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Vier Kinder und eine Katze auf einer abgelegenen Insel – wenn das nicht ein Garant für Spaß, Unterhaltung und Spannung ist – kurzweilige Abenteuergeschichte im „Fünf Freunde“-Stil

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Gute kurzweilige Lektüre: unterhaltsam geschrieben, mit viel Wortwitz und Spannung.

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Claudia Goldammer

Buch-Rezension von Claudia Goldammer Nov 2014

Ferien auf einer abgelegenen Insel, vier Kinder, ein Kater und eine unkonventionelle Tante - gähnende Langeweile oder perfekte Ferienidylle? Die vier Karlsson Kinder haben jedenfalls kaum Zeit, sich richtig zu beschnuppern, da passieren auch schon merkwürdige Dinge...

Julia, Hummel, George und Alex einen nicht nur familiäre Bande sondern auch ein gemeinsames Schicksal: die Cousins und Cousinen "dürfen" die Sommerferien bei ihrer Tante Frida auf der einsamen Insel Doppingön verbringen. Vor allem Julia und Hummel sind wenig begeistert davon, hatte ihre Künstler-Tante das letzte Mal doch kaum etwas zu essen im Haus und nur ihre eigenartige Draht-Kunst im Kopf. Und ihre Cousins kennen die beiden Schwestern auch nur von Erzählungen. Aber Widerspruch hilft nicht.

Doch glücklicherweise lassen sich die Ferien nach dem ersten Kennenlernen besser an als gedacht. Die Kinder schlafen allein im Turmhaus, Hummels Kater ist auch mit von der Partie und Cousin Alex, Franzose und kochbegeistert, zaubert die leckersten Gerichte. Doch dann trüben mysteriöse Vorgänge die Inselidylle. Vorräte verschwinden aus der Speisekammer, Tante Frida hält Nachtwache, die Kinder finden einen einzelnen Turnschuh am Strand, sehen am anderen Ende der Insel Feuerschein und erblicken auf einem Felsen eine schwarz vermummte Person. Als zu allem Übel Tante Frida für ein paar Tage beruflich verreisen und sie allein auf der Insel lassen muss, sind die Gefühle der Kinder gemischt. Aber natürlich würden sie das Frida gegenüber niemals eingestehen. Doch dann verschwinden noch mehr Vorräte, die Verfolgung eines geheimnisvollen Wasserdiebes scheitert und Georges Handy ist erst unauffindbar und taucht dann plötzlich wieder auf.

Also beschließen die Vier der Sache gründlich auf die Spur zu gehen und erst einmal die Quelle des Feuers zu suchen. Dabei lernen sie tiefe Wälder kennen und entdecken schließlich auf einer Lichtung die gut versteckte Feuerstelle. Systematisch suchen sie die Gegend nach den Unbekannten ab und stoßen auf eine bisher nicht gekannte Höhle. Darin befinden sich ein paar wenige Sachen, wie Konservendosen, eine Fahne und Decken. Gerade als sie tief aus einer Höhlenecke ein unterdrücktes Atemgeräusch hören, wird Alex davor von einer Gestalt in dunklen Kleidern angegriffen. Eine wilde Schlägerei entbrennt, an deren Ende sich der Angreifer als kleiner Junge und das Atemgeräusch in der Höhle als seine Schwester herausstellt. Beide sind Flüchtlinge aus Algerien, die von Schleppern auf dieser einsamen Insel ausgesetzt wurden und eigentlich auf dem Weg zu ihrem Onkel in Stockholm waren. Kurzerhand nehmen die vier Kinder die beiden völlig verängstigten Flüchtlinge mit zum Turmhaus, versorgen sie mit Wasser, neuen Sachen, Nahrung und einem richtigen Bett. Als Tante Frida zurückkehrt, setzen sie sofort alle Hebel in Bewegung, um die beiden wohlbehalten zu ihrem Onkel zu bringen und krönen den perfekten Urlaub so mit einer guten Tat.

