Mia malt

Erschienen: Juni 2005

Couch-Wertung:

88%
Idee
Bilder
Text

Idee

Eine mitreißendes Bilderbuch, das von Seite zu Seite unvorhersehbar bleibt, mit tollen Ideen, agil-lebensfroher Hauptfigur und absolut kindgerechter Umsetzung.

Bilder

Farbenfrohe, kräftige Illustrationen mit ungewöhnlichen , jedoch der Phantasie von Kindern entsprechenden, Perspektiven.

Text

Kindgerechte, teilweise freche Dialoge, die Spaß machen.

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Kinderbuch Couch

Buch-Rezension von Kinderbuch Couch Jun 2005

Sprechende Kühe, blaue Hühnereier –alles ist möglich wenn Kinder mit Pinsel und Farben spielen. Auch wenn ";Mia malt"; kommt ziemlich viel Leben ins Bild.

Draußen entlädt sich ein Gewitter und durch einen Kurzschluss fällt in der Wohnung das Licht aus. Die kleine Mia weiß zunächst nicht, was sie mit dem Tag so anfangen soll und entschließt sich ein Bild zu malen. Sie mischt Farben und lässt mit ihrem Pinsel schwungvoll eine Wiese entstehen auf der bunte Blumen und Bäume wachsen. Schnell stellt sie fest, dass eine Kuh fehlt und malt diese großflächig, schwarz-weiß. Als sich die Kuh dann ein Kalb wünscht, ist Mia zunächst etwas verwundert. Wundert sich aber gar nicht mehr, als eine Katze auftaucht, die sich angeblich im Gras vor einer Maus versteck hat und diese nun jetzt auch gemalt haben möchte. So entfaltet Mias Bild ihr Eigenleben und durch Wünsche und Fantasien wird es immer aufregender und bunter. Sie taucht selbst in das Bild ein und schwingt, z.B. auf einer Wäscheleine balancierend, effektvoll den Pinsel. Sie turnt so lange durch ihr Bild, bis das Licht wieder angeht und das Gewitter vorbei ist.

Mit Mia hat Siegrid Laube ein keckes Mädchen geschaffen, das mit roten Backen und Zöpfen und frechen Sprüchen schon sehr an Pippi Langstrumpf erinnert. Mit riesigem Temperament malt sie, was ihre Fantasie hergibt und gerät dabei auch mit den selbst geschaffenen Figuren in Konflikt. So wehrt sie sich z.B. gegen eine Katze, die sich im Gras versteckt hat: ";Halt….Dich gibt´s doch gar nicht, dich habe ich gar nicht gezeichnet!"; Und auf die Forderung nach Milch reagiert sie selbstbewusst ";Bitte sagt man!"; Letztendlich geht ihr sogar das nörgelnde, selbstgemalte Mädchen, dass ein Junge werden sollte, auf die Nerven und vertreibt es mit einem schnell gezeichneten, angsteinflössenden Zottelhund.

Die kunterbunte Phantasiewelt von Mia wird wunderbar durch die Rahmenhandlung zusammengehalten. Dass Gewitter löst nicht nur bei Mia den Wunsch aus zu malen, sondern nimmt mit Blitz und Donner auch Einfluss auf die Bildgestaltung, sowohl in Mias Welt als auch tatsächlich in den Illustrationen. Durch einen Blitz kommt ein kleiner grüner ";Drache zum Vorschein"; der eigentlich in die Märchenwelt gehört und als man ihn nur noch von der Ferne brüllen hört, sich der Donner also entfernt hat, ist das Gewitter zu Ende.

Auch textlich macht das Buch einfach Spaß, denn die Dialoge sind witzig und frech. Mia hat immer einen lockeren Spruch auf den Lippen und weiß sich verbal jederzeit zu wehren.

Kunterbunt und vielschichtig wie die Phantasie unserer Kinder sind auch die farbintensiven Acrylbilder von Maria Blazejovsky. Sie fühlt diese verschiedenen Ebenen nach und zeichnet wie Kinder es eben gewohnt sind: farbenfroh und mit ungewöhnlichen Perspektiven. Sie führt uns bildlich oft noch über den Text hinaus. Als z.B. Mias Mutter zum Essen ruft und das Gemälde bewundert wird, sieht man den gezackten grünen Schwanz des kleinen grünen Drachen in der Suppenschüssel verschwinden. Auch die Katze, die aus der Wiese hervortritt, taucht schon als Figur bildlich auf, zu einem Zeitpunkt, an dem noch gar nicht die Rede von ihr ist. Und so vermischen sich Realität und Fantasie auch in den Bildern.

Insgesamt ein starkes Buch, das es jederzeit schafft, die Mias Lust  in Farben einzutauchen, zu vermitteln.

Fazit:

Ein herrlich unvorhersehbares Bilderbuch, das auf jeder Seite Spaß macht und darüber hinaus die Lust zum Malen weckt. Perfekt als Mittel gegen Langeweile und Anregung für verregnete Sommertage.

Gabriele Jansen

Mia malt

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