Couch-Wertung:

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Idee
Bilder
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Idee

Der Elefant hat schlechte Laune und verbreitet sie überall im Urwald, bis die Maus sich gekonnt dagegen wehrt – unterhaltsam und kurzweilig erzählte Geschichte über Miesepeter.

Bilder

Durch Farben, Gestik und Mimik sehr ausdrucksstarke Bilder, die wunderbar den Inhalt der Handlung zeigen und verstärken.

Text

Kurzweilig erzählt, mit vielen altersgerechten Wiederholungen und gelungen eingestreutem Sprachwitz auch für die älteren Vorleser.

Leser-Wertung

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Kinderbuch Couch

Buch-Rezension von Kinderbuch Couch Feb 2014

Der Elefant hat äußerst schlechte Laune. Kein Wunder, schließlich hat er die ganze Nacht nicht schlafen können, da eine Fledermaus die ganze Zeit "krrsch, krrsch" über seinem Kopf gemacht und ihn damit vom Schlafen abgehalten hat.

Mit dieser schlechten, übernächtigten Laune schlurft er am nächsten Tag durch den Urwald und trifft auf seinen Nachbarn, den Affen. "Geh mir aus dem Weg, bevor ich dich in den Hintern beiße!", motzt er den Affen an, der darauf hin schnell die Flucht ergreift. Nun hat der Affe schlechte Laune und droht der Schlange an, sie in eine Handtasche für seine Freundin zu verwandeln. Da schlängelt die Schlange so schnell wie möglich davon und trifft dabei auf die Mäusefamilie. Der droht sie an, sie sofort zu fressen, wenn sie nicht schnell verschwindet. Das lassen sich die Mäuse natürlich nicht zweimal sagen, treffen bei ihrem Rückzug allerdings auf den Elefanten. Da Elefanten vor Mäusen Angst haben, macht die Maus nur "Buhh" und schon nimmt der Elefant Reißaus. Diese Geschichte erzählt die kleine Maus stolz ihrer Freundin, der Fledermaus. Genau der, die die ganze Nacht den Elefanten geärgert hat...

Schlecht geschlafen, völlig verquer und noch viel zu müde? Gerade Eltern ist dieser Zustand in der Frühphase der Elternschaft nur allzu gut bekannt, aber auch ohne Kinder kriecht man manchmal völlig übermüdet aus dem Bett. Ob nun die Nachbarn zu lange gefeiert haben, die Müllabfuhr mitten in der Nacht die Tonnen geleert hat oder die Straßenbauarbeiten des Nachts per Presslufthammer fortgesetzt wurden - Gründe für morgendliches Mürrischsein gibt es viele. Und viel zu oft bekommen die schlechte Laune andere ab, andere, die gar nichts dafür können und dann ihrerseits wieder schlechte Laune bekommen, die sie dann ebenso wahllos an den Nächstbesten abgeben, der daraufhin auch schlechtgelaunt wird usw. Ein Teufelskreis aus schlechter Laune also, der sich so beliebig fortsetzen ließe.

Doch in der "Geschichte vom Elefanten" macht uns gerade das kleinste Glied der Kette, die Maus, einen Strich durch die Rechnung. Vom größten Tier auf immer kleinere Tiere schwappt die schlechte Laune über und greift rasant um sich, bis die Maus, gerade von der Schlange angemotzt, ihre Chance ergreift, als sie auf den Elefanten trifft. Denn hier zählt nicht die Größe, sondern die Wirkung, die schamlos von der Maus ausgenutzt wird und die dadurch, unwissentlich, die schlechte Laune an den Urheber zurückgibt. Nun gut, manch einer mag auch der Fledermaus, der Ruhestörerin, einen gewissen Anteil Mitschuld geben und so mutet es durchaus schadenfroh an, dass die Maus ihren Sieg über den Elefanten gerade mit jener Fledermaus teilen geht. Ob nun die Fledermaus den Elefanten bewusst gestört hat, bleibt ungewiss und mag nach so mancher Lesung ausdiskutiert werden...

Die rasante, kurzweilige und mit Sprachwitz erzählte Geschichte ist mit farbenfrohen und flächigen Illustrationen bebildert, die die Gemütszustände der Tiere und die jeweilige Situation hervorragend darstellen. Guillaume Plantevin arbeitet nicht nur mit einer ausdruckstarken Darstellung der Mimik und Gestik, geschickt setzt er auch Farben ein, um die gewünschte Stimmung zu erzielen. So beginnt und endet die Geschichte in sanften und gedeckten Blautönen, die "schlechte-Laune"-Seiten sind hingegen mit viel Orange und Gelb gestaltet und wirken dadurch aggressiver und greller. So sind auch der Affe und die Schlange gelb und orange getönt und wirken dadurch gleich umso stärker.

Besonders jüngere Zuhörer werden an den Wiederholungen ihre Freude haben, denn natürlich ist das Schema immer das gleiche: mürrisches Tier trifft auf unschuldiges anderes Tier und gibt gekonnt seine schlechte Laune weiter. Doch hält die Geschichte auch eine überraschende Wendung parat, nämlich gerade dann, wenn der Rhythmus verstanden wurde und weitergeführt werden will. Dieser überraschende Moment verleiht der Geschichte eine wohltuende Spannung, ohne die sie schnell eintönig wirken würde. Und wer mag, kann dank des geschlossenen Bogens zur Fledermaus vom Anfang der Geschichte die Handlung wieder und wieder nacherleben.

Fazit:

Die eigene schlechte Laune ist noch lange kein Grund, sie auch anderen auf die Nase zu binden - eine wunderbare, witzige und auch schadenfrohe Geschichte über Miesepeter, die am Ende des Tages ihre eigenen Früchte ernten.

Claudia Goldammer

 

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