Lotte Siebengescheit geht in den Zoo

Erschienen: Juni 2018

Bibliographische Angaben

 Krystyna Valverde (IllustratorIN), Manuel Valverde (Illustrator)

Couch-Wertung:

70%
Idee
Bilder
Text

Idee

Das Bilderbuch geht weit über ein Abbild der Situation hinaus, es ist ein klares politisches Statement.

Bilder

Die Knetfiguren sind liebevoll und detailreicht gestaltet.

Text

Gereimt, aber nicht immer auf den Punkt. Der Botschaft tut es keinen Abbruch.

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Rita Dell'Agnese
Ein Bilderbuch, das polarisiert

Buch-Rezension von Rita Dell'Agnese Jul 2019

Lotte Siebengescheit besucht mit ihrer Oma den Zoo. Doch sie kann sich über die eingesperrten Tiere nicht freuen – Lotte mag keine Zoos. Sie nutzt den Besuch, um der Oma die artgerechte Tierhaltung zu erklären. Die Oma staunt. Denn sie hat sich nie Gedanken dazu gemacht, was es für die Tiere bedeutet, in einem Zoo gehalten zu werden. Lotte mag mit der Oma auch nichts essen am Imbiss-Stand. Sie findet es unwürdig, dass man sich zuerst Tiere ansieht, und sie dann nebenan in Form von Wurst oder Schnitzel verspeist. Selbst das Geschenk des Zoo-Direktors mag Lotte nicht haben: Sie klärt ihn auf, dass sie von der Tierhaltung im Zoo gar nichts hält.

Politisches Statement

„Lotte Siebengescheit geht in den Zoo“ ist kein gewöhnliches Bilderbuch, es ist ein klares politisches Statement. Dass es dadurch polarisiert, bleibt nicht aus. Zu sagen, die Geschichte würde sich kritisch mit der Tierhaltung im Zoo auseinandersetzen, wäre der Sache nicht gerecht. Der Autor lehnt die Tierhaltung in Zoos kategorisch ab und transportiert diese Weltsicht über die bunten Knetfiguren-Bilder. Damit möchte er ein junges Publikum ansprechen und ihm seine Sicht der Zootierhaltung näher bringen. Um seine Botschaft zu vermitteln, hat der Autor die Reimform gewählt. Es erinnert in der Art etwas an Wilhelm Busch, nur in modernerer Form. Dass die Reimtexte oft vom Rhythmus her nicht ganz stimmig sind und damit die Idee des Reims verfehlen, ist zwar schade, aber tut der Botschaft selber keinen Abbruch. Ob der Name der jungen Protagonistin glücklich gewählt ist, muss jeder für sich entscheiden. Der Begriff „Siebengescheit“ wird umgangssprachlich eher als negative Eigenschaft wahrgenommen und steht gemeinhin als Begriff für „Besserwisser“. Dies steht im klaren Gegensatz zur Grundaussage, die der Autor mit diesem Buch machen will.

Liebevoll gestaltete Knetfiguren

Für die Illustration haben sich Krystyna und Manuel Valverde mit Knetfiguren beschäftigt. Dabei zeigen sie viel Liebe zum Detail. Die Figuren sind sorgfältig gestaltet und gut in Szene gesetzt. Sie vermitteln dem Betrachter einen leichten Eindruck von 3-D und werden der jeweiligen Situation durchaus gerecht. Nicht nur Lotte und Oma sind Knetfiguren, auch die Tiere, die im Zoo vor sich hin vegetieren werden auf die Weise dargestellt. Es ist dadurch eine durchgehend überzeugend gestaltete Illustration entstanden.

Fazit

Wer sich mit diesem Bilderbuch beschäftigen will, kommt nicht umhin, den Hintergrund des Autors und dessen Interessen zu studieren. Erst dann kann man die Geschichte in den richtigen Kontext setzen und sich darüber klar werden, ob man seinen Kindern diese Sicht der Dinge vermitteln will, oder ob man eine andere Haltung hat als der Autor. „Lotte Siebengescheit geht in den Zoo“ ist kein Bilderbuch, das man sich zur Unterhaltung ansieht, es ist ein Buch, das bei den kleinen Betrachterinnen und Betrachter eine klare Haltung auslösen möchte. Die Auseinandersetzung bei diesem Bilderbuch beginnt also nicht erst bei der Betrachtung der Bilder und der Erklärungen über den Text, sie wird schon früher einsetzen müssen.

Lotte Siebengescheit geht in den Zoo

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Letzte Kommentare:
03.08.2019 19:33:06
Elke Petermann

Der Begriff " siebengescheit" bezieht sich ursprünglich auf das Studium der „Sieben Freien Künste“ (worauf auch die mittel­hoch­deutsche Wendung "er kan wol siniu sibeniu" (=›er beherrscht wohl alles) hindeutet.

Aber egal: es ist schlimm genug, wenn der Begriff "siebengescheit", ähnlich wie "eigensinnig" (=eine eigenen Wahrnehmung habend), negativ konnotiert wird: vor allem Mädchen sollen/dürfen das nicht sein!

Ich vermute mal, der Autor hat diesen Namen gerade deshalb und ganz bewußt für seine Protagonistin gewählt.

02.08.2019 11:39:14
Urs Langbein

"Dass die Reimtexte oft vom Rhythmus her nicht ganz stimmig sind und damit die Idee des Reims verfehlen..." Wie bitte? Die Reime sind sprachlich großartig und reichen, wie ich meine, durchgängig an das große Vorbild Wilhelm Busch heran. Hat die Rezensentin vielleicht die Tonspur nicht gehört (siehe U4) , auf der der Text zu hören ist? Vermutlich nicht.