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Bilder
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Idee

Der kleine Gorilla Willi gerät auf jeder Doppelseite in einen anderen Klassiker, aber nur eine Szene, die restliche Geschichte können – und müssen – Leser und Zuhörer selber kennen. Oder neu erschaffen.

Bilder

Farbenfrohe Details füllen jeweils eine ganze Seite aus, mittendrin immer der kleinen Affe Willi mit sehr beredter Mimik.

Text

Pro Abenteuer eine Seite Text, in der Willi beschreibt, was er gerade erlebt –dann eine Frage, die Leser /Zuhörer richtig in die Geschichte schubst und ins Fabulieren bringt. Übers. Peter Baumann

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Kinderbuch Couch

Buch-Rezension von Kinderbuch Couch Mär 2016

Ausgezeichnet mit dem Kinderbuch-Couch-Star*
Jedes Mal, wenn Willi durch eine ganz bestimmte Tür geht, erlebt er die tollsten Abenteuer. Abenteuer, die dem Leser sofort bekannt vorkommen, weil sie zum kollektiven Geschichtenschatz gehören: Robin Hood oder Robinson Crusoe, Pinocchio und Peter Pan. Willi erlebt aber immer nur eine Szene, den Rest der Geschichte zu erzählen, bleibt dem (Vor-)Leser überlassen. Und seiner Fantasie.

Willi ist ein kleiner Gorilla, der schon in ganz verschiedenen Büchern des Autors und Illustrators Anthony Browne eine Hauptrolle gespielt hat und den viele Kinder lieben. Willi-Fans werden sich also auf dieses neue Buch freuen können, andere werden sich freuen ihn kennenzulernen. Aber eigentlich ist es auch egal, Willi könnte auch einfach ein kleiner Junge sein, denn das Spannende an diesem Buch ist, was Willi erlebt: Jedes Mal, wenn er durch eine bestimmte Tür geht - auf dem Bild sieht es aus wie eine Schultür oder Büchereitür aus - geschieht etwas Unglaubliches: er landet mittendrin in einem Abenteuer. Auf der ersten Doppelseite strandet er auf einer einsamen Insel, trifft einen netten Papagei und entdeckt einen Fußabdruck im Sandstrand. Auf der zweiten ist er auf einem Segelschiff, unter Schatzsuchern und muss sich vor einem Seemann namens Long John Silver verstecken. Auf der dritten wird er von einem dicken Mönch namens Bruder Tuck durch einen Fluss getragen. Bei Nummer vier klettert er in einen dunklen, hohlen Baum, um für einen alte Frau ein Feuerzeug herauszuholen, fünftens trifft er Captain Hook, sechstens ein Kaninchen Namens Benny Bunny, im nächsten Abenteuer wird er in einem fliegenden Zimmer herumgewirbelt, dann zieht sich an einem dick-geflochtenen Zopf einen Turm hoch, tapst dann durch einen unheimlich flüsternden Wald und wird auf der letzten Seite von einem großen Fisch verschluckt.


Jedes dieser doppelseitigen Abenteuer besteht aus einer Seite Text und aus einer dazu passenden Szene: in einem Rahmen gefasst, füllen Farbe, Figuren und Hintergrund die ganze Seite aus, wunderbar bunt und sehr detailreich. Und mittendrin natürlich immer Willi. Viellesende Menschen dürften längst gemerkt haben, dass Willi nicht in irgendwelchen Abenteuern landet, sondern in Geschichtenklassikern. Nämlich: Robinson Crusoe, Die Schatzinsel, Robin Hood, Das Feuerzeug, Peter Pan, Alice im Wunderland, Der Zauberer von Oz, Rapunzel, Der Wind in den Weiden, Pinocchio.

Wer sie jeweils kennt, kann sie seinem Kind gleich erzählen. Muss, könnte man auch sagen, denn weil der Text nach einer Seite mit der dargestellten Szene endet, würde die Geschichte sonst in der Luft hängen bleiben. Wer nicht zu jedem von Willis Abenteuern gleich ganz genau die Story parat hat - macht nichts: Mit einer Frage am Ende hilft der Autor großen Vorlesern und kleinen Zuhörern auf die Sprünge und vielleicht spinnen alle zusammen das Abenteuer auf ihre Weise weiter.

Was glaubst du, wessen Fußabdruck ist das?
Wärest du an meiner Stelle gewesen, was hättest du getan?
Was meinst du, war ich in Gefahr?
Was, denkst du, geschah dann?

Oder sie bekommen Lust, sich den Klassiker im Original vorzunehmen. Und weil Klassiker geradezu Trend sind - wenn man das so sagen kann - ist das gar keine schlechte Idee, weil es von A wie Alice im Wunderland bis zum Z wie der Zauberer von Oz, Klassiker in allen Varianten gibt: speziell für Erstleser oder als Bilderbuch, als comicähnliche Graphic Novels oder eher opulent mit Leineneinband, Schutzumschlag, mattrauhem, festem Papier und prachtvollen Zeichnungen.

Dieses Buch hier ist mehr als ein Buch, fast ein Projekt, jedenfalls kein typisches Bilderbuch zum Runterlesen, ein Abenteuer durch und durch. Das gilt auch für die Bilder. Die sind nicht gruselig, aber nicht niedlich, sondern schön - und abenteuerlich. Also nichts für ganz zarte Seelen. Man muss Lust drauf haben, dann ist es sehr schön und sehr, sehr spannend.

Fazit:

Kein typisches Vorlesebuch, das man halt mal so eben vorliest. Sondern mehr ein Projekt. Am besten liest man es in Etappen, fabuliert die jeweilige Geschichte oder liest gemeinsam den Klassiker, in dem Willi jeweils landet. Für Geschichtenfans, Vielleser und Gerne-Erzähler ist dieses Buch ein tolles Abenteuer mit tollen Bildern. Und natürlich mit Willi, dem kleinen Menschenaffenjungen.

Sigrid Tinz, März 2016

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