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Idee

Kein Märchen mit Gänsehaut-Feeling, das einen nicht mehr loslässt, aber mit einer Botschaft an uns alle… und einem moralisch fast verpflichtendem Hintergrund: alle Einkünfte gespendet für einen guten Zweck, da muss man nicht unbedingt Madonna Fan sein.

Bilder

Die wahrhaft märchenhaften Illustrationen entwickeln fast ein Eigenleben und stützen damit die eher unspektakuläre Geschichte. Dasselbe gilt für die traumhaft schönen Ornamente auf jeder Seite, die von Text ablenken.

Text

Der Text sehr einfach, ist zum Teil eher flach, abgesehen von einigen Metaphern, die erklärungsbedürftig sind.

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Kinderbuch Couch

Buch-Rezension von Kinderbuch Couch Mai 2005

Das bereits vierte Märchenbuch von MADONNA weckt nicht nur durch die aufwändigen Illustrationen des Einbandes Erwartungen, die erfüllt werden müssen. "; Die Abenteuer von ABDI"; ein Märchen, erschienen im Hanser Verlag, handelt von dem kleinen Waisen ABDI, der von einem Freund der Familie, Eli, dem Juwelier, aufgenommen wird und in die Lehre geht. Vor allem soll ABDI lernen, dass man nur schafft, was man sich selber zutraut. Madonna hat sich zugetraut, noch ein viertes Märchen zu schreiben.

ABDI ein kleiner Waise wird von einem Freund der Familie, dem Juwelier Eli aufgenommen und soll bei ihm in die Lehre gehen. Eli hat nur einen unscheinbaren, kleinen Laden, aber er ist wohl der beste Juwelier auf der Welt und die Menschen kommen von nah und fern, um sich von ihm ein Schmuckstück fertigen zu lassen, denn es hieß, Eli besäße magische Kräfte und der Träger des Schmuckstücks sei fortan mit Glück gesegnet.

ABDI lernt bei Eli viele nützliche Dinge: Wie man sich nach den Sternen richtet, wie man Linsensuppe kocht und vor allem: wie man glücklich ist. Eines Tages kommt ein Bote des Königs mit einem sehr wichtigen Auftrag: Zum Geburtstag der Königin soll ein sehr wertvolles Schmuckstück angefertigt werden - funkelnd wie die Sonne und geschmeidig wie eine Schlange. In nur vier Wochen soll das Schmuckstück fertigt sein, kaum zu schaffen, denn so etwas Vollkommenes würde viel länger dauern, das wissen Eli und ABDI.

Sie arbeiten beide sehr hart Tag und Nacht und tatsächlich schaffen sie es und werden rechtszeitig fertig. Da kommt der Postbote mit einer Nachricht vom König. Das Schmuckstück soll noch vor dem Geburtstag der Königin persönlich dem König überbracht werden - in 2 Tagen. Da Eli sehr erschöpft und müde ist, soll ABDI das Schmuckstück überbringen - eine weitere Prüfung, sagt Eli. ABDI schließt sich einer Karawane an und freundet sich mit zwei Beduinen an, denen er seine Geschichte und seinen Auftrag anvertraut. Die beiden bestehlen ihn in derselben Nacht und tauschen das Schmuckstück gegen eine kleine Schlange aus. Am nächsten Tag wird ABDI nach anfänglichen Schwierigkeiten tatsächlich beim König vorgelassen, dieser ist aber sehr enttäuscht, dass ihm nur der kleine Junge und nicht der berühmte Juwelier das Schmuckstück bringt und ist lässt ABDI in den Kerker werfen, als er statt des Schmuckstücks die Schlange entdeckt.

