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Idee
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sympathische, lebendige Protagonisten mit Ecken und Katen, viele originelle Ideen, clever miteinander verbunden bescheren ein echtes Lesevergnügen.

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abwechslungsreich, witzig, bildreich, lebendig, voller Erzählfreude, ist man bereits auf den ersten Seiten mitten in der Geschichte.

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Stefanie Eckmann-Schmechta
Eingebettet in einer britischen Kleinstadtidylle entspinnt sich aus einer ganz normalen Begebenheit eine absolut verrückte Situation.

Buch-Rezension von Stefanie Eckmann-Schmechta Jun 2018

Esther ist ein ganz normaler Teenager, vielleicht sollte ich besser sagen, WAR. Obwohl sie sich ihr Leben mit ihrer Großmutter ganz gut eingerichtet hat, stört sie ihr Pickelproblem gewaltig - auch ohne die fiesen Kommentare ihrer Mitschüler. Bei dem Versuch, ihren Hautunreinheiten ein- für allemal Herr zu werden, verändert sich Esthers Leben dramatisch. Die gute Nachricht: Die Pickel sind weg. Die schlechte: Esther auch!

Nach seinem erfolgreichen und originellen Debüt "Zeitreise mit Hamster" legt Ross Welford einen weiteren fantastischen Roman vor, der wieder mit Science Fiction, überaus lebendigen Charakteren und jeder Menge Humor unterhält. Eingebettet in einer britischen Kleinstadtidylle - und dem ganz alltäglichen Wahnsinn, den Teenager in ihrem schulischen Umfeld erleben - entspinnt sich aus einer ganz normalen Begebenheit eine absolut verrückte Situation. Gleich auf den ersten Seiten erfahren wir, wie die Protagonistin Esther nach einem etwas zu langem Aufenthalt unter einem Solarium feststellen muss, dass sie unsichtbar geworden ist. Da bleibt man unweigerlich dran und so, wie Welford sie erzählt, möchte man denken: Ja, so könnte es wirklich so passieren.

Wie genau, kam nämlich so: Esther ist wegen ihrer Pickel so verzweifelt, dass sie nach zahllosen Fehlschlägen zu einem chinesischen Wundermittel greift, das sie sich heimlich im Internet bestellt. Bisher wird ihr nur k...übel davon, die Pickel aber bleiben. Durch einen Zufall kommt sie an eine gebrauchte Sonnenbank; die Bräunungsdusche soll ja auch helfen. Doch die Kombination aus beidem ist brisant.

Verzweifelt ruft sie ihre Großmutter an, die ihr natürlich nicht glaubt, das "Unsichtbar-Sein" eher metaphorisch versteht und ihr geduldig erklärt, dass das ja in der Pubertät sicherlich normal sei, dass sie sich manchmal unsichtbar fühle. Beim Rettungsdienst hat sie noch weniger Glück. Dort hält man sie bestenfalls für "bekloppt" oder, schlimmer noch, für dreist. Jedenfalls steht Esther mit ihrer plötzlichen Durchsichtigkeit ziemlich alleine da. Sie hat keine Ahnung, was sie tun soll und geht daher vollmaskiert auf die Suche nach dem Familienhund, der panisch vor ihr geflohen ist: Esther zu riechen und zu hören ohne sie zu sehen, hat die Retriever-Hündin restlos aus der Bahn geworfen.

Erst als ihr neuer und außerdem auch sehr anhänglicher Klassenkamerad Boydy das Desaster bei ihrer Begegnung zufällig mit eigenen Augen sieht, schenkt ihr jemand Glauben und möchte ihr helfen. Doch dummerweise bekommen auch die schrecklichen Zwillinge aus ihrer Schule mit, dass mit Esther irgendetwas gar nicht stimmt. Sie hätte danach besser abtauchen sollen, denn als Esther ihren "Zustand" ausnutzen will, um Boydy einen spektakulären Auftritt bei einer Schulveranstaltung zu verschaffen, wird es sehr eng für Esther...

Ross Welford baut geschickt gleich mehrere Spannungsbögen auf - und um es ihm auf seine unverwechselbare Art gleich zu tun, folgt eine Aufzählung:

  1. Die Unsichtbarkeit
  2. Der Auftritt von Boydy
  3. Die "Entwaffnung" ihrer Erpresser
  4. Das Geheimnis um Esthers Herkunft

Wieder einmal sind seine Handlungsstränge clever durchdacht und mühelos miteinander verwoben. Er schafft zum Brüllen komische aber auch berührende Höhepunkte - ganz der eigenen Logik folgend, auf deren Voraussetzungen man erstmal kommen muss. Alles, jede Begebenheit, spielt eine Rolle in der Geschichte, wobei gerade die "Rolling Gags" raffiniert gesetzt sind, nämlich dann, wenn auf eine ohnehin schon komische Situation immer noch einen draufgesetzt bekommt.

Dabei tritt Esther selbst in Dialog mit ihren Leser/innen, und weiß sehr lebendig und pointiert zu erzählen. Wie auch in seinem Debüt "Zeitreise mit Hamster" stammt seine Protagonistin nicht aus einer intakten Familie, hat aber einen engen Bezug zur Großeltern-Generation. Ebenso gilt es in dem vorliegenden Abenteuer, neben dem aktuell anstehenden Problem - nämlich die Ursachen und Folgen de Unsichtbarkeit - auch hinter die Geheimnisse der Vergangenheit zu gelangen. Und damit hinter das Vermächtnis der Eltern. So weit die Parallelen, denn in "Was du niemals tun solltest, wenn du unsichtbar bist" entspinnt sich eine komplett andere Geschichte mit ihren ganz eigenen Herausforderungen.

