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Idee
Bilder
Text

Idee

Eine kleine, sympathische Erzählerin lädt dazu ein, sich mit der Welt der Lakota-Indianer auseinander zu setzen.

Bilder

Die Bilder und die Wiederholung einzelner Details sind so intensiv in ihrer Farbgebung und Gestaltung, dass sie alleine für sich sprechen.

Text

Die Geschichte ist gut erzählt, man wünschte sich jedoch noch etwas mehr Tiefe.

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Rita Dell'Agnese
Ein Auto als sicherer Hort zum Träumen

Buch-Rezension von Rita Dell'Agnese Jun 2019

Das alte Auto, das im Reservat der Lakota-Indianer mitten auf der Prärie steht, ist nicht etwa einfach ein verlassener Schrotthaufen. Es ist der Ort, an den sich Mitglieder aus Winonas Familie zurückziehen, um ihren Gedanken und Träumen nachzuhängen. Ob Mutter, Vater, ältere Brüder oder Grosseltern: Alle nehmen sich die Zeit, ihre Gedanken im alten Auto zu sammeln. Auch Winona selbst mag das alte Auto. Sie träumt im Auto manchmal von dem Ort, an dem die Lakota einst eine schlimme Niederlage erlebten. Sie spürt dann die Geschichte ihrer Vorfahren. Und sie träumt ganz reale Dinge. Einer von Winonas Träumen wird schliesslich wahr: Der ganz große Bruder kommt und tanzt am Powwow den Sonnentanz.

Der Rückzugsort

Autorin und Illustratorin Alexandra Walczyk hat sich intensiv mit der Kultur der Lakota beschäftigt. Das setzt sie in ihrem Kinderbuch „Winonas Traumauto“ auch konsequent um. Sie stellt das alte Auto als einen Rückzugsort in den Mittelpunkt des Familiengeschehens. Alle Familienmitglieder nutzen das ausrangierte Gefährt auf ihre Weise: Sie träumen darin und vergessen ihre unerfüllten Sehnsüchte. Betrachtet und beschrieben wird die Szenerie von der kleinen Winona. Sie stellte quasi als Beobachterin ihre Erkenntnisse vor: Die Mutter, die manchmal weint, aber aus dem Auto mit einem Lächeln zurückkehrt. Der Vater, der vom Ritt über die Prärie träumt, die Grossmutter, die Brüder. Sie alle haben ihre Träume. Ohne eine Wertung vorzunehmen, schildert die Autorin, was Winona erfährt und was sie sich teilweise zusammenreimen kann.

Unerfüllte Wünschte

Sehr schön geht die Autorin in ihrem Bilderbuch auf die kindliche Gefühlswelt ein. Winona wird als staunender und aufgeschlossener junger Mensch skizziert, der gleichzeitig stark in der Geschichte ihres Volkes verwurzelt ist. Die unverfälschte Offenheit, mit der Winona darüber spricht, erzählt den Kindern – Zielpublikum sind hier die 5 – 8 Jährigen – viel von „den Indianern“, von denen wir Europäer zumeist ein stark verfälschtes Wissen haben. Die Schilderung ist in einer einfachen Sprache gehalten, die Eltern sehr gut vorlesen können und von Kindern im ersten Lesealter auch problemlos selber entziffert werden kann.

Ausdrucksstarke Bilder

Da Alexandra Walczyk sowohl als Texterin wie auch als Illustratorin auftritt, ist die Kombination zwischen Bildern und Text wunderbar geglückt. Es sind ausdrucksstarke Bilder, mit denen dieses Bilderbuch aufwarten kann. Die Besonderheit ist darin zu finden, dass zum einen eine Gesamtansicht präsentiert wird, zum anderen dann eine Detailaufnahme aus genau dieser gesamten Ansicht. Das ergibt eine intensive Mischung, die den Betrachter in die beschriebene Welt mitnimmt und ihr eine tiefe Intensität verleiht. Es sind nicht die gemeinhin üblichen Indianerbilder, die hier präsentiert werden, sondern feinfühlige Portraits der Familie. Als Menschen, die in ihrer Tradition verhaftet sind und sich dennoch der modernen Umwelt anpassen müssen.

Fazit

„Winonas Traumauto“ gibt den kleinen Leserinnen und Lesern die Möglichkeit, eine fremde Kultur auf eine authentische Weise zu erfahren, die für ihr Alter angepasst ist. Das Bilderbuch ist eine Einladung, sich vertieft mit dem Thema Indianer auseinander zu setzen. Die Autorin baut denn auch mit ihrem Schlusssatz: „Hast Du auch einen Ort zum träumen?“ die Brücke von ihrem Publikum zu Winona und dem Leben im Lakota-Reservat.

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