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Idee

"Gemeinsam sind wir stark" ist das Credo der Geschichte über das turbulente Leben einer alleinerziehenden Mutter von zehn Welpen. Pädagogische Ansprüche überlagern das Thema: deutsch-englische Sprachförderung und erstes Zählen.

Bilder

Verspielt purzeln zehn Welpen über die Seite. Die Leser sind zum Suchen eingeladen: die Welpen können wiederentdeckt werden und auf jeder Seite versteckt sich eine Maus. Die Bilder in Aquarell-Technik wirken teils etwas zu schwammig.

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Je ein Vierzeiler im Paarreim pro Doppelseite –auf Deutsch, dann auf Englisch. Der deutsche Text wirkt teils gewollt gereimt und fällt hier und da aus dem Rhythmus. Die Texte entsprechen sich, jedoch nicht unbedingt wörtlich.

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Anneka Esch-van Kan

Buch-Rezension von Anneka Esch-van Kan Feb 2015

Zehn kleine Welpen - das klingt nach Chaos! Zehn kleine Welpen im Supermarkt - das klingt nach einer Katastrophe. Sie springen, klettern und hangeln sich durch die Regale. Sie jagen mit dem Einkaufswagen durch den Gang. Sie bewerfen die Kunden und veranstalten die größte Schweinerei. Am Ende liegt sogar die Kasse am Boden... der Ärger ist aber bald verpufft und es geht fröhlich weiter. In Reimen auf Deutsch und Englisch erzählen Alva O'Dea und Katharina Kubisch die heitere Geschichte einer überforderten Mutter...

 

"Jede Mama braucht mal Hilfe im Leben."

Das weiß auch der Filialleiter im Supermarkt, der von Mama Amelies Welpenschar komplett zerlegt wird. Müde und angestrengt vom ewigen Jonglieren mit Aufgaben hat Mama Amelie ihre Kinder zum Großvater gebracht. Ein Nachbar geht mit den Kindern einkaufen, während sich die Mutter ausruht. Und dann passiert es: alles endet im Chaos! Also keine Ruhe für Amelie? Doch, denn am Ende wird ihr zu Ehren ein Fest veranstaltet. Jeder im Dorf weiß schließlich: manchmal braucht man einfach Unterstützung und dann gilt es zusammenzuhalten.

In flotten Vierzeilern und durchgehend in Paarreimen erzählt Alva O'Dea diese Geschichte, deren ernstes Thema locker-lustig daher kommt. Die Doppelseiten sind durchgehend so gestaltet, dass eine ganzseitige Illustration einem Vierzeiler in Deutsch und Englisch gegenübersteht. Mama Amelie und das Welpenchaos versteht sich als bilinguale Sprachförderung für Kinder ab 2 Jahren und passt damit ins Programm des TALISA-Verlags, der sich auf zweisprachige Kinderbücher spezialisiert hat.

Die Idee des 2005 gegründeten TALISA-Verlags ist es, über zweisprachige Kinderbücher den Erwerb der deutschen Sprache in Familien zu fördern, in denen eine andere Muttersprache gesprochen wird. Gleichzeitig aber diese Muttersprache nicht zu verdrängen, sondern ebenfalls zu fördern. Begleitend werden umfassende Maßnahmen angeboten: von Vorträgen und Workshops für Eltern und ErzieherInnen bis hin zu zweisprachigen Bilderbuchkinos in Betreuungseinrichtungen.

Das Projekt als solches ist wertvoll und wichtig. Klar ist aber auch: es gibt verschiedene Ansätze zur Förderung von Zweisprachigkeit. In bilingualen KiTas etwa wird oft nach der Methode des Sprachbades (Immersion) gearbeitet. In diesem Fall würde die Konfrontation der Kinder mit Übersetzungen ganz bewusst vermieden werden - die Bedeutung erklärt sich aus dem Zusammenhang und wird nicht durch eine Übersetzung erschlossen.

Mama Amelie und das Welpenchaos ist auch ein Beispiel für die Schwierigkeit von Übersetzungen. Die Verse entsprechen sich zwar weitestgehend, teilweise werden jedoch Inhalte hinzugefügt um den Sprachfluss im Deutschen oder Englischen zu verbessern. Es ist also nicht so, dass die Bedeutung in beiden Versionen immer die gleiche wäre. Zudem ist der Rhythmus der Sprache - insbesondere in der deutschen Version - teils recht holprig und die Reime wirken in einigen Fällen gewollt.

Eine gewisse Unachtsamkeit zeigt sich auch in den Bildern: mal trägt Mama Amelie Klamotten, mal nicht. Erst hat der Esel vier Schuhe, dann drei - und einer liegt am Rand -, dann nur noch einen Socken und schließlich gar keine Fußbekleidung mehr. Schade ist auch, dass zwar die Lust der Kinder an Suchbildern ausgenutzt wird, jedoch je eine Maus und nicht konsequent die zehn Welpen gesucht werden können. Hier ist Potential ungenutzt geblieben, welches das Buch zu einer runden Sache hätte machen können!

Wirklich problematisch ist das pädagogische Begleitmaterial, welches der Verlag zum kostenlosen Download anbietet. Hier wird die falsche Zielgruppe angesprochen: während das Buch für Kinder ab 2 Jahren empfohlen wird, richtet sich das Begleitmaterial mit Schüttelwörtern und Wortsuchrätseln definitiv an deutlich ältere Kinder. Ein Arbeitsblatt empfiehlt die Suche nach den Mäusen auf jeder Buchseite - das sollte sich aber aus den Illustrationen selbst ergeben. Und die Aufgabe Gemüse- und Obstsorten zu erkennen, wird durch die Druckqualität und den Illustrationsstil unnötig schwer. Ein paar Seiten - z.B. mit Malvorlagen und Fragen zur Geschichte - lassen sich aber gut verwenden.

Fazit:

Ein nettes kleines Buch, das vielleicht zu viel auf einmal versucht. Als Teil des TALISA-Programms ein lobenswertes Projekt zur frühkindlichen Sprachförderung, das leider in seiner Umsetzung noch einige Mängel und Ungenauigkeiten aufweist.

Anneka Esch-van Kan, Februar 2015

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