, sondern er hat damit Land gekauft, das seiner Familie auf lange Sicht ein besseres Leben ermöglicht. Dabei ist offensichtlich, dass Andreas Familie sehr klug und fleißig mit dem großen Geschenk des Fremden umgegangen ist.

Wie Andreas werden auch sie am Ende begreifen, dass es einem gar nichts nützt alles allein für sich zu haben - und damit allein zu sein. Andere zu beschenken, mit ihnen sein Glück zu teilen, das ist der Sinn von Weihnachten und damit ist dieses kleine, aber doch sehr tiefgründige Märchen genau das richtige, um den Weihnachtsgedanken in seiner reinen Form zu betrachten.

Fazit:

Klaus Kordons Weihnachtsmärchen bringt Kindern den Sinn des Schenkens nahe, etwas, das in der hektischen Weihnachtszeit oftmals unter geht. Stimmungsvoll illustriert und klug erzählt, ist es ein schöner Begleiter in der Weihnachtszeit, der sicherlich nicht einfach zur Seite gelegt wird, sondern danach verlangt, dass man über das "wahre Glück" spricht. Ein guter Anlass, gerade zu Weihnachten.

Stefanie Eckmann-Schmechta

 

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