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Idee
Bilder
Text

Idee

Wie schnell aus einem „Hast du schon gehört?“ Gerüchte werden können, wird hier mit fröhlich bunten Tieren durchgespielt. Und auch wie man die Kurve kriegt: einfach mal nachfragen.

Bilder

Bis ins kleinste Detail vermenschlichte Tiere, hell, bunt, fröhlich.

Text

Stille Post zum Mitlesen – denn wir kennen das erste Gerücht von der Amsel und sind live dabei, wie Wort für Wort, wie jedes Tier Buchstaben ändert und Inhalt und Vermutungen hinzufügt.

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Sigrid Tinz

Buch-Rezension von Sigrid Tinz Jul 2018

Familie Häschen hat eins aufs Näschen bekommen! Hat das Schaf gehört, dass es die Amsel gesagt hat. Da muss es gleich mal mit jemanden drüber reden, kommt es ihm doch irgendwie komisch vor: Eigentlich ist Familie Hase doch so nett. Denen gibt bestimmt keiner eins auf die Nase. Finden auch Maus und Fuchs und Dachs. Und auch sie müssen gleich mal mit jemand drüber reden. Und am Ende steht fest: Familie Hase hat nicht nur eins auf die Nase bekommen, sondern ist verarmt und lebt krank und obdachlos auf dem schlammigen Feld. Oder?

Jemand hört was, erzählt es weiter, der andere denkt sich eigene Gedanken dazu, erzählt es weiter, keiner hinterfragt es und wenn, bringt das oft noch mehr Details in die Geschichte. So entstehen Gerüchte. Im echten Leben - und auch in dieser fröhlichen Wald-Wiesen-Bilderbuchlandschaft.

Das Schaf hört von den Amseln, die Hasen hätten was auf die Nase bekommen. Das muss es gleich jemandem erzählen, dem Fuchs. Und zusammen mit dem Fuchs, überlegt es, warum Familie Hase denn überhaupt von jemandem verprügelt worden sein könnte. Die sind doch so nett! Der Fuchs geht zum Dachs, um ihn zu fragen. & ja, möglich, vielleicht haben sie Streit mit jemandem? Der ihnen ihr Glück nicht gönnt und das schöne Haus ....

Der Dachs geht zur Gans, die Gans zur Maus, die Maus zum Eichhörnchen, das Eichhörnchen zum Wildschwein. Hast du schon gehört? Familie Hase ist verprügelt und aus dem Haus geworfen worden, diesem schönen, großen, tollen, dass sie erst vor kurzem so schön und toll hergerichtet haben; sie leben jetzt auf dem Feld im Schlamm, verarmt und hungrig und das kleine Hasenkind ist davon schon ganz krank geworden.

Von Familie Hase sieht man übrigens bis fast zum Schluss nichts, also auch keine Details des möglicherweise sehr schlimmen Szenarios. Im Gegenteil, die Bilder sind fröhlich; zu sehen sind all die Tiere, liebenswert und sehr vermenschlicht gezeichnet, wie sie von einem zum anderen laufen, durch den hellen grünen Wald und buntgeblümte Wiesen. Kleine Käfer begleiten uns durchs Buch, wie im Hintergrund, ohne Teil der eigentlichen Geschichte zu sein: mal tanzt einer auf einem Seil, mal schaukelt einer, segelt mit einem Blatt durch die Luft oder futtert Beeren.

Der Inhalt, live dabei zu sein, wie ein Gerücht entsteht, wird nur über den Text transportiert, sehr ausführlich und leicht verständlich und durch die bunte Kulisse ist auch schon für kleine Kinder genug zu sehen, bis der jeweilige Tier-Dialog fertig vorgelesen ist.

Irgendwann trifft das Wildschwein dann das Schaf und sagt: "Hast du schon gehört, was mit Familie Hase passiert ist? Furchtbar!" Worüber das Schaf ein bisschen erstaunt ist, weil sooo schlimm ist das mit dem Näschen ja nun auch nicht. Als es hört, was das Wildschwein zu berichten hat, beschließen sie, zu Familie Hase zu gehen um herauszufinden, was wirklich passiert ist: Statt eins aufs Näschen hat Familie Hase noch ein Häschen bekommen und die Vorzeigefamilie sitzt friedlich und glücklich auf ihrer schönen Terrasse und isst Kuchen.

Fazit:

Ein falsch verstandenes Wort, ein bisschen Sensationslust und viel Fantasie und schnell wird aus einer Kleinigkeit ein Mega-Drama, über das alle reden - außer mit denen, die es direkt betrifft. Die Kids werden Spaß haben, an dieser live mitzulesenden stillen Post; und die erwachsenen Vorleser werden innerlich ein bisschen bescheiden, fallen jedem von uns doch bestimmt ein paar Gelegenheiten ein, bei denen wir ähnlich aufgeregt in der Gerüchteküche mitgeköchelt haben. Statt zu denken: Was ein Quatsch. Oder die Betreffenden selbst zu fragen. In diesem Buch immerhin kriegt die aufgeregte Wald- und Wiesentiergesellschaft die Kurve. Und geht einfach mal nachfragen, bei Familie Hase, ob sie wirklich was aufs Näschen bekommen haben.

Sigrid Tinz

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