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Ein Bär geht beim Einsiedler in die Schule und lernt dort allerhand Wissenswertes. Vor allem finden sich aber zwei Freunde.

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Die Illustrationen von Quentin Blake fangen in gewohnter Art die Wesenszüge der Charaktere ein und verleihen den Figuren ein passendes Gesicht.

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Leicht, locker und unterhaltsam geschriebene Geschichte, die beim Vor- und Selberlesen Spaß macht.

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Kinderbuch Couch

Buch-Rezension von Kinderbuch Couch Mär 2015

Einsiedler haben anscheinend die Einsiedelei auch manchmal satt und sehnen sich nach ein bisschen Gesellschaft. Doch manchmal dauert es länger als gedacht, bis sich jemand zu ihnen gesellt.

So geschieht es auch dem schrulligen Einsiedler in "Die große Bärenschule". Schon vor Jahren hat er zwei Schilder vor seiner Höhle angebracht. Das eine forderte dazu auf, die Klingel zu betätigen, das andere pries seine Fähigkeiten als Lehrer an und bot Privatunterricht und Vollpension. Doch trotz dieses verlockenden Angebotes, hatte sich bisher niemand dafür interessiert.

Just in dem Moment, als der Einsiedler beide Schilder mal wieder ein bisschen auf Vordermann bringen wollte, spaziert der tollpatschige Bär vorbei. Die beiden kommen ins Gespräch und schnell ist der Deal arrangiert und der Einsiedler hat seinen ersten Schüler. Da der Bär allerdings weder lesen noch schreiben kann, aber sehr wissensdurstig und lernbegierig ist, stellt der Einsiedler kurzerhand den Lehrplan um. Anstatt Mathematik und Geschichte stehen nun "Bootfahren und gemeines Fischen", "Kochen", "Heimwerken" oder "Erste Hilfe" auf dem Stundenplan. Der Bär ist bei jeder neuen Lektion mit Feuer und Flamme dabei, aber leider doch recht tollpatschig und übereifrig, so dass die Bootsfahrt für den Einsiedler im Wasser endet, die Heimwerkerstunde mit einem tapezierten Tapeziertisch und Sitzhocker (anstatt der Höhlenwände) und die Übung im Verband anlegen für ihn als Mumie endet.

Doch so verzweifelt der Einsiedler ab und zu mit dem Bären auch sein mag, unermüdlich denkt er sich neue Themen aus, hat stets ein gutes Wort für ihn bereit, motiviert ihn kontinuierlich und ist über den unersättlichen Enthusiasmus des Bären hoch erfreut. So wie Noten und Zeugnisse zur Schule gehören, gehören auch Ferien dazu und als dem Einsiedler keine ungefährlichen Themen mehr einfallen wollen, verleiht er dem stolzen Bären in einer hoch offiziellen Zeremonie sein Diplom. Auf dem Weg zurück in sein altes Leben kommt der Bär wieder an dem Schild des Einsiedlers vorbei, auf dem sich aber auf wundersame Art und Weise der Text geändert hat. Wo früher Schulstunden angeboten wurden, wird nun ein Mitarbeiter gesucht "Hoch qualifizierter Bär wäre recht."

"Gegensätze ziehen sich an" besagt ein altes Sprichwort und es trifft bei Bär und Einsiedler ein weiteres Mal ins Schwarze, denn gegensätzlicher können zwei Freunde fast nicht sein: der eine wissend und bedacht, der andere unwissend und tollpatschig. Aber beide verbindet ein Wollen, der eine will lernen, der andere lehren. Doch nicht allein auf der Gegensätzlichkeit beruht die Freundschaft des ungleichen Paares, die sich über die Zeit entwickelt. Sie ist die Basis und der Ausgangspunkt und wird nach und nach durch Wertschätzung, Zuneigung und Verständnis für den anderen ergänzt.

In neun Kapiteln erzählt John Yeoman die Geschichte dieser ungleichen Freundschaft und hat sich dafür gar manch lustige Episode ausgedacht. So ist der Aufbau der Geschichten zwar immer ähnlich, der Ausgang nicht immer überraschend aber durch viel Situationskomik unterhaltsam und lustig. Der Einsiedler versucht zwar geduldig sein Wissen weiterzugeben, muss jedoch erkennen, dass der Bär ein anspruchsvollerer Schüler ist, als er gedacht hätte.

Teilweise wäre es jedoch wünschenswert gewesen, wenn auch der Einsiedler zur Einsicht gekommen wäre, dass er auf bestimmte Eigenschaften des Bären bei der Wissensvermittlung stärker Rücksicht nehmen sollte. Einem Bären mit behaarter Pranke die Höhle tapezieren zu lassen, ist doch etwas kurzsichtig und die Ignoranz gegenüber der sehr erfolgreichen Art des Bären zu fischen ziemlich ungerecht.

Die einzelnen Kapitel sind kurz und unterhaltsam geschrieben, wechseln sich in wörtlicher und erzählter Sprache ab und verwenden altersgerechte Wörter. Der Textfluss wird durch lebendige schwarz-weiß-Zeichnungen von dem renommierten englischen Illustrator Quentin Blake aufgelockert, den viele Leserinnen und Leser sicherlich von den Roald Dahl Geschichten kennen. Wie gewohnt setzt dieser die beiden Charaktere humorvoll, ausdrucksstark und lebendig in Szene, mit teilweise nur wenigen Strichen gelingt es ihm, die Situation präzise einzufangen.

Fazit

Ein Einsiedler und ein Bär, ein Lehrer und sein Schüler - so unterschiedlich wie Tag und Nacht und doch lernen sie sich mögen und schätzen und werden dicke Freunde. Es ist eben doch nichts Unmöglich...

Claudia Goldammer

Die große Bärenschule

Die große Bärenschule

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