Eine Woche wird ABDI dort gefangen gehalten bei Wasser und Brot, die Schlange wird ihm dabei zur guten Freundin. Dann kommt Eli, um ihn aus dem Kerker zu befreien, gemeinsam treten sie vor den König und die Königin. Die Schlange wird der mutigen Königin um den Hals gelegt und verwandelt sich augenblicklich ein kostbares Schmuckstück. Eli und ABDI werden fürstlich entlohnt und treten per Karawane die Rückreise an. So treffen sie wieder auf die beiden Gauner EL Shaydi und Ratib. Wieder erzählt ABDI seine Geschichte und die beiden Gauner haben nichts Eiligeres zu tun, als ihre Taschen voll Schlangen zu sammeln und sie dem König vor die Füße zu werfen. Die beiden werden natürlich in den Kerker geworfen und aus ABDI wurde irgendwann ein genauso wunderbarer Juwelier wie Eli.

Das Märchenbuch ";Die Abenteuer von ABDI";, erschienen im Hanser Verlag, handelt vom Vertrauen in die eigenen Kräfte und ist bereits Madonnas viertes Märchenbuch. ";Die englischen Rosen";, ";Jakov und die sieben Räuber"; sowie ";Mister Peabodys Äpfel"; haben durchweg sehr positive Kritiken bekommen, das weckt Erwartungen. Auch der Titel selbst (erinnert etwas Sindbad, der Seefahrer) und natürlich die aufwändigen Illustrationen, die sich bereits im Einband erahnen lassen, wecken Neugier, vor allem bei den Märchenliebhabern. Von dem Titel ";die Abenteuer"; lässt man sich leicht in die Irre führen, denn tatsächlich ist es nur ein Abenteuer, außer man betrachtet das Leben selbst als Aneinanderkettung vieler kleiner Abenteuer.

Der erste Eindruck ist durch die Illustrationen von Olga Dugina und Andrj Dgin einfach märchenhaft. Die Illustratoren stammen aus Moskau, leben in Deutschland und haben u.a. auch an der Harry Potter Verfilmung von ";Der Gefangene von Askaban"; gearbeitet. Das Märchenbuch von Madonna enthält insgesamt 11 Illustrationen, davon 4 doppelseitige. Bei einen Gesamtumfang von 36 Seiten, immerhin 15 Seiten Illustrationen! Zusätzlich wurde jede Seite des Buches mit wunderschönen orientalischen Ornamenten verziert - 4 Motive pro Seite - die sich im ständigen Wechsel befinden. So schön diese Motive sind, lenken sie meiner Meinung nach doch beim Lesen stark den Blick ab, außerdem bleibt pro Seite recht wenig Platz für den Text, nämlich höchstens 22 Zeilen, bei insgesamt 17 Seiten Text und einer besonders märchenhaften, großen Schrifttype, der ";Diotima";, bleibt nicht viel Platz für Märcheninhalt. Allerdings sind die Illustrationen schon ein Märchen für sich, so umfangreich, fantasievoll und aufwändig, das sie teilweise schon fast überfrachtet wirken. Man kann und muss sich lange mit den einzelnen Bildern beschäftigen, um überhaupt alles erfassen zu können.

Allerdings stellte sich mir dabei oft die Frage, was manche Inhalte der Bilder überhaupt mit der Geschichte zu tun haben und ob die Illustrationen nicht teilweise verwirrend wirken, statt die Geschichte zu ";untermalen";. Die Kobra mit Männerkopf, die Eidechsen, die Riesenkürbisse, der Löwe im Hintergrund, die";Adlerpanther"; die kreisenden Kamele oder die Fabelwesen bei der Königin. Sicherlich soll sich der Leser durch die Darstellung der überdimensionalen Turbane, der überfrachteten Kamelen oder den Fabelwesen ein ";Bild"; machen können von der unbekannten, tief beeindruckenden Welt des Orients, die auch dem armen Waisen ABDI völlig neu ist und die er mit großen Augen aus seiner Perspektive betrachtet. Aus meiner Sicht stellen die Abbildungen hohe Anforderungen, sind erklärungsbedürftig und sind frühestens für den jungen Leser ab 8 Jahre geeignet, wenn nicht entsprechende Leseerfahrung bereits vorliegt.

