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Idee
Bilder
Text

Idee

Das Farbmonster ist quietschebunt und weil jede Farbe für ein Gefühl steht, ist es ziemlich durcheinander. Aber Seite für Seite sortiert es die Farben, die Gefühle und sich selbst.

Bilder

Ein Collagenkunstwerk aus Farben und kleinen gebastelten und bunt bemalten Pappfiguren.

Text

Anschaulich und bildhaft werden Gefühle, Empfindungen beschrieben, das Monster als Hauptperson gibt dem ganzen etwas Flapsiges und alles ist nicht allzu ernst. Gute Mischung voller Gesprächsanlässe.

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Sigrid Tinz
Das Farbmonster ist eigentlich ein Gefühlsmonster

Buch-Rezension von Sigrid Tinz Jan 2019

Das Farbmonster ist ein quietschbuntes Zottelmonster, jede Farbe in seinem Fell steht für ein Gefühl. Alles auf einmal zu fühlen, Wut, Trauer, Angst, Fröhlichkeit, das kann anstrengend sein und durcheinander machen. Und durcheinander, das ist es, das Monsterchen. Zusammen mit einem kleinen Mädchen sortiert es dann die Farben, Seite für Seite, Gefühl für Gefühl.

Wer sich an der Überschrift "Farbmonster" orientiert und ein wild mit Farben hantierendes Monster erwartet, das den kleinen Lesern und Betrachtern rot, gelb, grün und blau präsentiert, hat recht - und wird gleichzeitig sehr überrascht. Um Farben geht es nur in der Bildsprache, im Text wird darauf kaum Bezug genommen. Sie dienen zur Veranschaulichung der Gefühle, denn eigentlich ist unser Monster ein "Gefühlsmonster".

Ein liebenswert grimmiges und zotteliges Kerlchen und zu Beginn der Geschichte ganz bunt: "Als es heute aufgestanden ist, fühlte es sich komisch, durcheinander, ganz verwirrt &. es weiß gar nicht, was mit ihm los ist." Das sieht man seinem Gesichtsausdruck auch deutlich an. Ein kleines Mädchen, schwarzweiß gezeichnet, kommt und nimmt es an die Hand, sieht all die Farben in seinem Fell und sagt: "Ein schönes Chaos, das du da mit deinen Gefühlen hast. Wenn du willst, helfe ich dir dabei, es ein bisschen zu sortieren."
Und das machen die zwei dann auch.

Kind, Monster und alles andere - Vögel, Blumen, Schiffe - sind aus Pappe und Papier hergestellt und dann auf weißem Hintergrund als Collage zu einer Szene angeordnet. Die Seiten wirken so dreidimensional, sehr lebhaft und lebendig. Man möchte sie ergreifen und mit den Pappfiguren spielen.
Jedes Bild ist von einer Farbe geprägt; von einem Gefühl. Gelb bei Fröhlichkeit, rot bei der Wut, grün bei Zufriedenheit. Im Detail zeigen die Bilder dann dazu passende Aktionen. Das Monster in einer grünen Gartenlandschaft, geruhsam in der Hängematte; wie es wild mit roter Wutfarbe die Seite vollschmiert; lachend und lebendig beim Thema sonnig-gelber Fröhlichkeit. Der Text beschreibt, was wir sehen, erklärt dass Fröhlichkeit ansteckend ist, strahlt wie die Sonne, funkelt wie die Sterne und dass man lacht, springt, tanzt und diese Freude mit allen teilen möchte. Oder das Wut glutrot ist und wie ein Feuer. Und wenn man traurig ist, versteckt man sich und möchte allein sein.

Nun sind Gefühle keine Fakten, die sich wirklich so benennen, erkennen und kontrollieren lassen. Vor allem lassen sie sich nicht in gut und schlecht einteilen, auch wenn wir manche Gefühle lieber mögen als andere. Zum Beispiel wird in diesem Buch die Angst als "feige" beschrieben und das stimmt, wenn überhaupt, nur in Teilen. Sie hat auch ihren Sinn, ihr Gutes. Angst zu haben, schützt zum Beispiel vor Gefahren. Auch bei anderen Gefühlen kann jeder Vorleser und auch jedes Kind sicherlich viel ergänzen. Außerdem gibt es natürlich viel mehr Gefühle als in dieses Buch passen; und es gibt mehr Gefühle als es Farben gäbe. So sollte man das Buch auch handhaben: nicht einfach runterlesen, sondern als Gesprächsanlass und -einladung.

Am Ende haben Kind und Mädchen einige Gefühle durchgesprochen und alle Farben schön in Schraubgläser sortiert. Das Monster ist nicht mehr durcheinander, das Mädchen froh, es geschafft zu haben. Aber: auf der nächsten Seite steht das frisch sortierte Monster in einem rosa-pinken Blätter-Blumenwald, es selbst ist rosa von oben bis unten. Und weiß rein gar nichts zu dieser Farbe und diesem Gefühl zu sagen. Es lächelt einfach nur verklärt vor sich hin.

So ist das mit den Gefühlen, auch das ist eine Erkenntnis. Benennen und sortieren geht, kontrollieren nicht immer. Aber weder Monster noch Menschen sind ja Maschinen. Wenn man weiß, wie man wieder Ordnung in den Gefühlsfarbkasten bekommt, kann man auch mal ein bisschen durcheinander sein.

Fazit:

Das Farbmonster ist eigentlich ein Gefühlsmonster. Toll collagiert und illustriert, zeigt es kleinen Lesern und Betrachtern mit bunter Lebendigkeit, Farbe für Farbe und Gefühl für Gefühl. Ein zeitloses Thema, das besonders an tristen Wintertagen Leben und Farbe in die nebelige Dunkelheit bringt.

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