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Die versprengte Kinderbande um das Mädchen Lila, Feuerlandbande genannt, sammelt sich wieder, gewinnt neue Mitstreiter und bietet erneut den Machthabern in einem dystopischen Europa die Stirn.

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Einerseits wohlkonstruiert, mit anspruchsvollem Niveau, andererseits manchmal oberflächlich und wie absichtlich naiv formuliert – Geschmackssache, an die man sich gewöhnt und spannend auf jedem Fall.

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Kinderbuch Couch

Buch-Rezension von Kinderbuch Couch Mär 2015

In einem düsteren, in arm und reich zerfallenen und von staatlicher Willkür beherrschten Deutschland haben Lila und ihre Kinderbande in Band 1 ein erstes Abenteuer bestanden. Kaum ist sie am Anfang von Band 2 mit ihrer Mutter zurück zu Hause, geht es weiter: die Wohnung wurde aufgebrochen und durchsucht. Lila und ihre Mutter brechen also gleich wieder auf, um sich vor ihren Verfolgern zu verstecken. Und um Lilas vor langer Zeit verschwundenen Vater zu suchen.

"Die Rückkehr der Feuerlandbande" heißt dieser zweite Teil vom "Aufstand der Kinder" und er schließt sich nahtlos an den ersten Band an. Den sollte man kennen, sonst blickt man durch den kompliziert konstruierten Plot trotz Andeutungen und Rückblenden nicht durch. Daher schon einmal vorneweg: Insgesamt fällt Band 2 ab etwas ab; Band 1 wirkte in sich schlüssiger; beim Sequel hat man ein wenig das Gefühl, das bereits zugeknotete Handlungsfäden wieder aufgefriemelt werden, um langgezogen und weitergesponnen werden zu können.

Wie in Band 1 spielt auch diese Geschichte um Lila und ihre Kinderbande in einem düsteren Deutschland, in dem Lebensmittel und Rohstoffe knapp sind, es viele Arme und wenige, sich abschottende Reiche gibt, in dem staatliche Willkür herrscht. Dystopisch für unser heutiges Deutschland, aber doch sehr echt, denn staatliche Willkür und Bespitzelung hat es schon bei uns gegeben, in der Nazizeit und in der DDR. Und das, was im Buch Feuerland ist, die verlassenen Randbezirke der Großstädte, wo niemand mehr nach dem Rechten sieht, wo die Menschen und die Kinder jeden Tag ums Überleben kämpfen und sich aus dem Müll suchen, was sie brauchen, weil es keinen Strom, kein Wasser, keine Heizung und kaum Essen gibt, heißt im echten Leben "Slum" oder "Favela" und ist in vielen großen Städten der Welt Realität.

Die genauen politischen Umstände klären sich auch in Band 2 nicht auf - das ist okay, weil es für das Verständnis der eigentlichen Geschichte nicht unbedingt nötig ist; andererseits lässt es neugierige Kinder unbefriedigt zurück, auch weil sie keine eigenen Nachforschungen anstellen können, weil der Roman ja in einem fiktiven Land spielt.

An manchen Stellen wirkt dieses Vage übertrieben kindlich und naiv; besonders, weil ja nicht Lila erzählt, sondern ein auktorialer Erzähler, der es vielleicht ein bisschen genauer wissen könnte, als "wie das hier abläuft mit den Ämtern". Oder wenn sich der Polizeipräsident in ein Zugabteil setzt, "wo die Fahrkarten extra viel kosten", dass es "Extra-Waffen gibt, die große Löcher in Mauern schießen und damit die Häuser kaputt machen" und "Handys, in dem man sich jeden Fahrplan der Welt anschauen kann". In diesem "Dingsda-Stil" formulieren schon Grundschulkinder kaum noch, 11-jährige noch weniger.

Und so toughe Mädchen wie Lila wahrscheinlich schon mal überhaupt nicht.

Lila und ihre Mutter finden Hinweise, dass der lange verschwundene Vater nicht einfach abgehauen ist, sondern untergetaucht. Weil er eine Erfindung gemacht hat, eine Maschine, die auf Knopfdruck alle Waffen in ihrem Umkreis lahmlegt. (Auch das hätte man sich technisch und überhaupt genauer beschrieben gewünscht und vielen männlichen Lesern damit sicherlich ein großes Vergnügen bereitet.) Jedenfalls ist deswegen die halbe Welt hinter ihm her, Gut und Böse, die "Ämter", Polizisten, Militärs, Waffenfirmen, Räuber und Piraten; um diese bahnbrechende Erfindung für ihre jeweiligen Zwecke auszunutzen.

Während Lila und ihre Mutter nach Italien unterwegs sind, wo sie den Vater vermuten, werden die anderen versprengten Mitglieder der Feuerlandbande nach und nach in einzelnen Geschichten wieder eingeführt: die starke Cobra und ihre kleine Schwester Piranha, die kurzzeitig in einem schrecklichen Kinderheim landen, dort zwei Jungs aus ihrer Bande treffen, gemeinsam und mit List entkommen; ein Mensch namens Gehirn, der sich in alle Telekommunikationswege und Übersetzungsprogramme dieser Welt hacken kann und es auch dann genau tut, wenn Lila und ihre Freunde (oder die Handlung) es brauchen.

Auch der Frankfurter Polizeipräsident Schnarre, der Bösewicht aus Band 1 ist wieder dabei, auch ein paar neue Figuren wie der nette italienische Wirt Enzo und Johann, der treuherzige Junge vom Lande, kommen hinzu. Und Lilas Freund Snoop. Der eigentlich nach Amerika auswandern wollte und sich auf einem Frachter als blinder Passagier einschmuggelt und nach einigen aufregenden Tagen auf der Flucht vor Waffenschiebern und Piraten in einem Rettungsboot versteckt übers Meer treibt.

Zufällig und praktischerweise strandet er in Italien, wo Lilas Vater Paul lebt und wo sich ja auch alle anderen nach und nach eingefunden haben: Es kommt zum spannenden Showdown, der gut ausgeht für die Guten. Aber, so sagt es Lilias Vater am Ende: "Für heute haben wir gewonnen, aber wer weiß, wann es die nächste Verschwörung geben wird."

Fazit

Ein neues Abenteuer der Feuerlandbande um Lila, Cobra und Snoop; wie in Band 1 in einem ungemütlichen, dystopischen Europa; spannend, mit Humor und Gefühl. Aber durchaus anstrengend und nicht immer auf Anhieb alles zu verstehen. Wer jedoch bereits den ersten Band mochte, wird die mutigen, rebellischen Kinder sicher gern erneut begleiten.

Sigrid Tinz

Aufstand der Kinder - Die Rückkehr der Feuerlandband

Aufstand der Kinder - Die Rückkehr der Feuerlandband

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