Was ist überhaupt ein Märchen? ";Eine Geschichte bei denen die Guten am Ende immer über die Bösen siegen und in der alles möglich ist: Wunder und Zauberei, Teppiche können fliegen, Tiere sprechen und Menschen sich verwandeln"; - so jedenfalls steht es im Kinderlexikon. Diese Bedingung ist hundertprozentig erfüllt. Märchen haben auch immer eine Botschaft, ABDI´s Botschaft heißt: ";Der Glaube an sich selbst kann Berge versetzen"; oder ";Wer etwas schaffen will, muss daran glauben, dass er es schaffen kann";. Für Madonnas Leben mag das zu treffen, denn als bekanntes Mutitalent hat sie bereits als Popstar, Filmstar und auch als Buchautorin vieles geschafft. In Bezug auf die Märchenfigur ABDI ist die Botschaft nicht so ganz nachvollziehbar. Erst glaubt er nicht, dass Eli es schaffen wird, das Schmuckstück herzustellen und auch nicht, dass sie es schaffen, das Schmuckstück rechtzeitig zu überbringen. Außerdem fragt sich der aufmerksame Leser, was ABDI denn überhaupt geschafft hat, denn das Schmuckstück wird von Eli hergestellt, ABDI lässt es sich wegen seiner naiven Geschwätzigkeit stehlen und wird anschließend in den Kerker geworfen und schließlich muss der Juwelier Eli ihn auch noch durch Magie befreien. Selbst dann scheint ABDI noch nicht viel gelernt zu haben, denn auf der Rückreise erzählt er denselben Gaunern, die ihn auf dem Hinweg bestohlen haben, wieder seine Geschichte!

Aber es gibt ja noch eine zweite Botschaft in dem Märchenbuch von Madonna, erschienen im Hanser Verlag: ";Und vergiss nicht, dass alles, was uns im Leben widerfährt, nur zu unserem Besten ist."; An diese Botschaft denkt ABDI fest, als er im Kerker sitzt und versucht ";das Gute an der Sache zu sehen"; und das Gute ist, dass ABDI endlich zur Toilette kann. Das erste Mal ";muss"; ABDI dringend, als er am Palast ankommt, dann immer noch, als er zum König geführt wird und dann darf er endlich, als er im Kerker ist. Sicherlich fallen die persönlichen, dringende Bedürfnisse einzelner Märchenfiguren meistens ";unter den Tisch";, aber ehrlich gesagt, ich persönlich finde das auch sehr gut so, denn dieser Bezug auf ein ganz reales Bedürfnis, reißt den Leser doch in diesem Moment wieder aus seiner Märchenwelt heraus, in die er möglicherweise gerade eingetaucht war. Ähnliches gilt für die persönliche Ansprache des Lesers, als ABDI Kerker sitzt: ";Nicht jede Schlange ist falsch, müsst ihr wissen";. Diese Metapher ist wahrscheinlich ebenso erklärungsbedürfig, wie die Mini-Kamele, die ABDI im Kerker umkreisen. Enttäuschend fand ich persönlich das Ende des Märchens von Madonna. Ich hatte beim Lesen fast den Eindruck, das es hier ";schnell zu Ende gebracht werden sollte."; oder einfach die Fantasie ausgegangen ist. ABDI wird durch Eli aus dem Kerker befreit, indem Eli die Schlange einfach durch Magie in ein Schmuckstück verwandelt. Beide werden reich belohnt, machen sich auf den Rückweg und aus ABDI wird dann irgendwann auch ein toller Juwelier. Somit steht wohl auch schon fest, dass es zumindest von ABDI keine weiteren Abenteuer zu erleben gibt.

Fazit:

Ein Märchenbuch der besonderen Art von einer außergewöhnlichen Autorin. Sicherlich ein ";Muss"; für Madonna Fans, aber auch für Märchenliebhaber, die mit dem Kauf des Buches die ";Spirituatelly for Kids Foundation"; unterstützen wollen, denn Madonna stellt sämtliche Einkünfte aus diesem Buch zur Verfügung.

Rufina Wieners

Die Abenteuer von Abdi

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