Couch-Wertung:

88%
Idee
Bilder
Text

Idee

Zwei Klassenclowns liefern sich einen Wettkampf um die besten Streiche - smart, clever und superlustig.

Bilder

Schwarz-weiße Cartoons und Illustrationen stehen direkt im Text und fließt mit ihm zu seiner wunderbaren Einheit zusammen. Lustig sind die Bilder außerdem. Illustration: Kevin Cornell

Text

Leicht und schnell zu lesen – wenn man die vielen Lachpausen abzieht; weil Text und Bild sich perfekt ergänzen richtig viel Inhalt für den Leseeinsatz. Übersetzung: Alexandra Ernst

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Kinderbuch Couch

Buch-Rezension von Kinderbuch Couch Mär 2016

Miles zieht um, in ein Kuh-Kaff und das ist wortwörtlich zu nehmen. Denn mehr als eine Rinderfarm und eine Molkerei scheint es hier wirklich nicht zu geben. Und eine Schule natürlich. An seiner alten Schule war Miles der größte Streichespieler und Trickser - und das will er auch an der neuen Schule werden. Einziges Problem: hier scheint es schon einen zu geben, das wird Miles gleich am ersten Schultag klar. Und dem Leser auch.

Umzug! Ein Kind wird aus seinem sozialen Umfeld gerissen, aus seiner vertrauten Umgebung und irgendwo hin verpflanzt, wo es niemals so schön ist wie zu Hause, wo es niemanden kennt und überhaupt: ein Umzug ist Stress. Genau das passiert Miles: seine Mutter zieht mit ihm in ein Kuh-Kaff - was wörtlich zu nehmen ist, denn mehr als eine Rinderfarm und eine Molkerei scheint es hier wirklich nicht zu geben. Wie um das zu unterstreichen, sind auch im Buch immer wieder Seiten über Kühe eingestreut, die im Stil von Kinderwissens-Sendungen eher nutzloses aber doch interessantes Wissen vermitteln: dass Kühe Treppen hochsteigen, aber nicht runter gehen können, dass eine Milchkuh bis zu 10.000 Teelöffel Milch am Tag produzieren kann und noch mehr, wenn sie dabei klassische Musik vorgespielt bekommt. Wobei diese Informationen ganz am Ende noch mal sehr nützlich sein werden. Aber mehr wird nicht verraten. Selber lesen.

Natürlich gibt es im Kuhkaff auch eine Schule. Als Miles von seiner Mutter dort am ersten Tag abgesetzt wird, herrscht große Aufregung und großes Hallo. Ein Auto steht auf der Eingangstreppe und versperrt komplett die Tür. Das Auto des Direktors. Der so was wie der Bösewicht der Geschichte ist: Schulleiter wie sein Vater, sein Großvater und sein Urgroßvater, cholerisch, eingebildet und streng. Und gleichzeitig ist er auch die Witzfigur, weil er vor lauter Stress und Direktorsein nicht immer richtig auf Zack ist. So wie jetzt: lila vor Wut kommt er nicht auf die Idee, die Schüler durch den Hintereingang ins Gebäude zu lassen. Sondern lässt sie einzeln durch den Wagen kriechen, sein geliebtes Auto mit den wertvollen Ledersitzen.

Im Buch wird diese Szene - so wie viele andere - ergänzt durch Illustrationen und direkt in den Textfluss eingebaute kleine Comics. Weswegen es oft nur wenige Worte braucht, um richtig viel zu beschreiben. So sah das Auto vorher aus: Bild. Nächste Zeile: So sah das Auto nachher aus: Bild

Die eingestreuten Zeichnungen bewirken gleichzeitig, dass sich das Buch leicht und flüssig weglesen lässt, von Leseanfängern, aber auch von schon etwas fortgeschrittenen Lesern, die sich mit langen Buchstabenwüsten aber schwer tun. Und Spaß macht die Geschichte, das ist schon nach dem ersten Kapitel klar, dass es auf eine etwas anarchisch und chaotische, aber sehr clevere und smarte Art lustig werden wird.

Könnte ja auch anders sein beim Thema Umzug: Traurig, ernst, getragen, erst problem- und dann lösungsorientiert; Miles könnte in Verlassenheitsgefühlen versinken, erst nach und nach aus dem grauen Sumpf des neuen Alltags herausfinden und am Ende wieder mit seinem Leben im Reinen sein. Wobei er diese Situationen ja durchaus durchlebt - weswegen das Buch empfehlenswert ist für Kinder, die in ihrem eigenen Leben gerade ein Umzugsthema haben. Gleichzeitig macht es Spaß und ist eine prima Ablenkung.
Zum Beispiel sinniert Miles auf dem Weg zur neuen Schule über sein Leben an der alten: Wo er der größte Witzbold und Streichemacher war, er geht die Liste seiner besten Coups durch - den Geisterstreich, den Streich mit dem fehlenden Schneidezahn, Operation klatschnasse Hausaufgaben, der Fisch im Bett, Limonade ohne Zucker, überall Rosinen, Operation sandige Shorts - und überlegt, welchen davon er als erstes veranstalten wird. Denn das ist ihm schon klar, der erste Tag entscheidet, welcher Mensch man sein Leben lang oder zumindest die Schulzeit lang ist. Miles will der Trickser sein. Das kann er. Nicht der Streber, der Klugscheißer, der Nerd, Sportstar, der Klassensprecher.

Was ihm bei der Sache mit dem Auto vor der Tür sofort klar wird: es gibt ein Problem bei seinem Plan, diese Schule hat schon einen Obertrickser. In den kommenden Wochen (oder auf den kommenden Seiten) liefern sich die beiden einen Streiche-Wettstreit, der den Leser aus dem Staunen und Lachen nicht mehr herauskommen lässt. Besonders komisch wird es oft, weil Miles Konkurrent Niles nach außen hin Klassenstreber und Lehrerliebling ist - als Tarnung. Am Ende tun die beiden sich dann zusammen und laufen beim großen Showdown zur Höchstform auf. Herrlich.

Fazit:

Lustig und chaotisch, intelligent und einfach absolut unterhaltsam, dieser Streiche-Wettstreit von Miles und Niles. Und als die beiden sich zusammentun, wird es nur noch besser. Aufgelockert durch viele lustige Comics und Illustrationen trifft das Buch bei Grundschulkindern - ob versierte Leseanfänger oder eher Lesefaule höherer Klassen (und auch das ihrer vorlesenden Väter) - mitten ins Humorzentrum wie ein gut gezieltes Papierkügelchen.

Sigrid Tinz, März 2016

Miles & Niles - Hirnzellen im Hinterhalt

Miles & Niles - Hirnzellen im Hinterhalt

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