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Idee

Märchenhafte Geschichte um ein angeschwemmtes Findlingsmädchen, in der viel zum Lachen und viel zum Nachdenken steckt.

Bilder

Bilder gibt es kleine und große, bunte und schwarzweiße, alle paar Seiten. Und auch Schrift und Layout sind aufwändig und dem Inhalt der Geschichte angepasst gestaltet. Illustrator Tom Schoonooghe.

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Ausführlich, vielseitig und lustig und ernsthaft – ein Buch, dass sich wunderbar zum Vorlesen eignet. Übersetzerin Andrea Kluitmann.

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Sigrid Tinz

Buch-Rezension von Sigrid Tinz Jun 2016

Eines Morgens wird am Ufer des Dorfflusses ein Mädchen angespült, mutterseelenallein, aber gesund und munter, und außer dass ihr ein paar Erinnerungen zu fehlen scheinen, eigentlich ganz patent. Trotzdem ist natürlich das ganze Dorf besorgt und man beschließt, dass "Findling" bei drei Familien zur Probe wohnen und dort bleiben soll, wo es ihr am besten gefällt.

Das fremde Kind ist ein häufiges Motiv in Kinderbüchern, und auch wem das erst mal nichts sagt, wird es kennen: es kommt von irgendwo, ist meist elternlos und auch irgendwie anders. Pippi Langstrumpf oder Momo sind berühmte Beispiele und die Hauptperson in diesem Buch hat ein bisschen was von beiden: patent und tatkräftig, bedächtig, klug, unabhängig und auf sich selbst gestellt. Und eben plötzlich da. Angeschwemmt zusammen mit ihrem roten Koffer am Ufer des Dorfflusses, wird sie von Frau Karbus gefunden und erst mal mit Pfannkuchen versorgt. Danach richtet sich das Kind häuslich am Strand ein und fühlt sich ziemlich wohl. Da wo sie herkommt, will sie nicht wieder hin, zu ihrer grausamen und abweisenden Tante Idaliek. An viel mehr kann sie sich nicht erinnern, auch nicht an ihren Namen. Weshalb sie von allen erstmal Findling genannt wird.

So weit so gut, aber da Findling in einem Dorf in der heutigen Zeit gestrandet ist, kann da nicht einfach ein Kind alleine am Strand wohnen. Strafbar ist es nicht, aber auch nicht wirklich erlaubt, das macht der Dorfpolizist der Gemeinde schnell klar. Der, nebenbei, der Running Gag des Buches ist, nicht nur weil er immer alles nach Recht und Gesetz zu regeln versucht und dabei manchmal bildlich und auch buchstäblich auf die Nase fällt, sondern auch, weil er statt a, e, i, o, u immer nur ö sagt:

"Ölso, öh, ein Mödchen in Önterwösche, önföch sö öm fröhen Mörgen öm Strönd, öb dös sö önföch göng öm Dörf?"

Jedenfalls, Nein, so einfach geht es nicht. Findling kann zwar bleiben, aber nicht alleine. Und so wird beschlossen, dass sie bei drei Familien zur Probe wohnen und dort bleiben soll, wo es ihr am besten gefällt: bei der Bäckersfamilie mit den elf Söhnen; dem Doktor und seiner Frau, die wahnsinnig lieb sind und früher selber mal ein kleines Mädchen hatten; oder bei Jos, dem Mechaniker, der alleinstehend ist und eigentlich gar nicht so viel von Kindern versteht, aber es deswegen eigentlich ziemlich gut macht.

Das ist der eine Handlungsstrang, es gibt noch mehrere: Wie Findling sich mit der eher einsamen Mathilda anfreundet, welche anderen Leute es im Dorf so gibt, und wie sie dem fremden Kind begegnen, neutral, freundlich, oder eher abgeneigt. Die Bärenfamilie im dunklen Teil des Waldes, mit der Findling Freundschaft schließt; die dann von der krachledernen Försterin gefangen wird und verkauft werden soll - aber von Findling und ihren Freunden wieder befreit werden kann.

Dann taucht noch ein Geschäftsmann auf - mit Tante Idaliek im Schlepptau - der im Dorf einen Freizeitpark bauen und dafür den Wald roden lassen will und das zackzack. Das Dorf stimmt ab - es gibt ja Vorteile und Nachteile und am Ende gibt es einen richtigen Showdown mit ordentlich Action.

All diese Handlungen laufen - eigentlich wie im richtigen Leben - nicht sortiert ab, sondern neben-vor- und miteinander verschränkt. Und so ist die Geschichte spannend und lustig, berührend und tiefgründig: denn es geht ja auch immer ein bisschen um Liebe, Mitgefühl, Geborgenheit, Verlust, Rechtschaffenheit, Gewinnstreben, Demokratie, Menschlichkeit, Einsamkeit. Schwermütig wird das Buch aber an keiner Stelle, dazu ist es dann verglichen mit der Wirklichkeit einfach zu überzeichnet, das Layout zu lebendig, die Illustrationen zu frech: es gibt kleine und große, bunte und schwarzweiße, die alle paar Seiten einen Aspekt der Geschichte auf ihre eigene Art deutlich machen.
Und letztendlich geht alles gut aus. Wie genau, das wird hier nicht verraten.

Fazit:

Tolle, detailliert beschriebene, liebenswerte und lustige Charaktere, in der Hauptrolle eine patente moderne Pippi-Langstrumpf, die in einem kleinen Dorf am Flussufer angeschwemmt wird und das Leben dort ein bisschen durcheinanderbringt. Prima zum Vorlesen und mit wunderschönen Bildern zum Herumzeigen und immer wieder anschauen.

Sigrid Tinz, Juni 2016

Ein Mädchen, sieben Pfannkuchen und ein roter Koffer

Ein Mädchen, sieben Pfannkuchen und ein roter Koffer

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