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Idee
Bilder
Text

Idee

Eine Zahnarztmaus und weitere tierische Darsteller mit überaus menschlichen Charaktereigenschaften werden von einem gewichtigen und einem vermeintlich schlauen Patienten in überaus unterhaltsame Abenteuer verstrickt.

Bilder

Dezent kolorierte Bilder unterstreichen den humorvollen Unterton der Erzählung.

Text

Ebenso spannend wie unterhaltsam erzählt. Bei aller Kurzweiligkeit gelingt es, den Charakteren Profil zu verleihen.

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Kinderbuch Couch

Buch-Rezension von Kinderbuch Couch Mai 2005

[ab 5 Jahren]

Sie und Ihre Kinder kennen Doktor De Soto noch nicht? Sagt Ihnen der Name William Steig vielleicht etwas? Aber der grüne Shrek ist in Ihrer Familie doch ganz sicher bekannt! Sehen Sie - und William Steig ist sowohl der Erfinder von Shrek, als auch von Doktor De Soto, der wohl berühmtesten Zahnarztmaus der Welt. Und den sollten Sie jetzt unbedingt kennen lernen.

";Doktor de Soto"; (erstmals 1982 erschienen) und ";Doktor De Soto geht nach Afrika"; (erstmals erschienen 1992), so die Titel der beiden Abenteuer, die sich in diesem Sammelband - erschienen im Gerstenberg-Verlag - vereint finden. Erzählt und illustriert hat sie William Steig, der amerikanische mehrfach ausgezeichnete Kinderbuchautor, von dem vor allem seine Figur Shrek aktuell den meisten Kindern und Erwachsenen durch die erfolgreichen Verfilmungen bekannt sein dürften.

Doktor De Soto

Doktor de Soto ist eine Maus, genauer gesagt eine Zahnarztmaus und in der Tierwelt ganz berühmt. Denn er ist ein hervorragender Zahnarzt und hat reichlich Patienten. Seine Assistentin ist niemand geringerer als sein geliebte Frau Deborah, die ihm stets tatkräftig zur Seite steht.

Da Doktor De Soto aber nun mal eine Maus ist, weigert er sich solche Patienten zu behandeln, die einer Maus gefährlich werden können. Als eines Tages ein Fuchs vor Ihrer Praxis steht, wollen Sie auch zunächst nicht von diesem Prinzip abrücken, doch der Fuchs jammert vor Zahnschmerzen so schrecklich und bitterlich, dass Doktor de Soto und seine Frau kurzer Hand beschließen eine Ausnahme zu machen.

Doktor De Soto macht sich sogleich an die Behandlung des Fuchses, der, als er die Maus im Maul sitzen hat, auch schon etwas unruhig wird, sich aber wegen der Schmerzen doch mäßigen kann. Im narkotisierten Zustand offenbart sich dann die wahre Gesinnung des Fuchses: ";Mmmh, lecker";, nuschelte er; ";roh habe ich sie am liebsten - mit einer Prise Salz…Und dazu einen trockenen Weißwein.";

Als die Behandlung zu Ende, der schmerzende Zahn gezogen ist und sich der Fuchs schon auf dem Heimweg befindet, hat er auch schon ein etwas schlechtes Gewissen. Aber der Fuchs muss ja am folgenden Tag nochmals in die Praxis kommen.

Hierauf möchten sich Doktor de Soto und seine Frau gut vorbereitet wissen und tüfteln einen Plan aus, was sich als überaus clever erweist, denn in der Tat hat der Fuchs für den folgenden Tag beschlossen, die beiden Mäuse nach der Behandlung zu verspeisen. Doch soweit kommt es nicht, denn unter dem geschickten Vorwand, der Fuchs käme in den Genuss eines ganz besonderen Heilmittels, welches ihm dauerhaft Zahnschmerzen ersparen wird, lässt sich der Fuchs auf die Sonderbehandlung ein. Doch hierbei handelt es sich um ein Klebemittel, welches den Kiefer des Fuchses für mehrere Stunden verschließt und ihm so auch die Möglichkeit nimmt, seinen eigenen Plan in die Tat umzusetzen. Der Fuchs muss unverrichteter Dinge und schweigend, die Praxis verlassen.

Noch ernster wird die Lage für die Zahnarztmaus in…

Doktor de Soto geht nach Afrika

Ein Telegramm ruft Dokor De Soto nach Afrika, wo der Elefant Mudambo mit grässlichen Zahnschmerzen auf schnelle Hilfe hofft, denn die Ärzte vor Ort stehen dem Zahnschmerz bereits hilflos gegenüber. Doktor de Soto macht sich mit seiner Frau direkt per Schiff auf den Weg.

