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Eine sympathische Heldin und eine originelle Story sorgen für gute Unterhaltung. Da stört es auch nur wenig, dass einige Nebenfiguren etwas klischeehaft wirken.

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Der Tonfall der Ich-Erzählerin trifft die Gedanken- und Gefühlswelt ihrer Leserinnen, einige Dialoge sind allerdings etwas langatmig geraten.

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Kinderbuch Couch

Buch-Rezension von Kinderbuch Couch Jul 2014

Lange hält Philippa ihren ausgefallenen Namen für das einzig Ungewöhnliche in ihrem Leben. Doch da bekommt ihr Vater einen neuen Job als Chauffeur bei einer reichen Familie angeboten. Philippas Eltern ziehen mit ihren drei Kindern auf das noble Anwesen - und plötzlich gerät alles ins Wanken, was Philippa bisher für selbstverständlich gehalten hatte.

Liebevolle Eltern, zwei jüngere Geschwister, eine allerbeste Freundin, Schule, Sport - das sind die Eckpunkte im ganz normalen Leben der elfjährigen Philippa. Eigentlich alles ganz prima, wären da nicht die Launen von Mariel, der besten Freundin seit Babytagen. Oder ist sie das gar nicht mehr? Denn immer häufiger streiten die Mädchen. Mariel gehört neuerdings zur Clique der drei Angeberinnen Arletta, Tiffany und Neomi und lässt seitdem kein gutes Haar mehr an Philippas Outfit. Plötzlich wird es zum Problem, dass Philippas Eltern weniger Geld verdienen und die Familie in einer ziemlich kleinen Wohnung lebt. Mariel zieht sich mehr und mehr von Philippa zurück. Und die könnte doch gerade jetzt eine allerbeste Freundin zum Reden gebrauchen. Denn ihr Vater findet einen neuen, besser bezahlten Job, für den die Familie umziehen muss. Künftig soll sie im Gästehaus der reichen Familie von Helsing wohnen, für die Philippas Vater nun als Chauffeur arbeitet. Das Anwesen ist höchst nobel, doch es gibt ein Problem: Philippa darf ihre Katze Limette nicht mitnehmen.

So packt sie nur schweren Herzens ihre Sachen. Und die Tatsache, dass die Tochter der Familie von Helsing, die gleichaltrige Celia, eine Oberzicke ist, macht das Eingewöhnen zusätzlich schwer. Außerdem irritiert Philippa das Verhalten der neuen Chefin ihres Vaters: Frau von Helsing scheint Philippa sehr genau zu beobachten, immer wieder lobt sie das Mädchen für sein Verhalten. Nach einem Gespräch mit Nneka, der Tochter der Köchin, die ebenfalls im Gästehaus lebt, keimt bei Philippa ein Verdacht: Hat ihr Vater den neuen Job nur deshalb bekommen, weil Frau von Helsing eine Freundin für ihre Tochter sucht?

Mit Mariel kann sie darüber nach wie vor nicht sprechen, denn die ignoriert sie komplett. Aber zum Glück gibt es Jona, den Mädchenschwarm aus ihrer Klasse, der ein offenes Ohr für Philippas Sorgen und so manche gute Idee hat, wenn Philippa gar nicht mehr weiß, was sie von der Situation halten soll. Sogar um Katze Limette will er sich kümmern. Jonas Fürsorge zaubert Schmetterlinge in Philippas Bauch: Sie ist verliebt. Das bekommt auch Celia mit - und plötzlich finden die so unterschiedlichen Mädchen eine gemeinsame Basis. Denn Celia ist gar nicht die Zicke, für die sie alle halten, sondern eine verunsicherte Elfjährige, die am liebsten aus ihrem goldenen Käfig ausbrechen möchte. Und die in Nnekas Bruder Ayo verliebt ist. Gemeinsam schmieden die Mädchen einen Plan, wie sich ihre Wünsche erfüllen lassen. Auf dem großen Sommerfest der Familie von Helsing wollen sie ihn umsetzen. Doch da erfahren sie ein unglaubliches Geheimnis, das Celias und Philippas Leben komplett auf den Kopf stellt: Sie sind als Neugeborene im Krankenhaus vertauscht worden. Wer ist jetzt ihre Familie? Müssen sie künftig das Leben der anderen leben?

"Philippas verkehrte Welt" bietet eine originelle Story rund um eine sympathisch normale Heldin mit viel Identifikationspotenzial für die Zielgruppe: Es werden vor allem Mädchen im Alter der Hauptfigur sein, die zu dem flott geschriebenen Buch greifen. Erzählt wird konsequent aus Philippas Perspektive, die übrigen Figuren bleiben teilweise ein wenig blass und klischeehaft: Jona ist der etwas zu perfekte Mädchenschwarm und auch Nneka und Ayo haben wenig Kontur.

Autorin Patricia Schröder trifft durchaus realistisch den Tonfall, die Gedanken- und Gefühlswelt ihrer Leserinnen, die sie gleich auf der ersten Seite persönlich anspricht und damit in die Geschichte hineinholt: "Ist es dir schon mal passiert, dass dein Leben von heute auf morgen vollkommen durcheinandergeschüttelt wurde?" Auch im weiteren Verlauf wendet sich die Ich-Erzählerin immer wieder persönlich an ihre Leser, um auf das weitere Geschehen neugierig zu machen. Das wirkt manchmal ein bisschen penetrant: Spätestens nach der dritten Ankündigung weiß jeder, dass sich in Philippas Leben Dramatisches ereignen wird.

Angenehm unaufgeregt dagegen bringt die Autorin ihre Leserinnen dazu, sich mit Themen wie der Bedeutung von familiären Bindungen und Freundschaft zu beschäftigen. Der Text muss dafür gar keine expliziten Reflexionen liefern. Die klar strukturierte und gut verständliche Handlung führt die Leser automatisch zu der Frage: "Was wäre, wenn ich in Philippas Situation käme?"

Fazit: "Philippas verkehrte Welt" ist gut erzählte Unterhaltung für Mädchen ab 10, die Geschichten aus dem Alltag mögen. Die Story geht dabei über die üblichen Freundschaft-Schule-Erste-Liebe-Geschichten hinaus. Das Thema "Als Baby vertauscht" ist zwar kein neues Motiv, hier aber auf eine für die Altersgruppe der Leserinnen passende Weise aufgearbeitet: Sie werden sich gut in die Ängste der Hauptfigur hineinversetzen können, das Happy-End nimmt aber dem Thema die Schwere. Meine Tochter (12 Jahre) bringt es auf den Punkt: "Traurig und schön zugleich."

Eva Dignös, Juli 2014

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