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Idee

Doro ist eine wundervolle Identifikationsfigur, nicht perfekt, aber wichtiger als alles andere sind ihr ihre Freunde. Das Thema „Freundschaft“ wird hier groß geschrieben. Außerdem: Eine wirklich originelle Idee, witzig umgesetzt.

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Die s/w Illustrationen von Daniel Napp greifen den Tenor der Geschichte sehr treffend auf. Von kleinen Detailzeichnungen bis hin zu ganz- und doppelseitigen Illustr. sehr abwechslungsreich und witzig.

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So locker und warmherzig-witzig erzählt, dass man von der ersten Seite in die Geschichte findet. Sie ist leicht vorzulesen und aufgrund ihrer Geradlinigkeit ebenso pointiert wie einfühlsam

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Kinderbuch Couch

Buch-Rezension von Kinderbuch Couch Jul 2014

Doro Schippers hat schon ihren eigenen Kopf - das stimmt schon. Statt in die Schule zu gehen, sucht sie lieber das Museum auf und entdeckt dort, rein zufällig, am "Portrait des Prinzen Maximilian auf der weißen Rossa" ein goldenes Haar. Und genau dieses löst ein unglaubliches Abenteuer aus. Ein unglaublich-verrücktes Abenteuer um einen Prinzen von Anno Dazumal, der in unserer Zeit gelandet ist, um die Wissenschaft und Doros Mutter sowie um die Tatsache, dass Klugheit sich auf ganz verschiedene Weise zeigen kann...

... dabei finden die beiden kleinen Brüder ihre ältere Schwester gar nicht so besonders klug. Die "Birnchen" wie Doro die Zwillinge nennt, sind beide sehr hochbegabt und emsig mit einem Experiment mit Riesen-Löwenzahn und dem Herstellen von Kunststoff beschäftigt. Sie forschen, überspringen Klassen, besuchen an der Uni Vorlesungen und sind offensichtlich ganz nach dem Herzen der ebenso talentierten wie brillanten Eltern, ihres Zeichens Chemikerin kurz vor der Professur und genialer Mathematiker mit Auszeichnung.

Sets sind aber ihre Hirnregionen mit wissenschaftlichen Dingen belegt, weshalb sie nur wenig von Doro´s Leben mitbekommen. Dabei scheint sie oft die einzig lebenskluge inmitten der Voll-Theoretiker zu sein.

Doch dann schafft es Doro doch tatsächlich - durch die Verkettung von unglaublichen Zufällen und mithilfe des goldenen Prinzenhaars - aus der grauen Ursuppe, an der ihre Mutter im heimischen Keller forscht, einen echten Prinzen zum Leben zu erwecken.

Etwas klein ist er ja schon, der Prinz, aber sehr höflich und nett in seiner etwas gestelzten Ausdrucksweise. Doro und Max (wie sie Prinz Maximilian kurzerhand nennt) verstehen sich auf Anhieb. Leider steht es gleichzeitig zwischen Doro und Mutter Schippers nicht zum Besten, da Doro etwas von der Ursuppe stibitzen musste, um den Prinzen vor dem "verholzen" zu retten. Um aber dauerhaft sein Leben zu retten, muss Doro sich etwas einfallen lassen - an die Ursuppe ihrer Mutter darf sie nicht mehr. Da ist guter Rat - bzw. Hilfe in Sachen Chemie - teuer.

Am Ende sind nicht nur Doro, der Prinz, Doro´s beste Freundin Yade und das Pferd Tasso (das immer so tut, als würde es jedes Wort verstehen) verschwunden, sondern die ganze Ursuppe. Was für ein Durcheinander....

Christina Erbertz zweites Kinderbuch, das im Juli 2014 bei Beltz & Gelberg erscheinen wird, verbindet - ganz wie auch in "Freddys Wurm" - die Alltagsprobleme ihrer kindlichen Helden mit einem buchstäblich haarsträubenden Abenteuer.

Elegant verschränkt sie beide Ebenen ineinander und mit der Zeit wird es eine ganz normale Sache, dass Doro einen kleinen Prinzen in der Tasche hat, der nicht nur sehr höflich und nett, sondern auch mutig ist. Der kleine Prinz ist keineswegs weniger selbstbewusst als seinerzeit im Bayrischen Königreich. Von wegen. Nur zurück will er nicht, die Zeiten waren damals hart für junge Prinzen. Christina Erbertz erzählt das alles so locker und warmherzig-witzig - ausgestattet mit prägnanten und humorvoll gesetzten Wiederholungen - dass es von der ersten Seite an leicht fällt, in die Geschichte zu finden. Sie lässt sich leicht vorlesen und ist aufgrund ihrer Geradlinigkeit auch dementsprechend pointiert, wenn wieder einmal mehr als zwei Dinge zusammen kommen, die man so nicht erwartet hätte.

Aber spaßig sind nicht nur die knappen und bildhaften Beschreibungen der turbulenten Geschehnisse, auch die altertümliche Sprache des Prinzen, der sich ja erst unserer Ausdrucksweise anpassen muss, hat Christina Erbertz sehr gelungen für heutige Leser/innen adaptiert.

Die Erzählstimme nimmt dabei die Perspektive von Doro ein und gibt den Leser/innen gute Einblicke in Doro´s Welt und ihre Denkweise. Und das Mädchen, das wir auf diese Weise kennen lernen, ist durch und durch sympathisch und aufrichtig. Eine wundervolle Identifikationsfigur, da sie nicht perfekt ist, es nicht sein will und stets versucht, aus dem Schlamassel heil herauszukommen. Aber mehr noch: Wichtiger als ihre eigene Haut ist sind ihr ihre Freunde. Überhaupt schreibt Christina Erbertz das Thema "Freundschaft" in ihren beiden Büchern sehr groß. Gefühle, Gedanken und Sorgen dazu, die jedes Kind kennt, denn Freunde sind einfach mit das wichtigste im Leben.

Auch wenn so manche Szene von der Autorin ziemlich auf die Spitze getrieben wird, immer bleibt sie ihrer Linie treu, wenn es um die Gefühle ihrer Protagonisten geht. Aufrichtig beschreibt sie deren Nöte und ihren Alltag. Auch für Christina Erbertz wichtig: Ihre Helden zerbrechen nicht an ihrem vermeintlichen "Manko", sondern zeigen sich als starke Persönlichkeit. Auf diese weise holt die Autorin ihre jungen Leser/innen ganz in ihrer Welt ab und versteht es, ihnen eine Welt zu bieten, in der sie sich wiederfinden können - aber in der auch alles möglich ist. Auch einen Ursuppen-Prinzen zu retten.

Last but not least sind die beiden Mädchen auch zum ersten Mal etwas verliebt - oder auch etwas mehr. Aber mehr verrate ich an dieser Stelle nicht.

In unserem Interview mit Christina Erbertz erzählt die sympathische Wahl-Berlinerin mehr über ihre Arbeit als Autorin, auch von ihrer Arbeit als Drehbuchautorin, bei der so erfolgreiche TV-Serien wie Löwenzahn oder Beutolomäus mit ihren Geschichten bereichert hat.

Fazit

Originell und leichtfüßig kommt Christina Erbertz´ zweites Kinderbuch daher und verbindet im ganzen "Ursuppen-Chaos" jede Menge toller Botschaften mit ebenso viel Lesespaß!

Stefanie Eckmann-Schmechta, Juli 2014

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