Endlich vor Ort ist die Diagnose vom Doktor ernst: ";Einen dermaßen faulen Backenzahn wie diesen hatte er noch nie gesehen."; Schon am nächsten Tag soll die Behandlung beginnen. Doch es kommt alles anders. In der Nacht wird Doktor de Soto von einem Rhesusaffen, den Mudambo angeblich einen ";Idioten"; genannt haben soll, entführt. Er möchte damit Mudambo die Chance auf die Heilung nehmen und sich so an ihm rächen. Der Affe namens Honkitonk bringt Doktor De Soto in ein Geheimversteck in den Urwald, wo er die Maus in einen Vogelkäfig steckt. Ohne auf die Einwände von Doktor de Soto einzugehen, macht sich der Affe davon, worauf Doktor de Soto nur noch zu entgegnen weiß: ";So ein Idiot!";

Deborah, die Frau des Doktors macht sich große Sorgen und der ganze Ort ist auf der Suche nach der Zahnarztmaus. Mudambo, den Elefanten verlassen vor Schmerzen gar die Kräfte. Nach fünf Tagen ohne Essen und Trinken mobilisiert Doktor de Soto seine letzten Kräfte und kann dem Käfig entfliehen bricht aber stark geschwächt kurz darauf zusammen.

Alle sind überglücklich als der Doktor schließlich gefunden wird und so erhält auch Mudambo kurz darauf die ersehnte Behandlung. Doch Doktor De Soto operiert diesmal nicht selber, denn er hat sich bei seiner Flucht einen Knöchelbruch zugezogen und muss seiner Frau nun aus dem Rollstuhl Anweisungen geben.

William Steig hat mit Doktor De Soto, einen überaus eigenständigen und originellen Charakter geschaffen. Die Wahl einer Maus als tierische Hauptfigur kann hier treffender nicht sein. So klein in der Tierwelt, so groß sind die Courage und das Herz von Doktor de Soto. Seine bedeutenden und geschätzten Fähigkeiten werden von seiner Größe noch begünstigt, denn bei großen Tieren ist Doktor de Soto besonders bliebt, da er mitten in ihrem Maul arbeiten kann und durch seine zarten Finger und die winzigen Bohrer kaum Schmerzen verursacht.

Mit Mut, Witz und Cleverness meistert der Doktor seine Abenteuer, die unterhaltsam, spannend und überaus kurzweilig von William Steig erzählt werden. Aber so heldenhaft und selbstbewusst Doktor de Soto dabei auch sein mag, ein Superheld ist er nicht. Auch er benötigt die Hilfe anderer und das macht ihn umso sympathischer. So konzentriert sich die Geschichte auch nicht nur auf ihn allein, die anderen Charaktere bekommen Aufmerksamkeit und entsprechenden Platz im Handlungsverlauf.

Während das erste Abenteuer lediglich in der Praxis des Doktors spielt und stark auf die Protagonisten Fuchs und Doktor des Soto abgestimmt ist, gewinnt die zweite Geschichte durch die abwechslungsreich gewählten Schauplätze und häufigen Szenenwechsel an Fahrt. Daher mag es manchmal nicht verwundern, wenn ";Doktor de Soto geht nach Afrika"; zum Vorlesefavoriten avanciert, da zusätzlich auch das entsprechende ";Seherlebnis"; größer ist.

Abseits aller Niedlichkeit erhält Doktor De Soto mit seinem Arztkittel und seiner Brille sehr authentische menschliche Züge, wie alle tierischen Darsteller: Da sehen wir seine Frau Deborah im farbigen Kleid oder die Frau von Mudambo mit auffälligem Ohrschmuck und Halskette. Und auch Doktor de Soto gibt im Hausanzug mit Krawatte eine durchaus elegante Vorstellung.

In Ihrer leichten etwas verspielten Kolorierung wissen die Bilder mit ihrem dezenten Comicstil zu unterhalten und betonen den humorvollen Unterton der Erzählung. Selbst mit minimalen Stricheinsatz verleiht William Steig seinen Charakteren überzeugende mimische Ausdruckskraft.

Köstlich sind auch die netten Anspielungen von William Steig: Da ist der Fuchs dann doch nicht so schlau, wie ihm gerne angedichtet wird. Der Affe wird vom Doktor ebenso betitelt wie vom Elefanten für dessen Aussage sich der Affe gerade revanchieren möchte und der Elefant kann den Zahnschmerz trotz seiner enormen Größe genauso wenig ertragen und bricht unter ihnen sogar zusammen.

Fazit:

Klein kann doch so groß sein. Doktor de Soto avanciert zum selbstbewussten tierischen Titelheld mit wunderbar menschlicher Note. Wenngleich Doktor De Soto unseren Kindern nicht unbedingt die Angst vorm Zahnarzt nehmen möchte, wird sich mancher wünschen, der eigene Zahnarzt berichte von ebenso heldenhaften Taten, spannenden Abenteuern und interessanten Patienten. William Steigs bereits vor über 20 Jahren erschaffene Figur hat auch heute noch nichts von seiner verführerischen Qualität eingebüßt.

Stefanie Eckmann-Schmechta

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