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Idee
Bilder
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Idee

Eine Qualle als Bilderbuchheld - das ist neu. Das Quallenfamilienleben bietet dann allerdings nicht so viel Außergewöhnliches: Mama kocht, Papa ist Arzt und Opa ist fürs Geschichtenerzählen zuständig.

Bilder

Die Unterwasserwelt erscheint zwar bis auf ein paar Blubber-Luftblasen eher trocken, ist aber mit Humor und Liebe zum Detail in Szene gesetzt. Durchgehend farbig illustriert von Julia Ginsbach.

Text

Die Sprache wirkt gelegentlich etwas hölzern, die Figuren blutleer. Und mancher Wortwitz scheint eher für Erwachsene gedacht.

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Claudia Goldammer

Buch-Rezension von Claudia Goldammer Nov 2014

Da sage noch einer, es gebe keine Namen mit dem Buchstaben Q: Im Bilderbuch Quentin Qualle reicht der Namenseinfallsreichtum der Autoren gleich für eine ganze Quallen-Großfamilie, von Bruder Quotan bis Oma Querulante. Der glibbrige Unterwasser-Clan steht im Mittelpunkt einer neuen Bilderbuchreihe des Loewe Verlags nach einer Idee des Sängers Heinz Rudolf Kunze.

Im ersten Band, den der Produzent und Schlagzeuger des Deutschrock-Sängers, Jens Carstens, zu Papier gebracht hat, muss sich Quentin mit angriffslustigen Muränen herumschlagen. Die Raubfische attackieren seine Quallen-Kameraden auf dem Weg zur Schule. Gabi die Garnele, seine sehr kluge, sehr hübsche Freundin, weiß auch warum: Ober-Muräne Hans liegt mit Migräne im Bett. Und niemand sagt seinen Kumpanen jetzt, was richtig und was falsch ist.

Der hilfsbereite Quentin, der Muräne Hans noch aus der Muschelflötenstunde kennt, wagt sich in die Höhle des Löwen, respektive das Schiffswrack, in dem die Muränen leben. Denn er hat eine Idee, wie dem migränekranken Hans geholfen werden könnte. Doch die spitzzahnige Muränenbande hält davon erst einmal gar nichts ...

Eine Qualle als Bilderbuchfigur - das ist ganz schön mutig. Denn die anpassungsfähigen Meeresbewohner gehören zwar zu den ältesten Tieren der Erdgeschichte, haben aber einen mäßigen Niedlichkeitsfaktor und gewisse Imageprobleme - vor allem, wenn sie in beliebten Badebuchten auftauchen. Quentins Sippe sammelt trotzdem Sympathiepunkte. Illustratorin Julia Ginsbach zeichnet sie als freundlich grinsende Unterwasser-Barbapapas mit Tentakeln. Die witzigen Namen von Quadalbert über Quendola bis hin zu den Babys Quip und Quap tun ihr Übriges. Nur der Opa "mit dem geheimnisvollen Namen Gerd" fällt aus der Reihe.

Die bunten Illustrationen, die sich meist über eine Doppelseite erstrecken, stecken voller witziger Details und laden dazu ein, genauer hinzusehen. Statt eines Buddelschiffs hat Familie Qualle einen Lkw in der Flasche im Regal stehen. In einem großen Glas wartet der Spülfisch auf seinen Einsatz und Oma Querulante spielt Schach mit Figuren in Delfinform.

Auch der Text enthält ein paar lustige Wortspielereien: Zum Frühstück gibt es Quatella auf Algenbrot und Quentin und Gabi kennen sich aus der Quabbelgruppe. Die "Gebrüder-Scholle-Schule" bedient allerdings wohl eher die erwachsene (Vor-)Leserschaft.

Die Handlung ist für Kinder gut nachvollziehbar, bleibt aber eher konventionell: Der hilfsbereite Quentin bringt mutig die Muränen zur Räson. Zwischentöne gibt es keine, die Sprache wirkt gelegentlich etwas steif und konstruiert, beispielsweise wenn Muräne Hans zu Qualle Quentin sagt: "Du stehst tief in meiner Schuld" - jedoch das Gegenteil meint. Und der Erzähler oberlehrerhaft ergänzt, dass man nun hören könne, "dass Hans im Schulunterricht nie so richtig aufgepasst hatte". Das trifft wohl nicht so ganz die Sprachwelt von Kindergartenkindern. Die fragen sich vermutlich eher, warum niemand aus der Familie Qualle Quentin vermisst hat, während der auf Muränen-Mission war.

Bei Quentin Qualle macht vor allem das Gesamtpaket Spaß. Denn dem Buch liegt eine CD mit vier Songs von Heinz Rudolf Kunze bei. Sie haben Ohrwurm-Qualität und sind auch für erwachsene Ohren verträglich. Wenn man die CD einlegt und dazu die Bilder im Buch anschaut, dann scheinen die gezeichneten Quallen im Takt mit den Tentakeln zu wackeln. Schade nur, dass die Texte nicht abgedruckt sind. Die witzigen Zeilen über sich mies fühlende Muscheln und Quallen-Tentakel, die sich beim Monopoly verheddern, könnte die ganze Familie dann noch besser mitsingen.

Fazit:

Quentin Qualle ist ein Buch, das auch an trüben Tagen für gute Laune sorgen kann. Die lustigen Illustrationen und die mitgelieferten Songs trösten über manche Schwächen im Text hinweg.

Eva Dignös, November 2014

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