Couch-Wertung:

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Idee
Text

Idee

Glaubwürdige und vielschichtige Charaktere vor typisch amerikanischem High-School-Hintergrund.

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Überraschende Wendungen erzeugen Spannung und lockern den Fluss der Handlung auf. Ansonsten ein unaufgeregter, ruhiger Erzählfluss, der zu der Ich-Erzählerin sehr gut passt.

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Andrea Delumeau

Buch-Rezension von Andrea Delumeau Sep 2015

Die 12-jährige GiGi ist zwar in den Südstaaten der USA aufgewachsen, lebt aber jetzt mit ihrer älteren Schwester DiDi an deren Ostküste, um dort auf eine Eliteschule zu gehen. Ihre Mutter haben beide schon vor langer Zeit bei einem Wohnwagenbrand verloren. DiDi hat genaue Vorstellungen, wie GiGi am besten im Leben vorankommt. GiGi hat aber lieber Lust an der neuen Schule ihr eigenes Erfolgsrezept auszuprobieren.

Alles, was den beiden Schwestern von ihrer Mutter geblieben ist, sind ihre Vornamen, ein Rezeptbuch und die Geschichte vom Lieblingslippenstift ihrer Mutter KIRSCHEN IM SCHNEE von Revlon, der aber schon seit Jahren vergriffen ist. DiDi heißt eigentlich Delta Dawn, wie ihre Mutter; diese wurde von ihrer Mutter so nach einem alten Countrysong benannt. GiGi heißt eigentlich Galileo Galilei, benannt nach dem berühmten Sternenforscher.

Das Rezeptbuch enthält die beliebtesten Kochrezepte ihrer Mutter, von ihr persönlich annotiert, und die von DiDi bei besonderen Anlässen nachgekocht werden ohne auch nur das kleinste Detail zu verändern. Eines dieser Rezepte beschert den Schwestern bei einem Backwettbewerb sogar einen Millionengewinn, der es ihnen erlaubt, ihren Wohnwagenpark in den Südstaaten der USA zu verlassen und sich an deren Ostküste ein neues Leben aufzubauen und GiGi an einer Nobelschule einzuschreiben.

DiDis Erfolgsrezept für GiGis Leben hieß bisher Lernen, Lernen und Lernen in jeder freien Minute. GiGi dagegen will den Neuanfang an der neuen Schule dazu nutzen, ihr eigenes Erfolgsrezept fürs Leben auszuprobieren und dazu gehören: Neben einem weniger lächerlichen neuen Namen auch Freizeit zu haben, um einfach mal nichts zu tun und auf Leute zuzugehen und Freundschaften zu schließen.

Und das Rezept schlägt an : Gleich an ihrem ersten Schultag in der neuen Schule wird sie vom beliebtesten Jungen der Schule, Trip, über den Haufen gerannt, was ihr nicht nur den Spitznamen G-GIRL einbringt, sondern auch den Eintritt in eine der angesagtesten Cliquen der Schule verschafft. Neue Freundschaften gewinnt sie auch durch ihre Mitgliedschaft im Astronomie Club, der von einem von ihr sehr geschätzten Lehrer geleitet wird. Außerdem hält sie diesen Beitritt für ein gutes Omen, wurde sie doch von ihrer Mutter nach einem berühmten Sternenforscher benannt.

Als sie jedoch als Überraschungsgeschenk zum Geburtstag den vergriffenen Lieblingslippenstift ihrer Mutter für DiDi im Internet bestellen will und dazu deren wahren Namen "Delta Dawn" angibt, findet sie zu ihrer Verblüffung heraus, dass eine gewisse "Delta Dawn" aus ihrer alten Heimatstadt gerade erst eine ganze Schachtel von eben diesem Lippenstift bestellt hat. Natürlich will GiGi unbedingt herausfinden, wer sich hinter dieser « Delta Dawn » verbirgt und beschließt, heimlich mit dem Zug in ihre frühere Heimatstadt zu reisen. Was sie schließlich dort entdeckt, stellt alles, an das sie bisher geglaubt hat, in Frage.

