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Das Bombardier-Käfer Mädchen Luna träumt vom großen Auftritt bei der Talentshow der Tiere „DST“. Am Ende kommt alles anderes… aber Luna ist der Star!

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Farbenfrohe Illustrationen, die teils an Trickfilm-Kinohits denken lassen. Immer in Bewegung und mit emotionsstarker Mimik. Die Unterschiede im Insektenreich faszinieren.

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Mit Phantasie wird die Welt der Insekten zum Leben erweckt. Schöner Kontrast zwischen der peppig-frechen Sprache der Dialoge und Erzählpassagen, die mit Sprachwitz spielen und Atmosphäre schaffen.

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Anneka Esch-van Kan

Buch-Rezension von Anneka Esch-van Kan Nov 2014

"Hast du denn ein Talent?" will der Mistkäfer Oscar von Luna wissen. In der Grundschule der Insekten findet ein Casting statt: wer gewinnt, darf mit zur Show "Das Supertalentier (DST)" - als Zuschauer, aber immerhin. Käfer, Spinnen und Zikaden krabbeln über die Blätter, hangeln an den Seitenzahlen entlang und führen ihre Kunststücke vor. Doch Lunas Vater, General Bombadier, ahnt: für Käfer darf es nicht das Größte sein im Rampenlicht zu stehen, denn "Wer da draußen entdeckt wird, bei dem kann es ganz schnell vorbei sein mit der Karriere".

Das Schattendasein ist für Insekten überlebenswichtig: Wer entdeckt wird, landet im Vogelschnabel. Luna, das kleine Bombardier-Käfer-Mädchen, zieht es aber auf die Bühne. Schon vor ihrer Geburt hat sie ihren "ersten großen Auftritt": eine Ice-Age-reife Verkettung ungünstiger Umstände katapultiert das Ei in den Schnabel eines Zaunkönigs. Höflich wieder hochgewürgt, schlüpft Luna aus dem Ei: Eine Künstlerin, die im Licht stehen will. Eine Ästhetin, die sich in die Schönheit der Blasen verliebt, die sie pupst, anstatt zu schießen.

Wie bitte? Ja, Pupsen - oder fröhlich-feuchtes Furzen, das ist das Talent der Bombardierkäfer und zwar in der Geschichte, sowie in der Natur. Anhand einer anatomischen Zeichnung im Unterricht der Insekten-Grundschule verdeutlicht Lunas Vater, der Chemie-Lehrer, wie Bombardierkäfer mit 100° heißen, ätzenden und übermäßig stinkenden Gasen schießen können: "Wir sind Kanoniere!" verkündet er stolz. Ein Wunder der Natur!

Nur Luna findet es überhaupt nicht toll, dass ausgerechnet das Pupsen ihr Talent sein soll. Klar, dass sich ihre Mitschüler über sie lustig machen und dass die Lehrerin sie zum Schutz der Zuschauer vom Wettbewerb ausschließen will. Als ob das nicht schlimm genug wäre: Luna kann noch nicht einmal schießen. Sie hat rein gar kein Talent für ihr Talent! Wenn sie drückt, dann entstehen nur Seifenblasen-ähnliche Gebilde, spiegeln die Umgebung und tanzen in der Luft. - Oh, Moment, das sieht ja richtig schön aus!

Für einen Sieg reicht es jedoch nicht: die Blasen platzen im Regen, ebenso wie Lunas Traum. Eine letzte Chance bietet sich im Verkehrsunterricht: wer beim Verstecken gewinnt, erhält einen Platz. Lunas Versteck ist Spitze, aber dann bandelt sie mit einem Leuchtkäfer an und gerät ins Licht. Johannes, der bei DST als Scheinwerfer arbeitet, brennt aber schließlich einfach mit ihr durch: gemeinsam fliegen sie doch noch zur großen Talentshow der Tiere.

Das Supertalentier ist ein Buch, das entschieden auf die Handlung setzt. Ständig passiert etwas und gegen Ende überschlagen sich die Ereignisse. Dabei passt nicht immer alles zusammen, aber es entsteht Spannung und es bleibt unterhaltsam. Warum etwa Luna am Ende doch noch mit einem Talent - dem Schattenspiel - auftreten soll, obwohl die Insektenkinder eigentlich nur zuschauen dürfen, bleibt unklar. Als etwas Unerwartetes passiert und die Tiere in Gefahr geraten, ist es jedoch genau dieses Talent - das Schattenspiel-, welches den Insekten hilft ihre Freunde - die Vierbeiner - zu retten. Wie das? Lesen Sie selbst!

Schlüssig ist zwar nicht immer alles, aber Spaß macht die Lektüre. Nicht nur die bunten Illustrationen, die teils Screenshots aus einem Trickfilm sein könnten, stellen einen Bezug zum Kino her. Die Action-Lastigkeit und auch die Beschreibung von Einzelszenen (wie dem Ice-Age-Einstieg) sorgen dafür, dass vor dem inneren Auge ein Film abläuft, den wir sicher irgendwann auch auf Leinwand sehen können. Die lebhaften Bilder zeigen, wie niedlich Insekten sein können und ganzseitige Illustrationen geben einen atmosphärischen Eindruck von Lunas Welt, die man bald - in der kurz vor dem Release stehenden App - selbst durchwandern und im Detail kennenlernen kann.

Die App erscheint als iOS-Version und ist auch für Android in Vorbereitung. Die Kinder haben die Wahl: sie können zielpupsen, Pupsmelodien klimpern, Schattentiere erraten oder Läusekuchen backen. Da schon Kinder ab 3 Jahren hier ihren Spaß haben sollen, ist die integrierte Spielzeitbegrenzung eine besonders gute Idee. Weitere Infos (sowie Interviews mit Autor Christian Mazerath und Illustrator Max Fiedler, Meinungen von jungen Lesern, Ankündigungen von Events und Lesungen) finden Sie auf der Webseite des Verlags, sowie auf der Facebook-Fanpage.

Auch ein Hörspiel zum Buch ist erhältlich. An der Online-Hörprobe zeigt sich bereits ein Haken am Gesamt-Projekt: im Hintergrund dudelt eine Musik, die unweigerlich an Nintendo-Spiele denken lässt. Manchmal ist weniger mehr! Während sich einige vom Plot mitreißen lassen werden, dürften andere von den ständigen Wiederholungen in sich witziger Gedanken angestrengt sein und nach etwas mehr Tiefe verlangen. Teils ist der Einfluss von Filmen und Games auf das Buch vielleicht doch zu stark - das bleibt wohl Geschmackssache.

FAZIT:

Ein actionreiches Kinderbuch, das mit viel Witz den Hype von Talentshows auf die Schippe nimmt. Wer Trickfilm-Kinohits liebt, wird mit großem Spaß in das Reich der pupsenden Insekten eintauchen.

Anneka Esch-van Kan, November 2014

Das Supertalentier - Lunas großer Auftritt

Das Supertalentier - Lunas großer Auftritt

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