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Blühende Fantasie, liebenswert-skurrile Darsteller, eine berührende Kerngeschichte, mit viel warmherzigen Grusel und Abenteuer. Voilà: Bestes Lesefutter für die ganze Familie – auch zum Vorlesen geeignet.

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s/w Illustrationen von Pete Williamson: Auf jeder Seite gibt es etwas zu entdecken, er erschafft mit blühender Fantasie die Kulisse zu diesem liebenswerten Horrorkabinett.

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Quirlig, lebendig, aber auch einfühlsam und mit vielen, lustigen Pointen und Dialogen. Man merkt, dass Guy Bass auch Theaterstücke schreibt.

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Stefanie Eckmann-Schmechta

Buch-Rezension von Stefanie Eckmann-Schmechta Sep 2014

Hoch oben, über Rafferskaff, da liegt die Burg zu Grottenow. Ein unheimlicher Ort, von wo markerschütternde Schreie in den kleinen Ort dringen. Die Menschen fürchten sich, denn es soll dort furchtbare Monster geben und einen verrückten Professor namens Erasmuns, der dort Leben erschafft, wo es eigentlich keines geben sollte. Und da ist noch Schadalbert Scheusalfinder mit seinem fahrenden Jahrmarkt der unnatürlichen Wunder, immer auf der Suche nach neuen Monstrositäten...

Stichkopf, ein kleines Monster mit riesigem Kopf und zwei verschiedenen Augen wird abermals Zeuge von Professor Rassmus´ neuester Schöpfung. Dieser ruft Lebe!" und wieder einmal ist er davon überzeugt, das genialste Geschöpf aller Zeiten erschaffen zu haben. Aber leider sind es schon sehr viele monstermäßigen Superlative, die Rassmus erschaffen hat. Die alte Burg ist schon voll davon und kaum hat der Professor ein neues Wesen geschaffen, wendet er sich bereits dem nächsten zu. Das Problem ist nur: Er nimmt in letzter Zeit immer häufiger Werwolf-Extrakt, weshalb die Monster dazu neigen, vollkommen aus dem Ruder zu laufen.

Der zurückgezogen lebende Stichkopf kümmert sich genau um diese unglücklichen Geschöpfe und verabreicht ihnen unter Einsatz seines Fast-Lebens" einen Gegentrank, der die Monster wieder friedlich sein lässt. Stichkopf weiß, wenn eines von Professor Rassmus Geschöpfen in Rafferskaff eindringt und die Menschen attackiert, sind alle Bewohner von Grottenow in Gefahr. Obwohl der Professor sich gar nicht mehr an Stichkopf erinnert, sich nicht an ihren damaligen Freudnschaftsschwur entsinnen kann, ist Stichkopf immer noch loyal zu seinem undankbaren Erschaffer. Das macht Stichkopf sehr einsam und traurig. Alles ändert sich, als Stichkopf das neueste - und noch dazu riesige Monster - mit einem Gegenmittel, dem Heiltrank für Entwolfung", davon abhalten kann, die Burgmauern einzureißen. Das Ungetüm - das nie einen anderen Namen haben wird, da es sich natürlich an nicht erinnern kann - ist schnell ein gutmütiger und umgänglicher Kerl, der ziemlich schnell Angst bekommt und sich gruselt. Er sieht in Stichkopf seinen bestesten Freund" doch Stichkopf wäre lieber wieder allein in seiner Gruft.

Nicht einmal mit den anderen Monstern, Gespenstern und allen möglichen Mischwesen" hat der kleine Kerl Kontakt, dabei stellt sich - aller Panik der Ungetüms zum Trotz - heraus, dass sie allesamt sehr freundlich sind. Aber was stellen sie für ein Gruselkabinett dar!

Genau das sucht Schadalbert Scheusalfinder für seinen fahrenden Jahrmarkt der unnatürlichen Wunder. Gemeint sind natürlich allerlei Freaks, die er vor aller Augen ausstellt. Dabei sind seine Freaks gar nicht so außergewöhnlich und Schadalbert, der von den Monstern auf der Burg Grottenow erfährt, wittert das größte Geschäft seines Lebens. Und dann kommt es, wie es kommen musste: Als Scheusalfinder an das große Burgtor klopft, geht natürlich Stichkopf hin, um den ungebetenen Gast abzuwimmeln. Stichkopf hat noch nie im Leben andere Menschen gesehen und ist fasziniert. Noch faszinierter ist er von der Aussicht mit Scheusalfinder durch die Lande zu fahren und von allen Menschen bewundert zu werden. Endlich ist Stichkopf nicht mehr unsichtbar - doch nicht nur das Ungetüm will ihn aufhalten, schnell wird klar, was der Scheusalfinder wirklich im Schilde führt. Jetzt müssen alle zusammenhalten...

