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Das Buch behandelt ein im Kinderbuch eher selten angeschnittenes Thema: die Wichtigkeit von Familie und um seine Wurzeln zu wissen. Außerdem erfährt der Leser auch einiges über jüdische Traditionen, welche im deutschen Kulturraum geschichtlich bedingt ehe

Bilder

Die Sprache passt sich dem jeweiligen Lebensalter der Hauptperson an. Außerdem bietet er sich zum Vorlesen an.

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Die liebevolle Umschlaggestaltung und die ausdrucksstarken Bilder und des bekannten Illustrators Reinhard Michl bilden eine wunderbare zeichnerische Ergänzung zum Text.

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Kinderbuch Couch

Buch-Rezension von Kinderbuch Couch Nov 2013

ab 9 Jahren

Ausgezeichnet mit dem Kinderbuch-Couch-Star*. Kinderbuch des Monats 11.2013. Stella liebt "Schneestern", so nennt sie die Decke, die sie von ihrer Großmutter Josephine geschenkt bekommen hat, über alles. Genäht ist sie mit einem goldenen Faden und dieser hält auch die lange Geschichte von Stellas Familie, die die Decke erzählen kann, zusammen...

"Schneestern" ist wirklich eine besondere Decke, aus glänzendem blauem Seidensatin, übersät mit Sternen und Schneeflocken aus Silberbrokat mit der Silhouette der Stadt, wo seine Geschichte beginnt, im fernen St. Petersburg/Russland. Stellas Urgroßmutter Channa will Anfang des Jahrhunderts nach Berlin auswandern, um sich dort zu verheiraten. Als Erinnerung an die Heimat näht ihr ihre Mutter Galja, Stellas Ururgroßmutter, ein Wandbild, eben diese Decke, die von nun an als Familienerbstück von Generation zu Generation übertragen wird.

Aus dem Wandbild werden im Laufe der Jahrzehnte ein Vorhang, eine Tischdecke, ein Klavierschal und schließlich eine Kinderdecke für Stella. Diese hängt sehr an diesem Stück Stoff, trotzdem passieren ihm im Laufe von Stellas Kindheit mehrere Missgeschicke: die Decke wird zuerst von Hunden zerrissen, woraufhin Stellas Mutter Isabel die alte, verfleckte und jetzt kaputte Decke wegwerfen will.

Stella und ihre Großmutter protestieren jedoch und es gelingt Josephine, die Decke zu retten und in ein Kleid umzuwandeln. Unglücklicherweise wird die Vorderseite des Kleides bei einem Familienfest mit Schokoladensauce befleckt. Doch glücklicherweise kann die einfallsreiche Josephine noch eine Bluse aus dem ruinierten Kleid schaffen. Beim Spielen auf einem Kindergeburtstag zerreißt die Bluse jedoch, doch die geschickte Großmutter macht einfach eine Weste aus ihr. Versehentlich versengt Stella diese Weste beim Bügeln, doch es gelingt Josephine aus der versengten Weste einen schicken Beutel zu schneidern. Dann rutscht der Beutel in den falschen Wäschestoss und wird zu heiß gewaschen. Er bleicht völlig aus, aber die Großmutter erweist sich wieder als Retter in der Not und findet noch genug Material für ein flottes Schleifenband für einen Sonnenhut. Ein Windstoß trägt diesen Hut davon und mit ihm auch das übriggebliebene Stückchen Stoff, das als Bindeglied zwischen den Generationen in Stellas Familie dient.

Wird es Stella trotzdem gelingen, die Verbindung zur Vergangenheit ihrer Familie aufrecht zu erhalten?

Im Buch schreibt die Autorin dem Stoff magische Kräfte zu, kann er doch die Geschichten seiner jeweiligen Besitzerinnen einfangen! Auch das Buch zieht seinen Leser in den Bann, die Familiengeschichte Stellas übt einen Reiz aus, dem sich kindliche Leser kaum entziehen werden können. Gemeinsam mit Stella werden sie gespannt der Großmutter lauschen, wenn diese "von früher" erzählt und der Leser wird sicher auch dazu angeregt, seine eigene Familiengeschichte zu erforschen und bei den eigenen Eltern und Großeltern nachzufragen! Dieses Wissen "woher man kommt", um die eigenen Wurzeln, schafft Sicherheit und hilft Kindern, ihre Identität aufzubauen.

Aus diesen Gründen eignet sich das Buch hervorragend zum Vorlesen, die Sprache ist dem jeweiligen Alter Stellas (im Buch begleitet man sie vom Kleinkindalter bis zur Vorpubertät) angepasst und überfordert nicht, die Kapitel sind kurz gehalten und machen Lust auf "mehr".
Stellas Familie ist jüdisch, und da das Wissen um jüdische Traditionen im deutschen Kulturraum durch die versuchte Vernichtung des Judentums durch die Nationalsozialisten im Dritten Reich verloren gegangen ist, ist es umso positiver zu bewerten, dass der kindliche Leser mit wenig vertrauten jüdischen Begriffen wie Chuppa oder Bar Mitzvah bekannt gemacht wird. So trägt das Buch nicht nur zur Verständigung zwischen den Generationen sondern auch zwischen den Völkern bei.

Die Familiengeschichte Stellas, insbesondere einer jüdischen Familie, verweist auf einen größeren geschichtlichen Kontext, so wird z.B. die Judenverfolgung im Dritten Reich sehr behutsam angesprochen ohne den kindlichen Leser zu überfordern.

Auch die künstlerische Gestaltung des Einbandes und die Illustrationen im Buch des bekannten Bilder-und Kinderbuchkünstlers Reinhard Michl bilden eine hervorragende zeichnerische Ergänzung zum Buch, so zieht sich z. B. der "goldene Faden", der alle Geschichten zusammenhält, auf jeder Seite kunstvoll verschlungen durch das Buch.

Fazit:

Ein bezauberndes Buch, das den Leser eintauchen lässt in die Geschichte der Familie Menzel und zur Verbindung der Generationen beiträgt. Besonders gut zum Vorlesen geeignet!

Andrea Delumeau

 

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