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Idee
Bilder
Text

Idee

Die Zwillinge Maja und Motte sehen gleich aus, sind aber charakterlich sehr verschieden. Das ist kein neues Motiv, aber gut erzählt, und bietet den Leserinnen viele Identifikationsmöglichkeiten.

Bilder

Nina Dullecks Illustrationen im Comic-Stil haben hohen Wiedererkennungswert und passen stilistisch hervorragend zum Text. Die Briefbuchseiten sind ein schönes Extra.

Text

Erzählt wird in einer gelungen Maja-Motte-typischen Sprache: schnell und witzig, wenn's laut wird, auch schon mal in Großbuchstaben, aber immer gut verständlich.

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Kinderbuch Couch

Buch-Rezension von Kinderbuch Couch Nov 2013

ab 9 Jahren

Die Zwillinge Maja und Motte ähneln sich wie ein Ei dem anderen und könnten doch unterschiedlicher nicht sein - zumindest, wenn es um das Thema Hunde geht. Die sind für Motte nämlich das Größte, während Maja den vierbeinigen Schlabberschnauzen gar nichts abgewinnen kann. Als Motte im Park den ausgesetzten Hund Rübe entdeckt, versteckt sie ihn kurzerhand zu Hause im Gartenhaus. Das kann nicht gut gehen, denn Rübe ist ein Tier mit viel Bewegungsdrang ...

"Zwei für eine, eine für zwei" - so lautet der heilige Schwur von Maja und Motte. An 250 Tagen im Jahr sind sie nicht nur Zwillingsschwestern, sondern auch beste Freundinnen. An den übrigen Tagen klappt es mit der Harmonie zwar nicht ganz so, aber wenn es drauf ankommt, ist die eine für die andere da. Dabei sind die beiden Viertklässlerinnen längst nicht immer einer Meinung und haben auch ganz unterschiedliche Interessen: Die sportliche Motte hat in fast jeder Situation den richtigen Spruch parat, kann schnell rennen und schnell rechnen und wünscht sich nichts sehnlicher als einen Hund. Doch leider, leider hat ihr Vater eine Allergie gegen Hundehaare. Die schüchterne Maja hängt in den verhassten Mathestunden bei Herrn Edamer ihrem Traum von einer Karriere als Musicalstar nach, schreibt heimlich Songs, traut sich aber nicht, sie vorzusingen - und hat furchtbare Angst vor Hunden. Mit ihren Eltern, einer charmanten Opernsängerin mit französischen Wurzeln und einem etwas schusseligen Buchhändler, leben sie in einem Haus mit großem Garten am Stadtrand.

Eines Tages schleppt Motte den stattlichen Vierbeiner Rübe an. Sie hat ihn im Park an einen Baum angebunden gefunden: Sein Besitzer hat ihn ausgesetzt. Motte ist alles andere als begeistert, schließlich hat Rübe das Format eines ausgewachsenen Kalbs, das in Haarwuchsmittel gefallen ist. Und Motte muss ihn im Gartenhäuschen verstecken, weil ihr Vater keinen Hund im Haus duldet. Das führt natürlich zu allerlei Verwicklungen, bei denen unter anderem ein Blümchensofa zerlegt, ein Badezimmer unter Schaum gesetzt und eine Socke feierlich bestattet wird - die etwas schrägen Erlebnisse, die sich Autorin Antje Szillat für Maja und Motte ausgedacht hat, machen richtig Spaß.

Die Zwillingsgeschichte ist als Serie angelegt und weckt im ersten Band absolut die Lust auf mehr. Das liegt vor allem daran, dass der Autorin das Gleichgewicht zwischen aberwitzigen Szenen und durchaus ernsten Passagen gelingt, die kindliche Gefühle gelungen in Worte fassen. Wie fühlt es sich an, ähnlich und trotzdem verschieden zu sein, unendlich wütend auf die Schwester und wenig später himmelhochjauchzend glücklich über die Versöhnung. Stark sind auch die Szenen, die Majas Sehnsucht nach mehr Selbstvertrauen zum Thema haben.

Antje Szillat spielt geschickt mit dem Zwillingsthema. Weil sie so gleich aussehen, wechseln Maja und Motte auch schon mal die Rollen. Doch Maja merkt bald, "dass Zwillingsvertauschaktionen nur in den Hanni-und-Nanni-Büchern hinhauten". Der Vater merkt beim Leichtathletiktraining zwar nichts von der Schummelei - aber Maja spürt schmerzlich, dass sie eben nicht ihre Schwester ist. Die Autorin bedient sich dabei durchaus der üblichen Stereotypen: Bei der wilden Motte stehen natürlich auch die Locken immer wild vom Kopf ab, während die ruhige Maja sie ordentlich zum Zopf geflochten trägt. Die Charakterisierungen wirken aber nie platt und dienen der Geschichte.

Das gilt auch für die übrigen Figuren. Die Eltern, der Opa und die Tante sind gelungen auf einige typische Charakterzüge reduziert. Besonders komisch ist Tante Xenia mit ihrem Verniedlichungstick - sie kommt vorbei, weil sie "mal eben aufs Klöchen" muss. Doch wenn die Zwillinge Hilfe brauchen, weiß sie genau, was zu tun ist.

Das Buch wird vor allem großen Grundschulmädchen gefallen, die darin viele Themen aus ihrem Alltag wiederfinden: Geschwisterstreit und Geschwisterliebe, der Wunsch nach einem Haustier, Ärger in der Schule, das erste verliebte Kribbeln im Bauch. Maja und Motte stehen im Fokus, erzählt wird, was sie erleben, denken und empfinden. Die übrigen Personen bleiben Randfiguren. Das spiegelt auch die Sprache wider. Der Text klingt, als werde er von den Zwillingen - immer ein wenig atemlos - erzählt. Als Extra startet jedes Kapitel mit zwei Seiten aus dem streng geheimen Briefbuch der Zwillinge, einer Art gemeinsamem Tagebuch. Illustratorin Nina Dulleck hat sie so gestaltet, wie Tagebuchseiten von Viertklässlerinnen aussehen müssen: mit Kritzelgirlanden, Blümchen, Herzchen, Comic-Skizzen und witzigen Sprechblasen. Die Kapitelillustrationen greifen den Comicstil auf und sind eine gelungene Ergänzung zu den Personencharakterisierungen im Text. Die schwarz-weiß-grüne Farbgestaltung liefert außerdem den Beweis, dass Mädchenbücher nicht immer rosa sein müssen.

Fazit:

Das Zwillingspärchen Maja & Motte ist eine Bereicherung unter den Mädchenbuch-Reihen: alltagsnah, witzig und gut geschrieben.

Eva Dignös

 

Maja und Motte - Ach, du dicker Hund!

Maja und Motte - Ach, du dicker Hund!

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