Natürlich erinnert das alles irgendwie an Frankensteins Monster" für Kinder. Das macht aber nichts, denn wenn man einen Klassiker so fantasievoll neu belebt, kann man getrost die Vorlage" vergessen und sich freudig der neuen Geschichte zuwenden, zumal diese ihre jungen Leser/innen ab 8 Jahren fest im Auge behält.

Der britische Kinderbuchautor Guy Bass hat mit Stichkopf und der Scheusalfinder einen kleinen Anti-Helden geschaffen, den man sich durchaus in Serie vorstellen könnte. Ihm hat er jede Menge liebenswerte Nebendarsteller zur Seite gestellt. Allen voran das Ungetüm, das mich in seiner aufgeregt-naiven Redeweise irgendwie an Tigger" aus Winnie Puuh" erinnert. Und man kann ihn auch in diesem Tonfall auch super vorlesen. Da sind die Lacher garantiert! Wie auch insgesamt Guy Bass´ Geschichte herrlich skurril, einfallsreich und voller Situationskomik ist.

Dabei bleibt jedoch das Gefühl nicht auf der Strecke, denn Stichkopf hat eine gar nicht schöne Erfahrung über das Verlassen Werden ganz tief in sich begraben. Eine Vorgeschichte, die jedes Kind nachvollziehen kann und die zu Herzen geht. In diesem Spannungsfeld lädt Guy Bass seine Geschichte - zusammen mit all seinen ziemlich schrägen Figuren - so wunderbar positiv auf, dass man eigentlich kaum von einer Gruselgeschichte sprechen kann. Und dennoch ist sie eine - nicht zuletzt durch die vielen, herrlichen schwarz-weiß Illustrationen von Pete Williamson, der als Illustrator und - wen erstaunt es angesichts dieser dynamischen Zeichnungen? - als Animationsdesigner in London arbeitet. Dass ihm das Gruselgenre" am meisten Spaß macht, sieht man auf den ersten Blick. Eine perfekte Verbindung also zwischen Guy Bass´ sprachlicher Verspieltheit, die vor Einfallsreichtum nur so sprüht, z.B. wenn er ein Kapitel mit alten Gedichten oder Monstertränken beginnt, wenn er von Fast-Leben" erzählt und seine Darsteller nach allerbester Dialogregie Pointen setzen lässt.

Es gibt so viele Details, die in diesem kleinen, schmalen Buch enthalten sind, dass ich es allen Interessierten empfehlen möchte, einmal einen Blick hineinzuwerfen. Gerade lesemuffelige Jungs werden sich von dieser liebenswert-skurrilen Welt angezogen fühlen. Von dem niedlichen aber gar nicht perfekten Stichkopf und dem etwas tumben, aber herzensguten Ungetüm und natürlich von den vielen anderen optischen Gimmicks, sei es als Illustration, als Hintergrund oder einer sprachlichen Hervorhebung, die sich auf jeder Seite tummeln. Irgendwo ist immer was - und das ist es auch, was dem quirligen Sprachstil Guy Bass entspricht.

Neben der berührenden Vorgeschichte Stichkopfs und den vielen originellen Einfällen möchte ich aber auch noch den stimmigen Verlauf der Geschichte hervorheben. Denn Guy Bass schafft es, dass die Monster am Ende doch einmal echt gruselig und böse sein dürfen, allerdings für einen guten Zweck, bevor sie wieder brav ins Körbchen" zurückkehren. Ein wirklich kluger Kniff, hat er doch über den gesamten Verlauf der Geschichte seinen jungen Lesern deutlich machen können, dass sie sich vor Ungetüm" und Konsorten nicht zu fürchten brauchen. Legen die wilden Gesellen dann los, dann entlockt es den Kindern höchstens schadenfrohe Lacher, denn endlich geht es den wirklich bösen an den Kragen. Insgesamt werden alle - seien es auch noch so unappetitliche Gestalten - als sehr liebenswert und kollegial dargestellt. Eine echte Monster-WG mit Herz, also. Aber mehr wird jetzt nicht mehr verraten nur so viel: Davon hätte bestimmt jeder junge Gruselfan mehr.

Fazit

Das wohl liebenswerteste Horrorkabinett aller Zeiten! Autor Guy Bass und Illustrator Pete Williamson laufen in Stichkopf und der Scheusalfinder zur Höchstform auf.

Stefanie Eckmann-Schmechta, September 2014

 

Stichkopf und der Scheusalfinder

Stichkopf und der Scheusalfinder

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Letzte Kommentare:
17.06.2019 08:49:35
Peter

Es ist spannend zum lesen
Und ich finde gut das es ein happy end hat