Der Autorin ist gleich mit ihrem Debüt ein spannend zu lesender und glaubwürdiger Roman für Mädchen gelungen.
Die Geschichte ist zwar an der Ostküste der USA angesiedelt und schließt die typische Hackordnung an einer amerikanischen High-School mit ein, die behandelten Themen wie Freundschaft, Familie oder Lebensgestaltung sind jedoch universell und werden auch eine deutsche Leserschaft ansprechen.

Die Heldin GiGi ist ein starkes Mädchen, das sich recht erwachsene Gedanken darüber macht, wie man das Leben am besten anpackt und sich zu Eigen macht. Für sie ist ganz klar, dass sie immer sie selbst sein und sich nicht verstellen will.
So leistet das Buch über den reinen Unterhaltungswert hinaus eine Art Lebenshilfe ohne erhobenen Zeigefinger, stellen sich doch die meisten heranwachsenden Leser/innen Fragen über die richtige Art zu leben und wie sie mit ihren Mitmenschen umgehen wollen.

Und diese wirken in dem vorliegenden Roman, in Gestalt der anderen Charaktere, glaubwürdig und nie eindimensional. So ist GiGis Freund Trip zwar einer der beliebtesten Jungen an der Schule und hat viele Freunde: trotzdem fällt es ihm schwer, über sich und seine Gefühle zu sprechen. Er hört lieber zu oder kommuniziert schriftlich mit GiGi durch kleine Briefe. Auch GiGis anfängliche Gegnerin Mace ist nicht einfach nur böse; nach und nach erfährt man die Gründe für ihre Eifersucht auf GiGi und am Ende ist sie es sogar, die GiGi den Rücken freihält, als deren Welt zusammenbricht.
Die Erzählperspektive in der Ich-Form sorgt für ein schnelles Eintauchen des Lesers in GiGis Welt und verstärkt die Unmittelbarkeit der Handlung.

Der eher ruhige, aber keineswegs eintönige Fluss der Handlung rund um GiGis Einleben an der neuen Schule, die neuen Freunde und ihr jetziges und vorheriges Zuhause, nimmt in der zweiten Hälfte durch überraschende Wendungen an Tempo zu. Wohltuend ist das Ende, jedoch ohne "Friede, Freude, Eierkuchen" - so viel sei verraten. Zwar fehlt die bei der angesprochenen Altersgruppe fast obligatorische Liebesgeschichte nicht, indem GiGi sich in Trip verliebt hat. Dieser erwidert ihre Gefühle jedoch nicht und gibt bei einer Aussprache sogar zu, dass er Mädchen gegenüber solche Gefühle überhaupt nicht hat.

Last but not least besticht das Buch auch in visueller Hinsicht: Nicht nur das appetitanregende Titelbild machen neugierig auf das Buch. Einige Elemente der Vorderseite des Hardcover-Einbandes sind dreidimensional hervorgehoben und verschaffen dem Buch sowohl optisch als auch haptisch einen besonderen Look. Etwas Besonders sind auch die Gerichte aus dem Rezeptbuch der Mutter und von ihr annotiert, die zwischen den einzelnen Kapiteln zu finden sind. Sie verlocken nicht nur zum Ausprobieren, sondern unterstreichen auch oft die Handlung oder Teile der vermittelten Lebensphilosophie, wie zum Beispiel das Rezept zur sonnengereiften Tomate, die keiner Verbesserung durch Kochen oder Braten bedarf, weil sie im Naturzustand schon am besten ist.

Fazit

Ein spannender Roman für Mädchen ab elf, das sie mit überraschenden Wendungen in Atem hält, gefühlvoll und romantisch erzählt, aber auch schwierigen Themen nicht aus dem Weg geht.

Andrea Delumeau

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