Der humorvolle Überbau hat auch eine ernsthafte und berührende Ebene darunter: So sind es gerade das Zwischenmenschliche, die Begegnungen und Dialoge, die dieses Buch auch und unbedingt lesenswert machen - auch für Leser/innen, die zwar ihre Kindheit schon länger hinter sich gelassen haben, aber ihre Freude an echten, ehrlichen Abenteuern nicht.

Der Einfalls - und Detailreichtum Welfords, wie er seine Geschichte und damit seine Akteure in Szene setzt, sowie sein Gefühl für Dramaturgie und Timing ist auch dieses Mal mitreißend. Man merkt, dass Ross Welford Fernsehproduzent war, bevor er sich ganz dem Schreiben widmete. Natürlich kommt es am Ende zu einem geradezu filmreifen Finale, bei dem in jeder Beziehung kein Auge trocken bleibt. Mehr werde ich hier natürlich nicht verraten.

Fazit:

Voller Humor und Situationskomik schickt er seine sympathischen Akteure in ein grandioses und verrücktes Abenteuer. Welfords unbändige Erzählfreude erschöpft sich nicht allein in einer originellen Idee, hier greifen so viele Begebenheiten ineinander, wie es (fast) nur wahre Geschichten bieten.

Was du niemals tun solltest, wenn du unsichtbar bist

Was du niemals tun solltest, wenn du unsichtbar bist

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Letzte Kommentare:
10.04.2020 09:10:04
Krenberger

Ein Jugendroman von fast 400 Seiten? Das macht durchaus erst einmal Eindruck und man ist gespannt darauf, was für einen Plot samt Beiwerk der Autor da vorbereitet hat. Zugegebenermaßen hat mich der Einstieg abgeschreckt, nicht inhaltlich, sondern sprachlich. Ich kann Romane (selbst wenn sie für Jugendliche konzipiert sind), die in einer jugendtypischen Sprache, oder was man eben dafür hält, geschrieben sind, nicht ausstehen. Die Protagonistin Esther, die hier die ich-erzählende Hauptperson ist, muss zu Beginn den Leser mit in ihre Geschichte mit hineinziehen, die so ganz und gar unrealistisch ist, und in Kombination mit dem angebotenen atemlosen Satzgehaspel hatte ich erst einmal den Impuls, das Buch zuzuschlagen und wegzulegen. Aber: der Roman kriegt die Kurve und gewinnt sowohl an sprachlicher Statur als auch an Fahrt, was die Handlung angeht, selbst wenn immer wieder Interruptionen durch sinnlose Zwischenkapitel und sprunghafte Themenwechsel geschehen.
Was genau passiert? Esther hat ein massives Akneproblem, das auch zu Hänseleien in der Schule führt. Sie lebt allein zusammen mit ihrer Großmutter, da die Mutter früh an Krebs verstorben ist und der Vater irgendwo auf der Welt verschollen ist, jedenfalls nicht für sie da ist. Dazu gibt es noch die betagte Uroma im Altersheim, der noch eine besondere Rolle zukommen wird. Jedenfalls versucht Esther es mit allerlei Mitteln, der Akne Herr zu werden, etwa mit einem Solarium und einer merkwürdigen chinesischen Kräutermischung. Die Kombination daraus sorgt dann dafür, dass sie auf einmal unsichtbar wird. Diesen Unfall muss sie irgendjemandem begreiflich machen, was eingangs krachend scheitert, und die Unsichtbarkeit dazu auch noch vor der weiterhin sichtbaren Umwelt kaschieren. Da ist allerlei Slapstick natürlich vorprogrammiert. Sie offenbart sich – unfreiwillig – einem Schulkameraden, Boydy, wird natürlich von anderen Schülern, den scheinbar unvermeidlichen „bullies“ eines Jugendromans, entdeckt und erpresst und muss nun versuchen, das belastende Material irgendwie verschwinden zu lassen – natürlich unsichtbar. Außerdem findet sie nebenbei heraus, wer ihre früh verstorbene Mutter eigentlich war, und auch das führt zu merkwürdigen Situationen mit der zugeknöpft-altmodischen Großmutter.
Nun denn: Esther und Boydy schmieden also einen Plan, um das belastende Videomaterial ihrer Peiniger zu löschen. Dafür muss Esther – wieder unsichtbar – in das Haus der Knight-Zwillinge eindringen. Der gut durchdachte Plan scheitert fast an der Realität, denn für Hunde ist Esther erriechbar. Die turbulenten Szenen im Haus, die Flucht danach und die dann ungewollt anhaltende Unsichtbarkeit geben dem Buch dann einen ganz neuen Schwung, der sogar zu einem unverhofften und sehr emotionalen Ende führt, was man so gar nicht zu erwarten hoffte. Aber Esther findet in ihrem unsichtbaren Zustand auf einmal Dinge heraus, die zu einer ganz neuen Bewertung ihrer persönlichen und familiären Situation führen und am Ende werden alle notwendigen Handlungsstränge aufgelöst.
Meine anfängliche Skepsis ist zwar nicht ganz beseitigt worden. Viele Passagen habe ich deshalb einfach quergelesen, denn sprachlich hat das Buch mitunter Längen, sogar Nervpotential. Entschädigt wird man aber durch die rasante, wendungsreiche Story und das versöhnliche und überraschende Ende. Wer sich von den fast 400 Seiten als junger Leser also nicht abschrecken lässt, der wird sicherlich sehr gut unterhalten werden.

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