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Ein freundlicher Zwerg bewacht des Nachts Haus und Hof; das Buch begleitet ihn auf einem winterlichen Kontrollgang.

Bilder

Heutigen Sehgewohnheiten entspricht Tomte nicht unbedingt; aber schließlich ist er schon viele hundert Jahre alt – und wir Erwachsene lieben ihn von früher genauso wie er ist.

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Ruhiger und langsamer Sprachrhythmus, dichterisch-wichtelig.

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Kinderbuch Couch

Buch-Rezension von Kinderbuch Couch Dez 2014

Der Zwerg Tomte Tummetott ist der gute Hausgeist eines Bauernhofes. Jede Nacht kommt er aus seinem Versteck auf einem Heuboden heraus und wacht über die Tiere und die schlafenden Menschen, und das seit vielen Jahrhunderten. In diesem Buch begleiten wir ihn auf einem nächtlichen Kontrollgang.

"Die Sterne funkeln am Himmel, der Schnee leuchtet weiß, es ist bitterkalt. Auf dem einsamen alten Hof schlafen jetzt alle, alle außer einem ..."
So beginnt das Buch über den guten Hausgeist Tomte Tummetott, der über den Bauernhof, dessen Bewohner und die Tiere wacht und in dieser Geschichte in klirrender, sternenklarer Winterkälte seinen Kontrollgang macht, wie jede Nacht.

Die eigentliche Geschichte um Tomte Tummetott ist ein schwedisches Gedicht aus dem 19. Jahrhundert. Astrid Lindgren hat es 1960 adaptiert, Harald Wiberg illustriert. Dieses Büchlein ist eine Paperbackausgabe dieses neuen" Tomte.

Was genau ein Kinderbuch zum Klassiker macht, ist nicht exakt festgelegt - zumindest nicht wie in der Erwachsenenliteratur. Bei den Kinderbüchern weiß man halt irgendwie, was gemeint ist und welche dazugehören: Tomte Tummetott, von dem niemand je mehr gesehen hat, als seine Fußstapfen, bestimmt.
Jeweils eine Doppelseite beschreibt eine Station auf seinem Kontrollgang: er besucht die Kühe, das Pferd, die Schafe, die Hühner und den Hund und die Katze, erzählt ihnen vom Frühling und Sommer und schaut dann auch im Elternzimmer und bei den kleinen Kindern vorbei, die schon längst schlafen.

"Sie träumen immer von mir, doch wenn sie erwachen bin ich schon fort."

Je eine Seite ist für den Text, eine Seite für die Bilder. Die sind original von 1960 - dass freut uns Erwachsene natürlich sehr, dass Tomte immer noch derselbe rauschebärtige, rotbemütze Zwerg mit den spirreligen Beinen und ddem riesigen Zinken ist wie in unseren Kindheitserinnerungen. Leider sind die Illustrationen pixelig und grobkörnig, wirken aber dennoch: es ist verschneite Nacht, deswegen dominieren gedeckte Farben und der helle Schnee, das mutet sehr feierlich, still und ein bisschen mystisch an. (Was es wohl auch soll.)

Der Text ist ruhig und rhythmisch, der Ablauf ähnelt sich auf jeder Seite: Tomte betritt den jeweiligen Stall , die jeweiligen Tiere dort drinnen träumen von Sonne, Wärme, Gras und Klee, dann folgt immer der gleiche Satz: Tummetott spricht zu ihnen, Wichtelworte raunt er ihnen zu." Diese Wichtelworte unterscheiden sich jeweils ein bisschen, sind aber immer insofern gleich, dass er Kühen, Schafen, Pferd und Hund vom Frühjahr erzählt und ihnen Mut zuspricht, dass auch dieser Winter bald ein Ende haben wird. Nach dem er alle besucht und alles in Ordnung gefunden hat, verschwindet Tomte wieder in seinem Winkel - und träumt selbst noch ein bisschen vom Sommer:

"Viele Winter und viele Sommer sah ich kommen und geht, kehrten doch bald die Schwalben zurück, zöge doch bald der Sommer ins Land."
"Aber noch liegen Hof und Wald in tiefem Schnee", so geht es dann weiter, "am Himmel funkeln die Sterne, es ist bitterkalt, auf dem einsamen alten Hof schlafen jetzt alle, alles außer einem...."

Die Wiederholungen verbreiten eine friedliche Stimmung, und auch dass am Ende alles gut ist und am nächsten Tag wieder von vorne beginnen wird. Weswegen viele Kinder dieses Buch sehr gerne als Gutenacht-Geschichte mögen. Und es passt deshalb auch perfekt in die Vorweihnachtszeit, wenn wir alle auf der Suche nach Ruhe und Besinnlichkeit sind. Und besonders, wenn wir ein Buch ohne christlichen Vorder- oder Hintergrund lesen wollen (oder sollen, zum Beispiel im Kindergarten).

Ob dieses Lieblingsbuch aus unserer eigenen Kindheit auch für unsere Kinder noch zum Lieblingsbuch werden wird, an das sie denken, wenn sie erwachsen sind und das Wort "Kinderbuch-Klassiker" hören? Wer weiß. Es gibt jedes Jahr wieder neue schöne Winterbücher, die aktuellen Lese- und Sehgewohnheiten mehr entsprechen. Tomte mögen, dass werden auch die Kinder von heute. Deswegen: einfach vorlesen! Und dabei das herrlich nostalgische Gefühl genießen, sich zurückversetzt zu fühlen in gemütliche, winterliche Vorlesestunden auf Omas Sofa.

Fazit:

Tomte Tummetott ist ein Klassiker und in dieser Paperbackausgabe genauso wie wir Erwachsenen ihn aus unserer Kindheit kennen und lieben. Nostalgisch anmutend illustriert, aber die zeitlose Geschichte um einen guten Hausgeist zieht auch Kinder von heute an. Ein ruhiges, schönes Gute-Nacht-Buch für die Wintertage, feierlich und besinnlich ganz ohne religiöses Beiwerk.

Sigrid Tinz, Dezember 2014

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