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Fanny kann sich eigentlich für nichts wirklich begeistern, ist nicht besonders beliebt in der Klasse und hadert mit sich, doch eine kurze Zeitreise ändert ihre Sicht auf die Welt und auf sich selbst.

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Kurzweilig, flüssig und altersgerecht geschrieben. Da erscheint selbst die Stippvisite ins 18. Jahrhundert ziemlich real.

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Claudia Goldammer
Schulstress, eine nervige Überflieger-Schwester und eine leibhaftige Begegnung mit Mozart ...

Buch-Rezension von Claudia Goldammer Feb 2019

Fanny und Ella sind als Schwestern so unterschiedlich, wie man nur sein kann. Während Ella eine ehrgeizige  Musterschülerin mit Hochbegabungs-Tendenzen ist (so, dass der Physiklehrer abends bei den Eltern anruft, um ihnen seine Begeisterung durch den Telefonhörer zu zu brüllen), lebt Fanny lieber in den Tag hinein und interessiert sich eigentlich für nichts so richtig. Das mag auch der Grund sein, weshalb sie immer wieder ihre Hausaufgaben vergisst oder ihre Schulsachen. Nun ist es mal wieder soweit: Fanny soll ein Referat über Mozart halten, hat aber alle Unterlagen und das eigens dafür gekaufte Buch in der Schule vergessen. Bei dem Gedanken an den traurigen und gestressten Blick ihrer Mutter, die am späten Abend mit ihr zusammen den Vortrag erarbeiten will, zieht sich Fannys Herz doch zusammen. Als ihr die Tränen übers Gesicht rinnen, bemerkt  Ella ihren Kummer und bietet spontan an, ihrer Schwester beim Referat zu helfen. Mozart sei schließlich ihr Spezialthema…

Gesagt, getan und am nächsten Morgen spaziert Fanny frohen Mutes mit einem sehr gut ausgearbeiteten Referat in der Tasche in die Schule und freut sich fast auf die Musikstunde. Doch just an diesem Tag hat ihre Lehrerin einen Unfall, so dass der Unterricht ausfallen muss. Fanny ist richtig empört und wütend und lässt ihrem Umnut nicht besonders feinfühlig frei heraus. Sie ist sowieso schon nicht gerade besonders beliebt in der Klasse und dieser Ausbruch macht es noch schlimmer. Doch bevor sie etwas dagegen tun kann, wird ihr schwarz vor Augen.

Als sie wieder erwacht, blickt sie in das Gesicht eines fremden Mädchens und  findet sie sich nicht im Klassenraum wieder, sondern mitten im Grünen. Bei näherer Betrachtung ist es ein Park bzw. ein Schlossgarten, in dem zwei Kinder, Leopold und Theresa, spielen. Beide sind, für Fannys Geschmack, sehr eigenartig gekleidet, spielen mit einer goldenen Kugel Ball und tragen zu allem Überfluss auch noch Perrücken. Im Gegenzug finden die beiden Kinder Fannys Kleidung sehr eigenartig und wollen lange Zeit gar nicht glauben, dass sie ein Mädchen ist, obwohl sie doch Hosen trägt. Die drei Kinder freunden sich schnell an und alle finden es nur kurz verwunderlich, dass Fanny anscheinend eine Zeitreise gelungen ist, denn wie sonst sollte erklärbar sein, dass sie, im Jahr 2018 lebend, am Wiener Hof im Jahr 1768 aufgewacht ist?

Zufälligerweise steht am Hof ein kulturelles Highlight an: der junge Mozart wird zu einem Konzert erwartet, dem Fanny natürlich beiwohnen darf. Schnell wird sie in ein ordentliches Kleid gesteckt, um dann zu erfahren, dass Mozart stundenlang durchspielt, teilweise im Rahmen eines musikalischen Wettstreits mit dem König. Nicht leicht, dabei die höfische Ruhe zu bewahren. Nebenbei ist sie auch von Theresa Allüren und Spielchen bezogen auf Mozart ziemlich genervt, doch dem Genie so nah zu sein (und tatsächlich mit ihm persönlich sprechen zu können), macht die Strapazen  wieder wett.

Trotzdem ist die Sehnsucht nach zu Hause und die Sorge, ob und wie sie jemals dahin zurück finden soll, riesengroß. Fanny überlegt tatsächlich, ob sie sich nicht absichtlich den Kopf anhauen soll in der Hoffnung, damit wieder die Rückreise in ihre Zeit antreten zu können. Doch das erledigt die goldene Kugel ganz von selbst, so dass Fanny schließlich wieder schwarz vor Augen wird, sie dann aber im vertrauten Klassenraum erwacht. Anscheinend hat sie die dicke Mozartbiographie an den Kopf bekommen und war kurz bewusstlos. Darüber ist vor allem ihre schlimmste Klassenfeindin so erschrocken, dass sie beteuert, von nun an netter zu Fanny zu sein, nicht ahnend, dass mit dem Buch eigentlich eine geheime Date-Anfrage zu Fanny gelangen sollte…

Passen Zeitreise und Mozart zusammen? Die meisten von uns haben wahrscheinlich eine eher futuristisches Bild vor Augen, wenn es um das erste Thema geht. Dabei sind aber auch Reisen in die Vergangenheit genau so spannend, vor allem natürlich, wenn man auf berühmte Personen trifft. Dass Fanny ein ganz normales Mädchen ist, dass sich nicht jahrelang mit dem Austüfteln komplizierter technische Apparate beschäftigt hat, sondern ziemlich in der Normalität zu Hause ist, verleiht der Geschichte ein gewisses überraschendes Extra.

Doch nicht nur Fannys normaler Alltag wird überzeugend beschrieben, auch ihr kurzer Besuch in der Vergangenheit gibt einen plastischen Einblick in eine gänzlich andere Lebenswelt. So ist es köstlich zu lesen, aus wie viele Lagen ein Kleid bestand, dass eng geschnürte Korsagen die Frauen an Hofe häufig in Ohnmacht fallen ließen oder dass das Waschen mit Wasser aus Angst vor Krankheiten verpönt war, Körpergeruch und –schweiß daher lieber mit Puder und Parfüm bekämpft wurden. Die Fülle an Informationen im Vergleich zum Umfang des Buches lässt erahnen, dass hier inhaltlich ein ganz schöner Ritt von Alexa Henning von Lange vorgenommen wird und eine wirklich tiefgründige Ausarbeitung der Charaktere nicht erfolgen konnte. Daher kratzt die Geschichte vielfach leider nur an der Oberfläche, spult schnell hintereinander unwahrscheinliche Ereignisse ab und lässt an einigen Stellen ein wenig Tiefe vermissen.

Fazit:

Auch das fadeste Referat kann in einem spannenden Abenteuer enden, durch das sich dann sogar im realen Leben alles zum Guten wendet – auch, weil der Glaube an das eigene Ich zurückgekehrt ist. Diese wichtige Botschaft vermittelt das Buch und bestärkt alle Leserinnen und Leser, sich selber mehr zuzutrauen und anderen Dingen und Personen eine Chance zu geben. Denn schließlich trägt jeder auch die Verantwortung für sein eigenes Glück in sich. So groß, wie diese Botschaft auch ist, gelingt es Alexa Henning von Lange dennoch, sie fast wie nebenbei zu platzieren und geschickt in den lockeren und flüssig zu lesenden Schreibstil einzubetten, ohne den mahnend erhobenen Zeigefinger.

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