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Die Weihnachtsgeschichte aus Sicht der Schafherde – die es ja auch gegeben haben muss, als damals die Hirten zum Christkind geeilt sind. Passt perfekt zum Advent, aber auch in jede andere Jahreszeit

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Kleine nachtblau gehaltene Schafcartoons, frech, lustig, ein bisschen böse und gleich. Von Jörg Mühle

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Lustig für Kinder und Erwachsene, durchaus mit wichtigen Botschaften. Zum Selberlesen für fortgeschrittene Erstleser, zum Zuhören ab dem Kindergarten. Und zum Vorlesen ein Genuss.

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Sigrid Tinz

Buch-Rezension von Sigrid Tinz Dez 2018

Eine Schafherde vermisst eines Nachts ihre Hirten. Und zwar sind es nicht irgendwelche Hirten, sondern die, denen damals der Engel erschienen ist und von der Geburt des Christkinds erzählt hat, so wie man es Jahr für Jahr in der Weihnachtsgeschichte erzählt bekommt. In dieser Variante der Geschichte spielen die Schafe die Hauptrolle. Die machen sich nämlich - recht kopflos und chaotisch - auf Suche, um ihre Hirten wieder zu finden. Und das Kind wollen sie auch sehen. Und Feiertage soll es geben, haben sie gehört. Also los.

"Diese Geschichte spielt in einem trüben Winter im Jahr eins oder vier während der Herrschaft eines bösen Königs, der in diesem Buch aber nicht auftaucht. Er versteckt sich nämlich die ganze Zeit in seinem Palast auf dem Dachboden aus Angst, ein anderer König könnte kommen und ihm die Krone klauen", mit diesem Prolog beginnt das Buch. Alle, die die biblische Geschichte ein bisschen kennen, werden wissen, um wen es sich handelt und worum es geht. Aber auch wer nicht besonders bibelfest ist, wird seinen Spaß haben. Denn diese Variante der Weihnachtsgeschichte ist völlig abgewandelt und voller Humor und Hintersinnigkeit.

Humor, der mal den Kindern und mal den Erwachsenen gefällt und oft genug auch beiden.

Hauptpersonen sind die Schafe. Die kommen sonst gar nicht vor, nur ihre Hirten, die vom Feld zur Krippe geeilt sind. Was die Herde durchaus irritiert. Weswegen sie sich auf den Weg macht, ihre Hirten zu suchen:

Das Schaf mit dem Gipsbein, das mit der Zahnspange und der passenden Dose um den Hals, das Schaf mit der Schnupfennase und das mit dem Seitenscheitel. Das alle ein bisschen peinlich finden, weil es sich als einziges morgens noch von den Hirten die Haare kämmen lässt.

Von dieser komischen Truppe gibt es im ganzen Buch kleine lustige Zeichnungen und Cartoons von Jörg Mühle. In winterlichem Nachtblau gehalten wie das Cover, immer passend zu den jeweiligen Szenen und sehr lustig, liebenswert und auch ein bisschen augenzwinkernd böse.

Während des Marsches - der abläuft wie ein Wandertag im Kindergarten, in Zweierreihen und jeder merkt sich seinen Nebenmann - versuchen sie, die Lage zu durchschauen. Was sie nach und nach von anderen Tieren, wie Ochs, Esel und den Kamelen erfahren ist dies: Es war auf einmal helles Licht überall und es könnten Ufos gewesen sein. Die Hirten sind unterwegs zu einem besonderen Kind, einer Prinzessin, die aber in einer Wellblechhütte am Müllplatz geboren wurde, offenbar, weil der Vater versäumt hat, ein Hotelzimmer zu reservieren. Und das um diese Jahreszeit, das können selbst die Schafe nicht verstehen. Allerdings gibt es wegen der Prinzessin Feiertage in der Stadt und da wollen die Schafe doch nun auch gerne hin.

Das ist aber gar nicht so einfach, ständig geht ein Schaf verloren und Streitereien gibt es auch. So sind sich alle einig, dass die Zahnspange bestimmt ein gutes Geschenk für das Kindlein wäre. Man muss dazu wissen, dass das Zahnspangenschaf von allen um seine Spange und vor allem um die Dose sehr beneidet wird; und damit auch gerne angibt. Und natürlich ist das Zahnspangenschaf nicht damit einverstanden!

Aus dem kleinen Haufen ängstlicher Streithammel wird auf diesem Ausflug nach und nach eine richtige Herde, die wie ein Team zusammenhält und auf die jeweiligen Macken der anderen Rücksicht nimmt.

Als sie endlich ankommen am Ort des Geschehens, ist das Kind längst weg und seine Eltern auch. Es gibt nur noch Schlamm, nasse Lampions, schlappe Luftballons, dreckige Wurstpappen und Einwegbecher, die überall zwischen lieblos mit ein bisschen Fichtengrün dekorierten Buden und Ständen liegen.

Also schnell nach Hause zu den Hirten. Und die Hirten haben ihnen vom Christkindlmarkt sogar noch gebrannte Mandeln, rot lackierte Äpfel und Lebkuchenherzen mitgebracht.

Fazit:

Das neue Buch von Bestsellerautor Ulrich Hub erzählt erneut eine biblische Geschichte auf heutige, humorvolle und hintersinnige Art. "Das letzte Schaf" ist angelehnt an das Weihnachtsevangelium von Lukas und wenn man dessen Inhalt kennt, versteht man die eine oder andere komische Situation noch besser. Aber auch sonst bietet die chaotisch-zänkische Schafherde jede Menge Wiedererkennungseffekte für jede Kita-Gruppe oder Schulklasse. Und wie sie am Ende doch alle für einander einstehen ist eine zeitlose Botschaft. Und gleichzeitig sehr weihnachtlich.

Sigrid Tinz

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