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Der Vogelzug ist ein faszinierendes Phänomen, noch lange nicht sind alle Fragen erforscht. Das wichtigste u. spannendste stellt dieses Buch vor; darin eingebettet die wichtigsten Zugvögel, Art für Art.

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Die Illustrationen sind Schaubilder, die Schaubilder Illustrationen, kleine Kunstwerke voller Informationen, Ausdruck und Stil.

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Sachlich und doch fesselnd, ornithologisch korrekt und doch unterhaltsam und schön – der Leser lernt und genießt gleichermaßen.

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Sigrid Tinz

Buch-Rezension von Sigrid Tinz Jun 2016

Jeden Herbst machen sich ungezählte Vögel auf den Flug ins Warme, schnatternde, quirrende Formationen am Himmel. Ist der Winter vorbei, kommen sie zurück und bringen uns den Frühling. Jedes Jahr ein neues schönes Schauspiel, in Geschichten und Kinderliedern verewigt. Aber woher wissen die Vögel wann sie losfliegen müssen? Wie finden sie den Weg, wie schaffen sie die oft tausenden Kilometer? Und warum fliegen sie überhaupt hin und her?

"Seit alter Zeit haben die Menschen den Aufbruch der Vögel beim Herannahen des Winters beobachtet", so beginnt das Buch, "in der Bibel und in Homers Ilias wird bereits erwähnt, dass die Vögel nach Süden fliegen (&) und im Frühjahr zurückkehren und die schönen Tage ankündigten." Aber der Vogelzug hatte auch manches Geheimnisvolles und die Menschen machten sich im Laufe der Jahrhunderte sagenhafte Vorstellungen über diese Vögel, die jeden Herbst verschwanden: Das Rotkehlchen sei ein Wintervogel, der sich im Sommer in einen Rotschwanz verwandele, mit ähnlichen magischen Fähigkeiten werde die Gartengrasmücke im Herbst zur Wintergrasmücke. Schwalben, Störche, Lerchen und Amseln würden Winterschlaf halten, sänken in Starre auf den Grund eines Sees oder flögen zum Mond. So dachte man lange, bis ein spätmittelalterlicher Gelehrter, der erste Ornithologe sozusagen, Vogelkundler also, einfach mal nicht nur dachte und vermutete, sondern die Vögel beobachtete, ihnen nachreiste, so weit es ging. Auch wenn das, was er herausfand, erst mal auch nicht viel weniger unglaublich klingt: dass kleine Vögel bis zu 40000 km Wegstrecke auf sich nehmen und dabei auch Ozeane überqueren, um den Winter an einem anderen Ort zu verbringen....

Und schon ist der erste Teil des Buches um, ohne dass der Leser sich fachbuchtypisch zäh dem Gegenstand der Betrachtung nähern und zusehen und -hören musste, wie der Autor ihn vom weiten Feld des Themas geholt und in ein Spannungsfeld eingegrenzt hat. Sondern: Wie beflügelt liest man sich durch die Seiten - und das liegt nicht nur daran, dass es im ganzen Buch von vorne bis hinten um Vögel geht. Um Zugvögel, um genauer zu sein. Doppelseitenweise wird eine interessante Frage beantwortet oder eine Beobachtung behandelt: Rekorde und Katastrophen; gibt es am Himmel Straßen? Und: Warum fliegen manche Vögel weg und andere nicht?

In mit Zwischenüberschriften geteilten Texten entfaltet sich so das Geheimnis des Vogelflugs, das, was man heute darüber weiß und auch das, was nach wie vor rätselhaft ist: von wo nach wo welche Vögel reisen, wie sich die Reiserouten naturgeschichtlich entwickelt haben, welche Hilfsmittel manche Arten nutzen, um weite Strecken zurückzulegen, wie sie den Weg finden, wie sie über die Alpen kommen und wer im Winter bei uns am Vogelhaus zu Gast ist, weil sein Sommerquartier noch viel weiter nördlich liegt.
Die Sprache ist schlicht und verständlich, aber auch sachlich korrekt und mit Fachwörtern gespickt, da wo es nötig und wichtig ist. Und anders als bei vielen Sachbüchern ist es keine Tortur, die Texte vorzulesen, im Gegenteil, es macht Vergnügen.

Das Anschauen sowieso: die Illustrationen sind in sanften, bunten Farben, die Vögel klar, deutlich, naturgetreu und faszinierend gezeichnet, dazwischen viel freier Platz, kleine Schaubilder, Beschriftungen. Für jedes der Themen stehen ein, zwei Arten, als Hauptfigur der Sachbilderbuch-Geschichte sozusagen, so dass man nach und nach eine Menge Zugvögel persönlich kennenlernt - und viel mehr über sie lernt, als wenn man ein Bestimmungsbuch durchblättern würde.

Zum Beispiel, dass die Winternachtschwalbe die einzige Vogelart ist, die tatsächlich Winterschlaf hält: sie lebt in den Wüsten und Gebirgen von Colorado in Nordamerika, ein Teil der Population wandert im Herbst nach Mexiko aus, während der andere Teil in einer Art Kältestarre fällt ...

Fazit:

Ein richtiges Sachbuch ist es nicht - und wem definierte Formalien wichtig sind, der wird unzufrieden sein, denn es gibt kein Stichwortregister, keine Fußnoten, keine Zitate, keine Quellenangaben, man kann nichts gezielt nachschlagen. Aber: man kann sich wunderbar treiben lassen durch dieses Buch, blättern und querlesen oder von vorne bis hinten. Wird bestens unterhalten, erfährt erstaunliches und Interessantes und das ohne sich anzustrengen. Alles in allem ein tolles Buch.

Sigrid Tinz, Juni 2016

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