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Idee

Ein Schneemann und eine kleine Wolke werden beste Freunde und haben den Winter über viel Spaß. Bis es im Frühling ans Abschiednehmen geht.

Bilder

Alles so weiß, hell, blau, zart und pastellig. Willi besteht nur aus Wolke und Mimik und ist eine echte Persönlichkeit.

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Die Bilder zeigen die Handlung, der Text beschreibt ausführlich Willis Gefühle und Gedanken bei allem.

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Sigrid Tinz
Ein Buch vom Spaß im Schnee. Und auch ein Buch vom Abschiednehmen.

Buch-Rezension von Sigrid Tinz Feb 2019

Schnee, Schnee, Schnee, als Kind kann man nicht genug davon haben. Und wenn es draußen – mal wieder – keinen , zu wenig oder nur sehr kurz welchen gibt, dann nimmt man ihn eben im Bilderbuch. Eins wie dieses hier zum Beispiel: Willi, die kleine Wolke, lebt und schwebt in ihren Wolkentag hinein und freundet sich mit einem kleinen Schneemann an.

Willi Wolke fliegt so vor sich hin, schwebt über eine Schneelandschaft. Bald trifft er einen kleinen Schneemann und freut sich. Erstens ist er endlich nicht mehr alleine und hat jemand zum Spielen. Und zweitens kann der Schneemann ihm vielleicht noch etwas beibringen. Denn als Wolke hat Willi ein besonderes Verhältnis zu Schnee. Schnee kommt ja aus den Wolken, genau wie Regen oder Hagelkörner, und Schnee ist etwas Besonderes, nicht so einfach zu machen, viel schwieriger als Regen. Und dabei soo schön. Wie man es schneien lässt, weiß der Schneemann auch nicht. Aber wie man im Schnee Spaß haben kann, das weiß er. Und das zeigt er Willi in aller Ausführlichkeit. Die beiden freunden sich an und spielen und toben und lachen den ganzen Winter über. Bis es Frühling wird.

Bis der Schneemann schmilzt, sich die Schneekristalle erst in Wasser, dann in Wasserdampf verwandeln. Erst ist Willi sehr traurig, seinen Freund zu verlieren. Aber dann sammelt er jeden Tropfen des Schneemanns in seinem Wolkenbauch, wird dick und schwer. Den ganzen Sommer strengt er sich an, es nicht aus Versehen regnen zu lassen – und so den Schnee und den Schneemann womöglich zu verlieren. Als es dann wieder Winter wird, schleppt er sich ins Gebirge und einen Berg hinauf, bis die Temperaturen richtig sind, um es schneien zu lassen. Und dann lässt er es schneien: große, glänzende, glitzernde, perfekte Schneeflocken. Willi ist endlich Schneewolke geworden. Und der Spaß kann von vorne losgehen.

Der Kreislauf des Wassers, über den man nebenbei in diesem Buch sehr viel lernt, ist für den Schneemann der Kreislauf des Lebens. Er war den ganzen Sommer irgendwie da, aber nicht wirklich und zum Anfassen. Aber:  „… egal, ob man ihn sieht oder nicht, der, den man lieb hat, der ist immer bei einem, eben auch wenn man ihn nicht sieht ...“ Diese Botschaft, die wunderbar zwischen die Zeilen gebaut ist, steht auch noch mal ganz explizit im Buchdeckel.

Wie der Schneemann schmilzt und dann als Wasserdampf überdauert, um im Winter wieder zu erscheinen und vor allem, welche Gefühle und Gedanken die beiden dazu haben,  das passt zwar nicht unbedingt auf die großen Abschiede im Leben – Umzüge, Todesfälle, Trennungen. Aber auf die vielen kleinen, die ein Kind oft viel intensiver erlebt: Der Lieblingspullover ist zu klein, die Besuchswoche bei Oma ist um, die Erzieherin wechselt die Kita-Gruppe, oder: Der aus dem so ersehnten Schnee gebaute Schneemann sinkt bereits am nächsten Tag zusammen und endet als Pfütze am Boden, weil es schon wieder warm geworden ist.

Die Grundstimmung in der Geschichte ist fröhlich, Willi und der Schneemann toben, kugeln , rollen und rutschen. Das sieht man in den Bildern wunderbar. Deren Grundstimmung ist winterlich, weiß, grau, blau; die Accessoires des Schneemanns bringen Farbe hinein. Es gibt Seiten mit viel Text und ruhiger pastelliger Winter-Sonnenlandschaft als Hintergrund, und es gibt Seiten mit wenig Text und vielen lebhaften Bildern von Willi und dem Schneemann in Großaufnahme. Der Text ist eher lang, beschreibt sehr genau, was die beiden denken und fühlen, den Spaß, die Freude, das Bauchkribbeln beim Rollen im Schnee, die Gedanken zum nahenden Frühling.

Das Buch hat an manchen Stellen ein paar Fehler, Rechtschreibung, ein Absatz ist doppelt gesetzt, und manchmal auch Verständnisschwierigkeiten: So wird Willi als Wolkenteurer bezeichnet. Was das genau ist, weiß man nur, wenn man den älteren Vorgängerband  „Willi Wolke und der kleine Spatz“ kennt. Da wird nämlich erklärt, dass Willi Wolke aus dem Wolkenteurerland stammt, sehr neugierig und eben ein Wolkenteurer ist, immer auf der Suche nach neuen Wolkenteuern. Aber das erschließt sich auch ohne Vorwissen aus dem Zusammenhang. Und passt zu Willi. Auch wenn optisch an ihm nicht viel mehr dran ist als wattiges Wolkenweiß, Kulleraugen und zwei kleine, lebhafte Arme, ist er mit seiner frechen, ausdrucksvollen Mimik eine echte Persönlichkeit.

Fazit:

Ein Buch vom Spaß im Schnee. Willi die Wolke und sein neuer Freund, der kleine Schneemann, genießen das weiße Element in all seinen Möglichkeiten. Bis der Frühling sich ankündigt und der Schneemann schmelzen, sich auflösen, verschwinden  wird. Es ist also auch ein Buch vom Abschiednehmen. Nicht unbedingt von den ganz großen Abschieden. Aber für die vielen kleinen Abschiede, die im Leben eines Kindes so warten, passt die Botschaft sehr gut.

Willi Wolke und der Schneemann

Willi Wolke und der Schneemann

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