Vier Kinder und ein Haustier auf Abenteuer - wen erinnert das nicht stark an die legendären "Fünf Freunde" von Enid Blyton? Zumal, wenn auch die Charaktere und sogar deren Namen sehr ähnlich angelegt sind: Hummel isst für Leben gern (ähnlich wie Dick), Julia ist die Besonnene (wie Julian), Alex eher der häusliche Typ (wie Anne) und George überrascht durch unerwartete Züge (so wie Georgina). Zudem ist Kater den beiden Schwestern zugelaufen, ähnlich wie Timmy, der Hund. Zusammen erleben auch diese Fünf unvorhergesehene Abenteuer, beweisen Klugheit, Mut und Witz und schmieden einen Bund fürs Leben. Dass die Szenerie dann allerdings doch eher an Bullerbü erinnert, mag der ursprünglichen Profession von Katarina Mazetti geschuldet sein, die als Englisch- und Schwedischlehrerin scheinbar aus beiden Kinderliteraturkulturen einen Extrakt gewinnen wollte.

Trotz dieser Vorbehalte, nur einen Aufguss der beiden Klassiker zu lesen zu bekommen, nehmen die Karlsson Kinder" von den ersten Seiten an schnell gefangen und bereiten kurzweiligen Lesespaß. Vor allem durch die witzige und wortgewandte Hummel, der ihr Übergewicht völlig egal ist und die teilweise schnippisch auf stichelnde Bemerkungen reagiert, gewinnt das Buch schnell an Fahrt. Die Konstellation mit den vier Cousins, die sich erst noch kennen lernen müssen, einer unkonventionellen Tante und der Abgeschiedenheit auf einer einsamen Insel ohne Fließend Wasser birgt großes Potenzial für spannende Entwicklungen.

Die Geschichte ist schnell und flüssig geschrieben und trifft sprachlich größtenteils den Duktus der Altersgruppe, ohne zu salopp oder umgangssprachlich zu sein. Die Charaktere der Kinder werden gut eingeführt, jeder bekommt eine Rolle zugeschrieben, in der trotzdem Raum für Entwicklungen gelassen wird. Ein Teil des Lesezaubers macht ganz klar das Spiel der Autorin mit Kinderträumen aus: Abenteuer, Alleinsein auf einer Insel, Freiheit und das Glück, tun und lassen zu können, was man will. Was schon den Fünf Freunden zu Ruhm verholfen hat, funktioniert auch heute noch. Um dem Setting bei aller Schweden-Idylle einen modernen Anstrich zu geben, fahren die Kinder aufs Festland, um am Computer in der örtlichen Bibliothek den Facebook-Status zu aktualisieren oder haben das Handy immer griffbereit. Tatsächlich wirken diese Einstreuungen allerdings etwas künstlich und konstruiert.

Die Handlung entwickelt sich in einer kontinuierlichen Spannungskurve, in der Gänsehaut-Erlebnisse durch witzige Dialoge und Wortgefechte wieder etwas entschärft werden. Vielleicht ist es durch diese Rücknahmen, vielleicht aber auch durch die gezeichnete Idylle, dass das Ende des Buches in deutlichem Gegensatz zum friedlichen Landleben steht und mit politischen Verfolgungen, getöteten Elternteilen und Flüchtlingskindern gleich schwere Themen aufgreift. Weniger starker Tobak wäre hier nicht verkehrt gewesen, zumal auch Alex Kurzvortrag über Präsidentenmorde und Bürgerkrieg etwas überzogen wirkt. Diese Themen lassen die Leser mit einer Hilflosigkeit zurück, die so gar nicht zu der sonstigen Leichtigkeit des Buches passen will.

Für alle, die nach dem ersten Band der Reihe wissen wollen, wie es mit den Karlsson Kindern weitergeht, für den gibt es eine gute Nachricht: Der zweite Band mit dem Titel Die Karlsson-Kinder - Wombats und wilde Kerle" ist seit September 2014 erschienen. Hier treffen die vier Karlssons auf Tante Fridas Insel die Wombats. Und genau diese niedlichen, verfressenen Nager sollen ihnen dieses Mal helfen, zwei zwielichtige Gestalten von der Insel zu vertreiben, ehe es ihnen mit Tante Frida gelingen kann. Ob das funktioniert?

Fazit:

Sommer, Sonne, Abenteuer, vier Kinder und ein Kater - gute Zutaten für eine unterhaltsame, spannende und kurzweilige Lektüre in Serie. Gelungenes Lesevergnügen à la "Fünf Freunde".

Claudia Goldammer, November 2014

Die Karlsson Kinder - Spukgestalten und Spione

Die Karlsson Kinder - Spukgestalten und Spione

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