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Idee
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Idee

Ein Glücksbringer stellt Jules Leben komplett auf den Kopf uns zeigt ihr, dass das Leben mehr Facetten hat, als sie bisher annehmen konnte.

Bilder

Vereinzelte Schwarz-weiß-Zeichnungen zeigen Situationen aus Jules Leben und verleihen den Charakteren ein sympathisches Aussehen.

Text

Unterhaltsam, humorvoll und flüssig geschrieben, liest sich Jules Geschichte in einem Rutsch weg und hinterlässt sehr viel Zuversicht in das eigene Ich.

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Kinderbuch Couch

Buch-Rezension von Kinderbuch Couch Nov 2015

Wenn Jule könnte, würde sie permanent die Farbe der Wand hinter sich annehmen, um bloß möglichst unauffällig durchs Leben zu gehen. Nur nicht auffallen, bloß nicht im Mittelpunkt stehen.

Beim reinen Gedanken an Aufmerksamkeit anderer Leute, läuft Jule dunkelrot an. Ruft Frau Würmlein, ihre Lehrerin, sie im Unterricht auf, bringt Jule kein Wort heraus und kann keinen klaren Gedanken fassen. Nur bei und mit ihrer besten Freundin Mali kann Jule ungezwungen sein, Quatsch machen und mehrere Sätze am Stück reden. Dabei ist Mali ein bisschen so, wie Jule insgeheim gern wäre: ihr ist selten etwas peinlich, meist lacht sie einfach über sich und ihre Ausrutscher.

Eines Tages kündigt sich hoher Besuch bei Jules Familie an: ihre Tante Manisha kommt aus Indien zu Besuch. Eigentlich heißt sie Margarete, lebt nun aber schon so lange in Indien, dass sie nicht nur Kleidung und Lebensstil, sondern auch ihren Namen angepasst hat. Im Gepäck hat Tante Manisha ein typisches indisches Mitbringsel für Jule: ein kleines Püppchen mit tiefrotem Kleid, langen schwarzen Haaren, einem goldenen Stirnband und großen Augen. Ein echtes Khushi, ein Talisman oder Glücksbringer, das wunderbare Kräfte entfalten kann, wenn man es immer bei sich trägt.

Zwar glaubt Juli nicht an Glücksbringer und wunderbare Kräfte, stopft das Khushi dennoch in ihren Ranzen und vergisst es dort rasch wieder. Doch schon am nächsten Tag geschehen merkwürdige Dinge. Die Wahl des Klassensprechers steht an und als Mali Jule dafür vorschlägt, schafft sie es nicht, dagegen zu protestieren oder die Wahl abzulehnen. Dann sollen die Klassensprecher Frau Würmlein klarmachen, dass ihre Vorstellung einer Sing- und Tanzperformance für das Schulfest nicht mit den Vorstellungen der Schüler übereinstimmt und dass sie ihre Erwartungen herunterschrauben soll. Mit Herzklopfen sieht sie dem Gespräch entgegen, das sie dann sehr gut meistert und erfolgreich in einem Kompromiss für beide Seiten endet. Dann meldet Jule sich freiwillig für das Solo-Tanz-Quartett und spricht im Eiscafé einen bekannten Rapper (und Malis absoluten Superstar) an und lotst ihn zu dem Tisch, an dem Mali ahnungslos sitzt. Kurzum: Jule handelt völlig untypisch und nicht nur sie selbst, auch Mali, ihre Eltern und Frau Würmlein kommen aus dem Stauen nicht mehr heraus.

Während Jule staunend ihr verändertes Verhalten beobachtet, kombiniert Mali das Geschehene und schlussfolgert, dass das Khushi einen wichtigen Anteil an den Veränderungen haben muss. Und so langsam begreift auch Jule die Wirkweite der kleinen Puppe. Kein Wunder, dass sie in Panik gerät, als ihr Papa es mit zu einem wichtigen Geschäftstermin auf die Arbeit nimmt ...

Es gibt Menschen, die brauchen ihn partout nicht und andere, die gehen grundsätzlich nicht ohne ihren Glücksbringer aus dem Haus. Sei es eine kleine Puppe, eine Figur, ein Stein oder ein Taschentuch - ist dieser Gegenstand nicht bei ihnen, fühlen sie sich irgendwie unvollständig. Meistens hat der Glücksbringer sie durch schwierige Zeiten begleitet oder war einfach bei besonders glücklichen Momenten dabei. Manchen gar verleiht er Mut und Zuversicht und lässt sie über sich hinaus wachsen. So wie die kleine Khushi-Puppe bei Jule Charakterzüge zum Vorschein gebracht hat, die sie sich selber gar nicht zugetraut hätte.

Katja Reider gelingt es wieder einmal, eine sehr kurzweilige, lustige und fesselnde Geschichte über Selbstvertrauen und Mut zu schreiben, die zeigt, wie leicht es eigentlich ist, mit den alten Gewohnheiten zu brechen und auch mal was Neues zu wagen. Denn ganz ohne daran zu glauben, hat der indische Glücksbringer Jule über ihren eigenen Schatten springen lassen und ihr Leben mächtig auf den Kopf gestellt. Manchmal braucht es eben nur einen kleinen Schubs Richtung Glück.

Das Buch ist in 18 Kapitel unterteilt, die alle eine angenehme Leselänge haben und sprachlich dem Alter angemessen, flüssig und humorvoll geschrieben sind. Jules Gedanken, Sorgen und Nöte sind situativ und überzeugend geschildert und wirken authentisch. Es fällt leicht, gemeinsam mit ihr den "Transformationsprozess" zu durchlaufen: das anfängliche peinliche Berührtsein bei jeder kleinen Aufmerksamkeit, dann das lähmende Entsetzten, als Jule von sich aus völlig unübliche Dinge tut, die sie im Rampenlicht stehen lassen und schließlich das geheime Wissen um die Kraft der Khushi-Puppe und um Jules neues Ich. Alle Charaktere überzeugen durch ihre lebendige und sympathische Beschreibung, sie wirken wie die Nachbarn neben oder über uns, nichts wirkt aufgesetzt oder unschlüssig und sie überzeugen gerade dadurch mit einem hohen Identifikationsfaktor.

Fazit

Ganz und gar undramatisch, aber überraschend, verändert Jule dank eine kleinen Khushi-Puppe ihr Leben und merkt schnell, dass es sich lohnt, ab und zu über den eigenen Schatten zu springen - und bunte Farbe gegen ein Dasein als graue Maus einzutauschen.

Claudia Goldammer

Ich - voll peinlich! oder Der Tag, an dem das Khushi kam

Ich - voll peinlich! oder Der Tag, an dem das Khushi kam

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