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Warum ausgerechnet ein Kater durchs All führt, bleibt rätselhaft. Aber er macht´s sehr gut und befasst sich mit allem, was Kinder interessiert

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Knallige Farben, klare Kanten, markante Formen und charaktervolle kleine Figuren machen aus jeder Themendoppelseite ein fantastisches Schaubild. Illustr. Ben Newman

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Sachbücher lassen sich oft nicht gut vorlesen – dieses hier schon, denn der durchaus anspruchsvolle Inhalt ist mit vielen Erklärungen, Vergleichen und Anekdoten verständlich und anschaulich umgesetzt. Übers. Sylvia Prahl

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Sigrid Tinz

Buch-Rezension von Sigrid Tinz Feb 2015

Kinderbuch des Monats Februar 2015*
Professor Astrokatz ist ein schlauer Kater, der sich auskennt mit Sonne, Mond und Sternen, Raketen und Planeten. Er nimmt uns mit auf eine erkenntnisreiche Reise durchs Universum, erklärt und zeigt den Kindern alles, was interessant und wichtig zu wissen ist. Ein Sachbuch also - das aber viel fantastischer und abenteuerlicher aussieht.

Schon das Titelbild ist eine fantastische Welt: tiefblauer Hintergrund, darauf knallgelb die lachende Sonne, Sternbilder, hin und her flitzende Raketen, die Erde und viele kleine silberglänzende Sterne, die man spürt, wenn man mit den Fingern darüber fährt. Ganz in der Mitte ist eine große Katze zu sehen - das ist Professor Astrokatz, der schlaue Kater, der uns durch dieses Buch und damit durch das Universum führen wird. Eigentlich führt uns natürlich der Autor, der Wissenschaftler Dr. Dominic Walliman. Warum er eine Katze als Alter ego gewählt hat, sei dahin gestellt. Fest steht, dass er sich mit seinem Fachgebiet auskennt, aber auch mit Kindern, genau wie der Illustrator Ben Newman. Beide arbeiten regelmäßig in Schulprojekten und Workshops und scheinen zu wissen, wie man sie für ein Thema interessieren und begeistern kann, wie man anschaulich erklärt ohne komplexe Zusammenhänge und schwer Vorstellbares aufs Kindchenschema zu stutzen.

 

"Abends, wenn die Sonne untergeht, zaubern ihre letzten Strahlen wunderschöne Farben an den Nachthimmel - aber was macht die Sonne eigentlich nachts? Und falls du glaubst, das die Sterne nur nachts zu sehen seien, liegst du falsch - unsere Sonne ist auch ein Stern und die ist den ganzen Tag zu sehen. Aber alle anderen Sterne sind viel weiter von der Erde entfernt als die Sonne, weshalb sie am Himmel so klein aussehen."

So geht's los. Und dann wandert Professor Astrokatz an Themen und Illustrationen entlang, wie Ranga Yogeshwar durch die Studioaufbauten. Erklärt dort ein Schaubild, wirft dort eine neue Frage auf, erzählt hier eine Anekdote, veranschaulicht hier einen Zusammenhang. Toll ist zum Beispiel das Planetenobst. Entsprechend der Größenverhältnisse zueinander ist jeder Planet unseres Sonnensystems als Obst dargestellt: Jupiter als Wassermelone, Mars als Erbse und die Erde als Kirschtomate.

 

"Wäre die Erde wirklich wie eine Kirschtomate, wäre die Sonne 500 m von ihr entfernt und über 4 Meter groß."

Solche Mühe gibt sich Professor Astrokatz für alle Fakten, seine Sprache ist vom Satzbau verständlich und überhaupt nicht wissenschaftlich verstaubt. Aber auf Begriffe wie Wasserstoff, Erdmagnetfeld, Schwerkraft, Umlaufbahn, Neutronenstern oder Röntgenteleskop muss man sich schon einstellen; einige wichtige werden auch im Anhang in einem Glossar erklärt.

Und so reisen wir nach und nach durch unsere Galaxie und unser Sonnensystem, besuchen die Sonne und den Mond, lernen die Planeten kennen, treffen Spiralnebel und rote und braune Zwergsterne. Es geht um Teleskope und Satelliten, um Raketen, die Internationale Raumstation, um Marsmissionen, Astronauten, Astronautenanzüge und Astronautennahrung und auch um die Frage nach Leben im All und wie die Außerirdischen dann wohl aussehen könnten. Gewichtung und Reihenfolge der Themen und Fakten richten sich offensichtlich nicht allein nach wissenschaftlichen Kriterien, sondern auch nach dem, was Kinder interessiert.

Meist wird ein Thema auf einer Doppelseite behandelt, die jeweils ganz unterschiedlich aufgebaut ist: Schaubilder, Kästen, Zeichnungen, mal bunt gemischt, mal in klaren Streifen angeordnet, mal überstrahlt die Sonne alles, mal dominiert das nachtschwarze All, mal stehen grüne Schleimbären, Roboterkraken und andere Aliens herum, mal ist der Text im Bild verteilt, mal auf einer Stelle konzentriert. Fast immer dabei sind eine kleine Maus, manchmal auch Vögel, Hasen und Hunde. Und oft gibt es comicartige Szenen, in denen sich die Tiere lustige Dialoge liefern. Alle Illustrationen sind bunt, mit klarer Kante und markanter Form, auch Astrokatz selber und seine kleinen tierischen Begleiter sind kantig - gefällig, aber nicht niedlich.

Weil Astrokatz nicht nur erzählt, sondern quasi aktiv mitspielt, wirkt es lebendig: er saust mit der Rakete zum nächsten Thema, tröstet den weinenden kleinen Pluto, dem der Planetenstatus aberkannt wurde oder erforscht mit noch nicht erfundenen Maschinen Planeten, auf die noch nie ein Mensch gelangt ist. Ein bisschen verschwimmen so natürlich Fakten und Fantasie, aber es entsteht eigentlich nie ein falscher Eindruck, was jetzt Wissenschaft und was ein Gedankenspiel ist. Das hoffe ich zumindest, denn ich bin keine Astronomin oder Quantenphysikerin und kann es letztendlich nicht überprüfen. Das einzige, was ich sicher weiß, ist, dass das meiste Wissen über das Universum keine klaren Fakten sind, sondern Theorien, Annahmen, mathematische Berechnungen. Wie sollte es auch anders sein, wenn wir Menschen uns noch nicht einmal vorstellen können, wohin das schon unendliche Universum sich noch weiter ausdehnen soll und was war, als das Universum noch nicht da war. Und diese Erkenntnis vermittelt das Buch auf jeden Fall.

Fazit:

Es gibt Sachbücher und es gibt fantastische Geschichten - Professor Astrokatz hat es geschafft, ein fantastisch unterhaltsames Sachbuch zu schreiben. Klar, wer sich nullkommanull für Astronomie interessiert, wird seinem Charme nicht erliegen. Aber alle, die einen Funken Lust haben, ihn auf seiner Reise durchs Universum zu begleiten, werden viel erleben, Neues lernen, Manches verstehen und über Vieles nachdenken - der Fünfjährige genauso wie Mama oder Papa, die ihrem Fünfjährigen dieses Buch vorlesen. Und dabei keine Angst: auch vorlesen lässt sich dieses Sachbuch tausendmal besser als so viele andere.

Sigird Tinz, Februar 2015

Professor Astrokatz - Universum ohne Grenzen

Professor Astrokatz - Universum ohne Grenzen

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