Couch-Wertung:

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Idee
Bilder

Idee

Bilderbuch ohne Worte, aber ganz viel Inhalt: per Folie können die kleinen Leser ein Tier nach dem anderen in die Freiheit entlassen.

Bilder

Die Folientechnik ist so virtuos und magisch eingesetzt, dass man gar nicht genug bekommen kann vom Hin- und Herblättern. Schlicht, bunt, grafisch, klar, aussagekräftig, lustig und wundervoll.

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Sigrid Tinz

Buch-Rezension von Sigrid Tinz Jun 2016

Ausgezeichnet mit dem Kinderbuch-Couch-Star*
Elchköpfe an der Wand, Tigerfelle als Teppiche, Elefanten im Zirkus, Hühner auf engstem Raum, Bären im Zoo, Füchse um Damenhälse - die armen Tiere. Hier im Buch ist es ganz einfach, sie alle wieder zu lebendigen, freien Geschöpfen zu machen: einfach nur die transparenten Zwischenseiten umblättern.

Vegetarier- oder Veganer zu sein ist Trend. Und wer so lebt, möchte oft seine ethische Grundeinstellung auch an seine Kinder weitergeben, bei dem was auf den Tisch kommt, aber auch bei der Lektüre. Allerdings ist es schwer Kriterien festzulegen, die ein "veganes" oder "tiergerechtes" oder "vegetarisches" Kinderbuch erfüllen müsste. Einige Bücher sind in den letzten Jahren erschienen, die den Stempel "komplett vegan" tragen, also ohne Materialien tierischen Ursprungs produziert sind und es werden mehr. Von kleinen Verlagen zumeist, aus "veganer Leidenschaft", mit veganer Message: "Schwein-wird-von-Kind-aus-Massentierhaltung-gerettet-das-danach-kein-Fleisch-mehr-isst" in verschiedenen Varianten. Oft sind sie besser gemeint als gemacht und deswegen aus literarischer Sicht kein besonders gutes Buch. Spaß soll das Lesen ja auch irgendwie noch machen. Aber es gibt originelle Ausnahmen, dieses hier zum Beispiel.

Lass mich frei! hat eine klare Botschaft: Tiere sind Lebewesen und sollten eigentlich lebendig und in Freiheit leben. Aber die kommt völlig wertfrei und wie selbstverständlich rüber, ohne moralischen Zeigefinger oder ein weltverbesserisches, schlechtes Gewissen mahnendes Stirnrunzeln - und gleichzeitig so, dass dieses Buch absolut passend ist, für alle, die auf Tierrechte Wert legen.

Denn Bär, Fuchs, Tiger und Co dürfen hier einfach nur Tier sein. Anders als bei vielen, vielen anderen Bilderbuchautoren und -illustratoren, die Tiere aller Art völlig skrupellos verwursten - Hauptsache die Geschichte wird gut; ihnen lustige Namen verpassen, Hosen und Haarschleifchen, menschliche Eigenschaften und menschliche Verhaltensweisen.

Das Prinzip ist gestalterisch ganz einfach. Links auf der Doppelseite ist ein Bild aus der freien Natur, rechts eine Szene aus unserem Zivilisationsalltag, in der Mitte eine Folie und darauf ein Tier. Das beim Umblättern von der rechten Seite auf die linke wandert.

So wird das Fell vorm Kamin zu einem Tiger, der durchs hohe Gras pirscht. Der kleine Zirkuselefant trottet hinter seiner Mutter durch die Savanne. Die Elchtrophäe an der Wand stromert wieder durch den Birkenwald, die Schildkröte aus dem Fischernetz legt Eier in ihr Nest am Strand, die Krokodilleder-Pumps werden wieder Teil des Krokodils.
Diese faszinierende Eindrücklichkeit wird durch die Bilder betont: grafisch klar und aufgeräumt, aber verspielt an Formen, Farben und Ideen und überreich an Details zum Entdecken und Beschreiben. Umklappfolientechnik at its best.

Fazit:

Ein Mitmachbuch, das die Folientechnik virtuos und geradezu magisch einsetzt. Überdurchschnittlich schön und liebevoll gestaltet, mit satten Farben und klaren Formen. Ohne Worte mit Bildern und Details, die Bände sprechen. Die Message auf den Punkt, aber kein bisschen moralinsauer weltverbesserisch. Wow.

Sigrid Tinz, Juni 2016

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