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Astrid weiß sich stets zu helfen. Mit Wortwitz und Schlagfertigkeit lässt sie sich auch in brenzligen Situationen nicht einschüchtern und gewinnt so die Herzen ihrer Leser.

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Die Handlung ist mitreißend und einfallsreich, und hält so den Leser bei der Stange. Aus dem Norwegischen von Angelika Kutsch

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Andrea Delumeau

Buch-Rezension von Andrea Delumeau Sep 2014

Die fast elfjährige Astrid leidet sehr unter der Scheidung ihrer Eltern. Deshalb entwickelt sie den raffinierten Plan, die beiden auf eine einsame Insel zu locken, auf der sie früher gemeinsam wunderschöne Ferien verbracht haben. Damit schlittern die drei in ein gefährliches Abenteuer...

Astrid ist ein aufgewecktes Mädchen mit viel Phantasie. Umso mehr leidet sie unter der Scheidung ihrer Eltern und wie ein wenig beliebtes Geschenk zwischen den beiden hin - und hergeschoben zu werden. Sie mag auch die neuen Lebenspartner der Eltern nicht und gibt ihnen Spitznamen, die ihr Missfallen zum Ausdruck bringen. Ihre Hobbies sind Theater und Schauspiel und so kommt sie auf die Idee, so zu tun, als ob sie ausgerissen sei, damit ihre Eltern ihr auf eine abgelegene Insel nachfolgen, auf der sie früher glückliche Familienferien verbracht haben.

Sie denkt wirklich an alle Details, nicht nur an Essen und Kleidung. Es grenzt schon an einer Meisterleistung, wie sie sich während einer Theaterschulaufführung von Pippi Langstrumpf", in der sie die Hauptrolle spielt, den Bolzenschneider des Hausmeisters besorgt, den sie für ihren Plan braucht. Ein weiterer Höhepunkt ist, wie sie verhindert, dass die Eltern mit ihren neuen Lebenspartnern Kontakt aufnehmen können, damit diese den Eltern nicht nachreisen. Astrid wünscht sich, dass so die Eltern ungestört wieder zueinander finden.

Zunächst verläuft alles nach Plan. Es gelingt ihr, allein mit dem Zug von Norwegen nach Schweden zu fahren, dort ein Boot auszuleihen und die Teufelsinsel zu erreichen. Die Eltern folgen ihr tatsächlich nach. Dann beginnt ihr Plan aber schief zu laufen: der Vater bricht sich ein Bein, beide Boote (Astrids und das der Eltern) sind weg (das der Eltern hat Astrid selbst losgebunden, ihr eigenes ist unauffindbar), so dass sie auf der Insel festsitzen.

Dazu stellt sich heraus, dass sie auf der Insel nicht alleine sind, außer dem Einsiedler Milos ist da noch eine kleine Gruppe von Entführern mit ihrem Opfer, dem Sohn einer der reichsten Familien Schwedens. Danach beginnt ein spannender Krimi, die Eltern fallen in die Hände der Entführer, während Astrid auf Milos trifft.
Wird es den beiden gelingen, die Eltern und das gekidnappte Opfer zu befreien? Und was wird aus Astrids Plan?

Der in seiner Heimat schon sehr bekannte Autor Levi Henriksen legt mit seinem ersten Kinderbuch eine gelungene Mischung aus fröhlicher Alltagsgeschichte und spannendem Kinderkrimi vor.

Die norwegische Originalausgabe wirkt deshalb auch eher unheimlich, in schwarz und grün gehalten sieht man ein Mädchen mit Ferngläsern, während auf dem deutschen Umschlagbild ein keckes Mädchen breitbeinig über den Dächern einer skandinavisch aussehenden Hafenstadt steht, die gespreizten Arme in die Hüften gestemmt. Die deutsche Übersetzung klingt leider nach typischem Mädchenbuch, während der norwegische Originaltitel Ein Engel auf der Teufelsinsel" den Leserkreis weniger einschränkend wirkt.

Die Erzählperspektive ist aus Astrids Sicht und lässt den Leser so unmittelbar am Geschehen teil- haben. Wie gebannt folgt man den Abenteuern dieser modernen Pippi Langstrumpf, die zwar nicht über Riesenkräfte verfügt, aber dennoch ein starkes"=unabhängiges Mädchen ist, das nicht auf den Mund gefallen ist und sich selbst zu helfen weiß.

Dass der Vergleich mit Pippi Langstrumpf sich förmlich aufdrängt, liegt auch daran, dass sie wie diese nicht erwachsen werden will. Um nicht zu wachsen, macht sie jeden Tag mehrere Kopfstände, (hatte sie doch gelesen, dass dies wachstumshemmend wirkt) was aber zu ihrem großen Entsetzen nicht das erwünschte Resultat bringt. Die Erlebnisse auf der Teufelsinsel haben jedoch bei ihr einen Reifungsprozess ausgelöst, so dass sie akzeptiert, nicht mehr ein kleines, schutzbedürftiges Kind, sondern ein heranwachsendes junges Mädchen zu sein.

Mit viel Feingefühl setzt der Autor seine Pointen ein und beweist seinen meisterlichen Einsatz von Situationskomik vor allem am Anfang der Geschichte, als Astrid die jeweiligen neuen Partner der Eltern auszuschalten sucht! Sein psychologisches Feingespür bestätigt der Autor auch durch den Blickwinkel seiner pfiffigen Heldin auf die oft auf Kinder befremdlich wirkenden Verhaltensweisen der Erwachsene.

Auch sonst weiß sich der Autor überzeugend in seine Heldin hineinzuversetzen, z.B. als er deren fast magischen Wunschglauben schildert, der typisch für deren Altersgruppe ist. Z.B. spricht Astrid immer den Vornamen des neuen Freundes der Mutter dreimal rückwärts aus, wenn sie von ihm redet, in der Hoffnung, er möge sich dadurch eines Tages quasi in Luft auslösen.

Überhaupt wirken Astrids Abenteuer so lustig, spannend und überzeugend, dass man dem Autor sogar das statistisch gesehene eher unwahrscheinliche happy-end abnimmt, und das Buch als besten Lesestoff ab neun empfehlen möchte.

FAZIT

Eine gelungene Mischung aus Alltags- und Abenteuergeschichte mit einer gewitzten Heldin, die bei ihren jugendlichen Lesern gut ankommen wird.

Andrea Delumeau, September 2014

Astrids Plan vom großen Glück

Astrids Plan vom großen Glück

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